Rohstoffe

Ölpreise im Aufwind

Energie: Die Ölpreise setzen ihren am Freitag begonnenen Anstieg auch zum Start der neuen Handelswoche fort. Brent steigt auf 63,4 USD je Barrel, den höchsten Stand seit Anfang Dezember. WTI erreicht mit 55,7 USD ein 2½-Monatshoch. Der Preisanstieg ist von verschiedenen Seiten unterstützt. So ist die OPEC-Ölproduktion im Januar laut Umfragen von Reuters und Bloomberg wegen der Umsetzung der Kürzungen und unfreiwilligen Rückgängen in Iran, Libyen und Venezuela deutlich gefallen. Sie liegt damit in etwa in Höhe des geschätzten Bedarfs. Der Ölmarkt ist also mehr oder weniger ausgeglichen. Hinzu kommt die Krise in Venezuela. Die USA haben letzte Woche Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor verhängt. Die EU könnte sich dem anschließen, nachdem Staatspräsident Maduro am Wochenende ein Ultimatum der EU hat verstreichen lassen. In den USA ist die Bohraktivität zum vierten Mal in den letzten fünf Wochen gefallen. Laut dem Öldienstleister Baker Hughes ging die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der letzten Berichtswoche um weitere 15 auf das niedrigste Niveau seit Mai 2018 zurück. Dies spricht für eine weniger stark steigende US-Ölproduktion. Russland hinkt dagegen mit seinen zugesagten Produktionskürzungen hinterher. Im Januar lag die Produktion laut Daten des Energieministeriums nur 35 Tsd. Barrel pro Tag unter dem Referenzniveau im Oktober. Ursprünglich wollte man eine Drosselung um 50 Tsd. Barrel pro Tag erreichen. Bei dem gegenwärtigen Tempo hätte Russland die zugesagte Kürzung um 230 Tsd. Barrel pro Tag erst Ende des 2. Quartals erreicht, was Saudi-Arabien kaum akzeptieren dürfte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold scheint nach dem starken Preisanstieg seit Mitte Dezember in eine Konsolidierungsphase eingetreten zu sein. Der Preis fällt am Morgen auf 1.310 USD je Feinunze. Vom Mitte letzter Woche verzeichneten 9-Monatshoch hat sich der Preis ca. 15 USD entfernt. Die robusten US-Daten vom Freitag (Arbeitsmarkt, ISM-Index) erhöhen den Risikoappetit der Anleger. Dies spricht für steigende Aktien. Außerdem sind die US-Anleiherenditen seit Freitag merklich gestiegen. All dies ist negativ für Gold. Das zeigt sich auch am für Freitag berichteten Abfluss aus den Gold-ETFs. Dieser war mit 5,3 Tonnen zudem recht beträchtlich. In den vier Handelstagen zuvor waren noch 25 Tonnen in die Gold-ETFs geflossen. Überhaupt hatte es in diesem Jahr zuvor nur an zwei Handelstagen geringfügige Abflüsse gegeben. Die Aufwertung des US-Dollar hält sich dagegen seit Freitag in Grenzen, da die Fed letzte Woche neuerlichen Zinserhöhungsfantasien mehr oder weniger einen Riegel vorgeschoben hatte. Trotz der robusten US-Daten preisen die Fed Fund Futures bis zum Jahresende unveränderte Zinsen ein. Von dieser Seite droht Gold zunächst also kein weiterer Gegenwind. Am Freitag veröffentlichte die CFTC erstmals seit dem vorläufigen Ende des Haushaltsstreits Daten zur spekulativen Marktpositionierung. Diese zeigten für die Woche zum 24. Dezember einen deutlichen Anstieg der Netto-Long-Positionen. Der Preisanstieg bei Gold kurz vor Weihnachten war also auch spekulativ getrieben. In den kommenden Tagen wird die CFTC weitere Daten nachliefern.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Wegen des chinesischen Neujahresfestes bleiben viele Märkte in Asien diese Woche ganz (China, Vietnam, Taiwan) oder teilweise (Singapur, Malaysia, Indonesien, Hong Kong, Südkorea) geschlossen. In Abwesenheit der Nachrichten aus China, dem mit Abstand wichtigsten Metallverbraucher – auch die Verhandlungen zwischen den USA und China über die Handelsbeziehungen werden erst nächste Woche fortgesetzt – dürfte der Fokus der Metallmarktteilnehmer eher auf US-Makrodaten liegen. Wegen der vorherigen Haushaltssperre werden diese allerdings mit einer deutlichen Verspätung veröffentlicht. Die Daten sind teilweise für November 2018. Daher dürfte man mit einem eher ruhigen Preisverlauf rechnen.
Wir haben letzte Woche darauf hingewiesen, dass der jüngste Anstieg der Eisenerzpreise nach dem Dammbruch in Brasilien nur von kurzer Dauer sein dürfte. Die Eisenerz-Futures in Singapur kommen bereits heute etwas unter Druck. Der brasilianische Großproduzent dürfte in der Lage sein, einen Großteil der verlorengegangen Produktion – die direkten Produktionsverluste beziffert man auf rund 40 Mio. Tonnen – selbst durch die vorhandenen freien Produktionskapazitäten zu kompensieren. Außerdem sind sowohl die Vorräte bei den Produzenten als auch die in den chinesischen Häfen so groß, dass eine Angebotseinengung nicht zu erwarten ist. Dennoch dürfte der Angebotsüberschuss in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen als erwartet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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