Rohstoffe

Ölpreise erneut unter Druck

Energie: Wie gewonnen, so zerronnen: Die Ölpreise gaben gestern nahezu sämtliche Gewinne des Vortages wieder ab. Einige Marktbeobachter verweisen auf den vom US-Energieministerium gemeldeten Anstieg der US-Rohölvorräte als Auslöser. Allerdings setzte der Preisrückgang schon früher ein. Zudem fiel der Lageraufbau mit 1,6 Mio. Barrel deutlich geringer aus als am Vortag vom API gemeldet. Der Rest der Daten war mit Ausnahme einer geringeren Rohölverarbeitung sogar überwiegend bullish. So fielen die US-Benzinbestände unerwartet, was auf eine rekordhohe Benzinnachfrage zurückzuführen war. Nachfrageschwäche lässt sich daraus somit nicht ablesen. Auch bei den Destillaten gab es einen kräftigen Lagerabbau. Die Netto-Rohölimporte waren rückläufig, weil die Exporte stärker stiegen als die Importe. Die Rohölproduktion blieb unverändert nahe eines Rekordhochs. Der Preisrückgang am Ölmarkt war daher auf übergelagerte Faktoren zurückzuführen. So schürten schwache Konjunkturdaten aus China und Deutschland sowie die Inversion der US-Renditekurve neue Konjunktursorgen (siehe auch Edelmetalle unten). All dies sorgte für massiven Verkaufsdruck bei riskanten Anlagen wie Aktien, aber auch Rohöl.

In China ist die Rohölverarbeitung im Juli laut Nationalem Statistikbüro auf 12,4 Mio. Barrel pro Tag gesunken, was deutlich unter dem Rekordniveau des Vormonats lag. Der gleitende 12-Monatsdurchschnitt zeigt aber weiter nach oben. Im Juli lag dieser 600 Tsd. Barrel pro Tag höher als im Vorjahr. Auch hier lässt sich somit keine Nachfrageschwäche ablesen. Die Inbetriebnahme neuer Raffinerien spricht für eine weiter steigende Rohölverarbeitung und damit auch steigende Rohölimporte Chinas.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold und Silber waren gestern die Profiteure der deutlich gestiegenen Risikoaversion der Marktteilnehmer. Gold legte zeitweise auf 1.525 USD je Feinunze zu, Silber verteuerte sich zwischenzeitlich auf 17,3 USD je Feinunze. An den Finanzmärkten werden die Sorgen größer, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abrutscht. Diese Ängste haben sich vor allem gestern Nachmittag in stark fallenden Aktienmärkten widergespiegelt – der Dow Jones Industrial Average hat absolut betrachtet einen der größten Tagesverluste in seiner Geschichte eingefahren. Zudem gab es an den Anleihemärkten Warnzeichen einer Rezession: Erstmals seit 2007 war die US-Zinsstrukturkurve wieder invers, wenn man die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen mit denen 10-jähriger vergleicht. Daneben ist die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erstmals überhaupt unter die Marke von 2% gefallen. Entsprechend waren Gold und Silber gestern gefragt: Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs registrierten Zuflüsse von 9 Tonnen, die Silber-ETFs sogar von gut 200 Tonnen. Während die Silber-ETF-Bestände auf einem Rekordhoch liegen, haben die Gold-ETF-Bestände noch etwas Luft bis zu ihrem Allzeithoch von Ende 2012. Gold dürfte gestern zudem davon profitiert haben, dass US-Präsident Trump die US-Notenbank Fed via Twitter erneut zu Zinssenkungen gedrängt hat. Er bezeichnete die Fed als „Problem“ und deren Vorsitzenden Powell als „ahnungslos“. Im Gegensatz zu Gold und Silber sind Platin und Palladium gestern im Einklang mit den Industriemetallen gefallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E6W Long Silver-Future Faktor: 5
CJ7RLV Short Silver-Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
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Industriemetalle: Die Erholung der Metallpreise nach der Ankündigung von US-Präsident Trump, einen Teil der geplanten US-Importzölle auf chinesische Güter auf Dezember zu verschieben, währte nur kurz. In Folge schwacher chinesischer Konjunkturdaten und einer hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer, die sich in deutlich fallenden Aktienmärkten und weiter sinkenden Anleiherenditen widergespiegelt hat, haben die Metallpreise gestern nachgegeben. Heute Morgen deuten weitere Daten aus China an, dass die Immobilienpreise einen Teil ihrer Dynamik verloren haben und sich die Immobilieninvestitionen abschwächen. Mit einem Minus von 2,7% war Zink gestern der größte Verlierer unter den Industriemetallen. Es hat sich seinem Tief von Anfang der Woche genähert. Neben den Konjunktursorgen drückt schon seit vielen Wochen die Erwartung einiger Marktteilnehmer auf den Preis, wonach das Zinkangebot spürbar ausgeweitet wird. Wir können uns angesichts der niedrigen Preise nicht vorstellen, dass vormals stillgelegte Produktionskapazitäten im großen Stil wieder zurück an den Markt kommen. Heute Morgen handelt Zink leicht erholt bei 2.300 USD je Tonne. Trotz des erwartet höheren Angebots fallen die Zinkvorräte – zwar nicht stark, aber doch kontinuierlich. In den Lagerhäusern der LME liegen aktuell noch 74,5 Tsd. Tonnen Zink, 42% weniger als zu Jahresbeginn. Dies deutet unseres Erachtens nicht auf einen überaus gut versorgten Zinkmarkt hin.