Rohstoffe

Ölpreise legen zu Jahresbeginn kräftig zu

Energie: Angebotssorgen am Ölmarkt lassen nach

Die Ölpreise hatten einen positiven Start in das neue Jahr. In der ersten Handelswoche legte der Brentölpreis um 5,1% zu. Am Freitag erreichte Brent mit 83 USD je Barrel das höchste Niveau seit Ende November, ehe durchwachsene US-Arbeitsmarktdaten den Preis unter Druck setzten (siehe auch Edelmetalle unten). Am Morgen handelt Brent bei knapp 82 USD. Der Preisanstieg in der letzten Woche war maßgeblich getrieben durch Angebotsausfälle in Libyen und Kasachstan. Diese scheinen nun allmählich weniger zu werden. Die Ölproduktion in Libyen liegt nach dem Abschluss der Wartungs- und Reparaturarbeiten an einer wichtigen Pipeline inzwischen laut dem libyschen Energieminister wieder bei 900 Tausend Barrel pro Tag, verglichen mit 729 Tausend Barrel pro Tag Ende letzter Woche. Allerdings sind noch immer einige Ölfelder im Westen des Landes, darunter das landesweit größte, „El Sharara“, geschlossen. Wann diese geöffnet werden, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Sicherheitskräfte halten diese seit Mitte Dezember im Streit um höhere Löhne besetzt. Die libysche Ölproduktion war daraufhin schon im Dezember laut Umfrage von Reuters um 100 Tausend auf 1,03 Millionen Barrel pro Tag gefallen. In Kasachstan normalisiert sich die Ölproduktion im größten Ölfeld des Landes, „Tengiz“, laut dem Pipelinebetreiber ebenfalls graduell. Die Ölproduktion dort musste letzte Woche eingeschränkt werden, nachdem die landesweiten Proteste zu einer Unterbrechung der Öltransporte via Eisenbahn geführt hatten. Der Rückenwind für die Ölpreise durch die Angebotssorgen sollten daher nachlassen, was für einen Preisrückgang in dieser Woche spricht. In diesem Zusammenhang sind die bevorstehenden Gespräche zwischen den USA und Russland hinsichtlich der Ukraine zu sehen. Sollte es dort zu einer gewissen Annäherung kommen und das Risiko einer weiteren Verschärfung der Krise sinken, würde sich die geopolitische Risikoprämie auf den Ölpreis verringern. Morgen veröffentlicht zudem die US-Energiebehörde ihren Kurzfrist-Energieausblick (STEO), der erstmals auch Prognosen für 2023 enthält. Im Fokus dürfte hier insbesondere stehen, ob die US-Ölproduktion wieder das Vor-Pandemieniveau erreicht.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD0UN7LongOil Brent Future Faktor: 5
SF56W7ShortOil Brent Future Faktor: -5
SB3T5XLongWTI Light Crude Future Faktor: 4
SH0EUTShortWTI Light Crude FutureFaktor: -4
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Edelmetalle: Gold bleibt unter der 1.800 USD-Marke

Der Goldpreis bleibt auch zu Beginn der neuen Handelswoche unter der Marke von 1.800 USD je Feinunze, unter die er letzten Donnerstag gerutscht war. Der auf den ersten Blick enttäuschende offizielle US-Arbeitsmarktbericht es wurden im Dezember „nur“ 199 Tausend neue Stellen geschaffen, weniger als halb so viel wie vom Bloomberg-Konsensus erwartet hat dem Preis kaum geholfen. Auf den zweiten Blick zeigt sich der US-Arbeitsmarkt in einer sehr guten Verfassung: Die Zahlen für die Vormonate wurden nach oben revidiert und die Arbeitslosenquote ist unter 4% gefallen, ein Niveau, das die US-Notenbank Fed langfristig mit Preisniveaustabilität vereinbar hält. Der Rückgang der Arbeitslosenquote deutet auch eher darauf hin, dass Arbeitskräfte fehlen, was die Löhne stärker steigen lässt. Der Druck auf die Fed nimmt unseres Erachtens zu, die Zinsen zu erhöhen. Nach Aussagen von Fed-Gouverneur Waller wird die Fed ihre Anleihekäufe Mitte März beenden und bereits auf der Sitzung am 15./16. März über eine Zinserhöhung entscheiden. Im Nachgang der Arbeitsmarktdaten sind die US-Anleiherenditen weiter auf 1,8% gestiegen, das höchste Niveau seit fast zwei Jahren. Vor diesem Hintergrund muss man schon fast sagen, dass sich Gold noch relativ gut gehalten hat. Wie am Freitag von Eurostat berichtet wurde, ist die Inflationsrate im Euroraum im Dezember entgegen den Erwartungen weiter auf 5% gestiegen. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion. Ein Grund für den erneuten Anstieg war die starke Verteuerung von Nahrungsmitteln. Unsere Volkswirte sind der Meinung, dass die Inflationsrate damit aber den Hochpunkt erreicht hat. Sie sollte von nun an wieder sinken, da Sondereffekte wie zum Beispiel die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer in Deutschland Anfang 2021 aus dem Vorjahresvergleich herausfallen. Es wird aber wohl bis zum Herbst dauern, bis die Inflationsrate wieder auf den mittelfristigen Zielwert der EZB von 2% fallen wird. Wir gehen dennoch davon aus, dass die EZB die Rufe nach dem Ende der ultra-lockeren Geldpolitik vorerst ungehört verhallen lässt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDQLongGold Future Faktor: 2
SF5DDJShortGold Future Faktor: -2
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Industriemetalle: Mehrere hunderttausend Tonnen Aluminium weniger in Europa

Die Metallpreise starten mit einem freundlichen Unterton in die neue Handelswoche. Aluminium verteuert sich auf 2.950 USD je Tonne, nachdem es sich am Freitag vorübergehend schon der Marke von 3.000 USD je Tonne genähert hatte. Es setzt damit seinen Mitte Dezember begonnenen Preisanstieg fort. Seit Jahresbeginn ist Aluminium bereits um 5% gestiegen. Auftrieb erhält der Preis von (angekündigten) Produktionskürzungen in Europa wegen der hohen Energiekosten, worüber wir hier letzte Woche schon berichtet haben. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert das unabhängige Research-Institut CRU, dass in der EU mittlerweile jährliche Produktionskapazitäten von fast 600 Tausend Tonnen von Kürzungen betroffen sind. Der Aluminiummarkt in Europa dürfte sich also weiter anspannen. Die frei verfügbaren Aluminiumvorräte in den europäischen LME-Lagerhäusern sind so niedrig wie nie zuvor. Weltweit betrachtet stehen dem Markt aus den LME-Lagerhäusern aktuell nur noch knapp 540 Tausend Tonnen Aluminium zur Verfügung (der Rest ist bereits zur Auslieferung angefordert), was dem tiefsten Stand seit über 16 Jahren entspricht. Solange die Energiepreise hoch bleiben oder sogar weiter steigen, könnten noch mehr Aluminiumhersteller ihre Produktion drosseln. Dies dürfte den Aluminiumpreis hoch halten beziehungsweise zunächst noch weiter steigen lassen. Der Zinnpreis war am Freitag kurzzeitig über die Marke von 40.000 USD je Tonne geklettert, womit er sich seinem Rekordhoch von Ende November näherte. Heute Morgen notiert er nur knapp unterhalb dieser psychologisch wichtigen Marke. Zinn setzt damit ebenfalls seinen Preisanstieg des letzten Jahres fort, nachdem es sich 2021 schon fast verdoppelt hat. Einen spezifischen Auslöser für den Preisanstieg der letzten Tage haben wir allerdings nicht ausmachen können.

Jahresausblick: 20 Trends für 2022

Nach dem ereignisreichen Jahr 2021 blicken Investoren erwartungsvoll auf 2022. Die Sorgen über die Corona-Variante Omikron, der Kurswechsel der US-Notenbank und die Unruhe am chinesischen Immobilienmarkt dürften weiter für Spannung sorgen. Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!