Rohstoffe

Ölpreise geben Gewinne wieder ab

Energie – Ölpreise geben Gewinne wieder ab, China fragt deutlich mehr Öl nach: Der Brentölpreis stieg gestern kurzzeitig auf 60 USD je Barrel, gab die Gewinne allerdings in der Nacht wieder ab und handelt am Morgen deutlich unter dieser Marke. Der Preisanstieg war auf Meldungen zurückzuführen, wonach die OPEC+ eine stärkere Produktionskürzung vornehmen könnte, um der schwächer steigenden Nachfrage zu begegnen. Wir sind schon seit längerem der Ansicht, dass die OPEC+ bei den Produktionskürzungen noch einmal nachlegen muss, um ein Überangebot und einen Preisrutsch im nächsten Jahr zu verhindern. Der vom API gemeldete unerwartet kräftige Anstieg der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 4,5 Mio. Barrel nahm den Ölpreisen in der Nacht den Wind aus den Segeln. Das US-Energieministerium veröffentlicht die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Im Fokus dürfte dabei die Rohölverarbeitung stehen. Deren kräftiger Rückgang hatte maßgeblich zum starken Lageraufbau der letzten Wochen beigetragen.

Die im Gegensatz dazu rekordhohe Rohölverarbeitung in China macht sich auch in steigenden Öllieferungen in das Reich der Mitte bemerkbar. Laut einer Bloomberg-Umfrage von letzter Woche sind derzeit 109 Supertanker in Richtung China unterwegs. Das entspricht fast einem Viertel aller auf den Weltmeeren fahrenden Supertanker, die ihr Ziel in den nächsten drei Monaten erreichen werden. Die hohe Nachfrage der chinesischen Raffinerien könnte auch mit der Anfang 2020 in Kraft tretenden strengeren Regulierung von Schiffskraftstoffen (IMO 2020) zusammenhängen. Im Zuge dessen müssen die Raffinerien mehr Schiffskraftstoffe herstellen, die den Vorgaben von IMO 2020 entsprechen. Dazu zählen Marinegasöl (MGO) und sehr schwefelarmes Schweröl (VLSFO) mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,5%. China dürfte dabei den asiatisch-pazifischen Raum mit diesen Schiffskraftstoffen versorgen. Vieles spricht somit dafür, dass China in den kommenden Monaten beträchtliche Mengen Rohöl importieren wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H88 Long WTI Oil Future Faktor: 4
CJ8EW9 Long Brent Oil Future Faktor: 4
CJ3D4Q Short WTI Oil Future Faktor: -4
CJ3D48 Short Brent Oil Future Faktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle – Fallende Anleiherenditen und Brexit-Unsicherheit unterstützen Gold: Gold legt am Morgen auf 1.495 USD je Feinunze zu, nachdem es gestern im Tief bei 1.482 USD notierte. Auftrieb gibt ein spürbarer Rückgang der Anleiherenditen in den USA. 10-jährige US-Treasuries rentieren am Morgen bei gut 1,7% und damit knapp 10 Basispunkte niedriger als gestern. Zudem gerieten die US-Aktienmärkte im späten Handel unter Druck, was sich heute negativ auf die Börsen in China und Europa auswirkt. Ebenfalls spürbar legt Gold in Euro zu, das am Morgen auf gut 1.340 EUR je Feinunze steigt. Dies dürfte mit der anhaltenden Brexit-Unsicherheit zusammenhängen. Das britische Parlament hat gestern Abend abgelehnt, das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen wie von Premierminister Johnson gewollt bis Donnerstagabend zu verabschieden. Ein EU-Austritt Großbritanniens zum 31. Oktober ist damit faktisch vom Tisch, eine abermalige Verlängerung der Frist so gut wie sicher. Im Gespräch sind auch Neuwahlen. Wer Ende letzter Woche dachte, das Thema Brexit sei in Kürze erledigt, sieht sich nun eines Besseren belehrt. Erstmals seit mehr als einem Monat gab es gestern nennenswerte Abflüsse aus den Gold-ETFs. Diese beliefen sich auf gut 5 Tonnen und waren nahezu ausschließlich auf den weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, zurückzuführen. Angesichts der gestrigen Schwäche an den US-Aktienmärkten sind diese Verkäufe erstaunlich, sollten aber nicht überbewertet werden, solange daraus kein länger anhaltender Trend wird. Wir sehen weiterhin Kaufen bei Schwäche als bevorzugte Strategie der ETF-Anleger.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle – eher künstliche Angebotseinengung am Nickelmarkt: Der Nickelpreis war zuletzt mit rund 16.000 USD auf den niedrigsten Stand seit August gefallen, bevor er sich gestern wieder auf über 16.500 USD je Tonne erholt hat. Auslöser für den gestrigen Preissprung dürften ein Vorfall in der Mine eines der größten Nickelproduzenten aus Russland und ein massiver Rückgang der LME-Lagerbestände sein. Bei den letzteren stieg die Anzahl der zur Auslieferung angemeldeten Lagerscheine stark auf über 58 Tsd. Tonnen, so dass die sog. „on warrant“ Vorräte, sprich verfügbare LME-Lagerbestände, mit weniger als 30 Tsd. Tonnen auf den niedrigsten Stand seit über zwölf Jahren gefallen sind. Aus unserer Sicht handelt es sich dabei jedoch um eine künstliche Angebotseinengung. Der Nickelmarkt wies zwar laut WBMS in den ersten acht Monaten des Jahres ein Angebotsdefizit von 77,1 Tsd. Tonnen aus. Deshalb ist auch der Nickelpreis im gleichen Zeitraum von unter 11.000 USD auf 16.000 USD geklettert und ist nach der Ankündigung Indonesiens, ab nächstem Jahr keine unbehandelten Nickelerze mehr zu exportieren, sogar auf fast 19.000 USD je Tonne gestiegen. Doch ist der Preisanstieg u.E. etwas verfrüht. Zum einen seien seit September bereits über 15 Tsd. Tonnen Nickel aus zollfreien Lägern in China wieder ins Ausland geflossen. Man sollte deshalb beobachten, wie sich demnächst die Bestände in den LME-Lagerhäusern in Asien entwickeln. Zum anderen hat der Nickel-Terminmarkt jüngst erstmals seit August in Contango gedreht, d.h. die Terminpreise liegen über dem Kassakurs. Am Rohstoffmarkt wird es als Zeichen einer guten Versorgungssituation gesehen. Außerdem sieht die Nickel Study Group in ihrem gestern im Vorfeld der LME Week veröffentlichten Jahresausblick für das nächste Jahr trotz der Exporteinschränkungen Indonesiens am Weltnickelmarkt ein geringeres Defizit von rund 40 Tsd. Tonnen. Trotz unserer Überzeugung, dass insbesondere wegen der Elektromobilität der Nickelpreis langfristig steigen sollte, rechnen wir kurz- bis mittelfristig fundamental eher mit einem Preisrücksetzer.

 

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.