Rohstoffe

Ölpreise im Bärenmarkt

Energie: Die Talfahrt bei den Ölpreisen setzt sich fort. Brent fällt am Morgen auf 58,7 USD je Barrel, den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Vom Hoch im April hat Brent mittlerweile mehr als 20% verloren. Damit befindet sich der Ölmarkt nach gängiger Definition in einem Bärenmarkt. Neue preisbelastende Nachrichten gab es nicht. Nach wie vor sind es Nachfragesorgen im Zusammenhang mit dem Handelskonflikt, die auf den Preisen lasten. Wir denken, dass der Ölmarkt inzwischen in einer Übertreibungsphase ist. So schlecht wie in der aktuellen Preisentwicklung stellt sich die Nachfrage nicht dar. Solange es nicht zu einer Rezession kommt, sollte die Ölnachfrage weiterhin robust steigen. Dafür sorgen insbesondere die aufstrebenden Schwellenländer in Asien. Diese treten aktuell mit Zinssenkungen einer ungewollten wirtschaftlichen Abschwächung entgegen (Indien, Thailand). China verfügt ebenfalls über hinreichend Mittel, um die Wirtschaft auf einem angemessenen Wachstumspfad zu halten. Die Fundamentaldaten am Ölmarkt rechtfertigen den aktuellen Preisrutsch ohnehin nicht. In den USA fallen die Lagerbestände seit Wochen kräftig. Gestern Abend berichtete das API einen weiteren Rückgang der Rohölvorräte um 3,4 Mio. Barrel. Das US-Energieministerium dürfte am Nachmittag folgen. Das wäre dann der achte Wochenrückgang in Folge. Die US-Energiebehörde senkte aufgrund der jüngsten hurrikanbedingten Ausfälle im Golf von Mexiko ihre Prognose für die US-Ölproduktion in diesem Jahr leicht. Im nächsten Jahr soll die Produktion dagegen etwas stärker wachsen als bislang erwartet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold ist auf dem Weg in neue Sphären: Das gelbe Edelmetall steigt heute Morgen auf 1.490 USD je Feinunze, den höchsten Wert seit April 2013. Der meistgehandelte Futures-Kontrakt (Fälligkeit Dezember) hat an der Comex die psychologisch wichtige Marke von 1.500 USD bereits kurzzeitig überschritten. Wir sehen den anhaltend starken Preisanstieg von Gold als Ausdruck der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer. Gold ist im aktuellen Marktumfeld ganz klar weiter als sicherer Hafen gefragt, was sich unter anderem in andauernden ETF-Zuflüssen widerspiegelt. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Seit Monatsbeginn summieren sie sich mittlerweile bereits auf 27 Tonnen. Neben den ETF-Investoren kaufen wohl auch spekulative Finanzanleger weiter Gold. Gold dürfte zudem von den Zinssenkungen der Notenbanken in Neuseeland und Indien profitiert haben. In beiden Ländern wurden die Zinsen letzte Nacht stärker gesenkt als erwartet, was Nachahmer auf den Plan rufen könnte. Hinsichtlich der US-Notenbank Fed hat der Markt mittlerweile noch drei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr eingepreist. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen hat heute Morgen ein neues Tief markiert.

Silber wird im Schlepptau von Gold mit nach oben gezogen. Es ist heute Morgen auf 16,8 USD je Feinunze gestiegen, der höchste Stand seit 14 Monaten. In den letzten Tagen hat Silber den Preisanstieg von Gold allerdings nicht mehr komplett mit vollzogen, so dass das Gold/Silber-Verhältnis zeitweise auf fast 90 gestiegen war. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, wenn man davon ausgeht, dass unter dem Handelsstreit die Industrienachfrage leidet. Silber gilt als industrielles Edelmetall und wird mehrheitlich in der Industrie verwendet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CJ7RL6 Long Silver-Future Faktor: 8
CJ7RLT Short Silver-Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China geht auch an Eisenerz nicht spurlos vorbei: In Singapur ist der meistgehandelte Futures-Kontrakt seit Mitte letzter Woche um 25% bzw. rund 30 USD auf 87 USD je Tonne gefallen. Damit stellt Eisenerz die Verluste bei den Industriemetallen und Öl in den Schatten. Viele Marktteilnehmer sehen zwar durch die höheren US-Zölle auf chinesische Produkte ab September keinen direkten Einfluss auf die chinesische Stahlnachfrage. Die meisten gehen aber doch davon aus, dass unter dem Handelsstreit die globale Nachfrage leidet, so dass China zukünftig weniger exportieren dürfte. Daher könnten die chinesischen Stahlhersteller ihre Produktion drosseln, was sich wohl in einer geringeren Nachfrage nach Eisenerz niederschlagen würde. Ein Hoffnungsschimmer bleibt aber immerhin: Die chinesische Regierung hat noch viel Luft, mit Stimulierungsmaßnahmen dem negativen Effekt des Handelsstreits entgegenzuwirken. So könnten Infrastrukturmaßnahmen die lokale Stahlnachfrage und damit auch die Stahlproduktion stützen. Derzeit überwiegen bei den Marktteilnehmern allerdings die negativen Aspekte. Neben den Auswirkungen des Handelsstreits fährt der größte brasilianische Eisenerzproduzent derzeit zumindest teilweise seine Produktion wieder hoch und exportiert daher auch wieder mehr. In China sind die Eisenerzvorräte in den Häfen in den letzten drei Wochen gestiegen – allerdings von einem niedrigen Niveau aus –, was für eine verhaltene Eisenerznachfrage spricht. Und schließlich hat ein von Bloomberg berechneter Profitabilitätsindex für die chinesische Stahlindustrie in den negativen Bereich gedreht, das heißt die Stahlproduzenten in China machen im Durchschnitt Verluste, so dass dies zu Produktionskürzungen führen könnte.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.