Rohstoffe

Ölpreis steigt trotz belastender Nachrichtenlage

Energie: Ölpreis steigt trotz belastender Nachrichtenlage

Der Brentölpreis klettert heute Morgen über 55 USD je Barrel ungeachtet der Nachrichtenlage, die auf ein immer größer werdendes Überangebot und steigende Lagerbestände hindeutet. So rechnet die US-Energiebehörde EIA in ihrem Monatsbericht damit, dass die Nachfrage im ersten Quartal um 900 Tsd. Barrel täglich niedriger ausfallen dürfte als vor einem Monat geschätzt. Interessant ist, dass das virusgeplagte China dabei lediglich für 320 Tsd. Barrel täglich verantwortlich ist, während die Nachfrage der OECD-Länder um fast 500 Tsd. Barrel täglich niedriger geschätzt wird. Dies dürfte also vor allem der Konjunkturschwäche geschuldet sein, wobei die OECD-Nachfrage in diesem Jahr erneut rückläufig sein dürfte. Die Weltölnachfrage dürfte laut EIA in diesem Jahr um lediglich 1 Mio. Barrel täglich steigen, eine Revision um 310 Tsd. Barrel nach unten. Daher würde sich auch der Aufbau der Lagerbestände nach Einschätzung der EIA zumindest in der ersten Jahreshälfte fortsetzen. Es kommt also wieder auf die OPEC und ihre Verbündeten an, diese Überschüsse zumindest in Rahmen zu halten. Deswegen rechnet die EIA mit einer freiwilligen Reduktion der OPEC-Produktion zwischen März um Mai um zusätzlich 500 Tsd. Barrel täglich. Ob dies so kommt, hängt nicht zuletzt von der Reaktion Russlands und anderen Ländern ab, die mit der OPEC bei den Produktionskürzungen kooperieren.

Auch von der Lagerstatistik gibt es für den Ölpreis wenig Unterstützung. So hat gestern das API in seinem Lagerbericht einen Anstieg der US-Rohölvorräte um 6 Mio. Barrel in der Vorwoche berichtet, der nicht allein mit höheren Importen und einer niedrigeren Auslastung der Raffinerien erklärt werden kann. Daher könnte es bei der heutigen Lagerstatistik des DOE ebenfalls Überraschungen geben, weil der Marktkonsens einen niedrigeren Aufbau der Rohöllagerbestände erwartet. Auch häufen sich zuletzt Meldungen über einen starken Anstieg der Lagerbestände auf hoher See, sprich von Rohöl, das in Tankern gelagert wird. Dass sich der Ölpreis in den letzten Tagen trotz einer solch belastenden Nachrichtenlage fangen konnte, deutet auf eine zuletzt überverkaufte Situation und eine mögliche Bodenbildung beim Preis hin.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU3THV Long Brent Oil Future Faktor: 5
CU54XX Short Brent Oil Future Faktor: -5
CU3THU Long WTI Oil Future Faktor: 5
CU54X3 Short WTI Oil Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Chinesische Goldnachfrage leidet unter dem Virus

Gold steht am Morgen leicht unter Druck und fällt auf gut 1.560 USD je Feinunze. Die Anhörung des Fed-Vorsitzenden Powell vor dem US-Kongress brachte wie erwartet keine neuen Erkenntnisse zur Geldpolitik der US-Notenbank. Laut Powell läuft die US-Wirtschaft rund, aber auch die Fed könne nicht absehen, welche ökonomischen Auswirkungen das in “Covid-19” umbenannte Coroanavirus haben wird. In China dagegen machen sich die Auswirkungen des Virus in der physischen Goldnachfrage bemerkbar. Dort wie auch in Hongkong sind nach wie vor viele Juweliere geschlossen, da die Goldkäufer aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben und ihre Ausgaben auf das Notwendigste beschränken. Der Verband der chinesischen Goldproduzenten und Metals Focus, ein auf die Analyse der Edelmetallmärkte spezialisiertes Research-Institut, gehen daher von einem deutlichen Rückgang der Goldnachfrage in China in diesem Jahr aus. Metals Focus erwartet für die Schmucknachfrage ein Minus von 6%, nachdem diese bereits im letzten Jahr um 7% auf ein 9-Jahrestief gefallen war.

Heute Mittag werden endlich wieder neue Daten zum Platin- und Palladiummarkt veröffentlicht: Johnson Matthey, der weltweit größte Platin- und Palladiumverarbeiter, präsentiert seine neuesten Zahlen bzw. Schätzungen zur Marktbilanz im letzten und in diesem Jahr. Der globale Platinmarkt dürfte 2020 wieder in einen Angebotsüberschuss drehen, da sich die hohe Investmentnachfrage des letzten Jahres wohl nicht wiederholen lässt. Der globale Palladiummarkt dürfte hingegen 2020 das neunte Jahr in Folge wegen der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie ein Defizit aufweisen. Je nachdem wie hoch der Überschuss/das Defizit ausfällt, könnte es größere Preisschwankungen bei Platin und Palladium geben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CU3THG Short Gold Future Faktor: -10
CU0E6Q Long Palladium Future Faktor: 3
CU3TG7 Short Palladium Future Faktor: -3
CJ7RME Long Platinum Future Faktor: 3
CJ7RL9 Short Platinum Future Faktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: Chinesische Aluminiumschmelzen könnten Produktion kürzen

An den Metallmärkten herrschte gestern zwar Optimismus, von Euphorie waren die Händler dann aber doch weit entfernt. Die Metalle haben ihre anfänglichen Gewinne im Gegensatz zum Vortag allerdings weitgehend verteidigt. In China geht die Wirtschaft offenbar langsam wieder zur Normalität über, nachdem dort die Produktion in den Fabriken seit Wochenbeginn nach und nach wieder hochgefahren wird. Die Auswirkungen der Zwangspause dürften aber noch einige Wochen zu spüren sein. Da die Lieferketten noch nicht wieder richtig funktionieren, ist die Produktion mancherorts noch eingeschränkt. Dies betrifft zum Beispiel auch die Aluminiumindustrie. Einige Schmelzen könnten ihre Produktion drosseln, da ihnen die Rohmaterialien fehlen. Die Produzenten sehen sich derzeit allerdings wegen des Coronavirus auch einer verhaltenen Nachfrage gegenüber, die die saisonbedingt ohnehin schwache Nachfrage noch weiter lähmt. Insbesondere der Bausektor dürfte erst Anfang März, also nach den Wintermonaten, wieder in Schwung kommen. Wie bei einigen anderen Metallen sind auch die Aluminiumvorräte in China bereits gestiegen. Dies lastet auf den Preisen. An der SHFE in Shanghai hat sich der Aluminiumpreis in den letzten Tagen zwar leicht erholt, er notiert mit 13.750 CNY je Tonne aber noch unter der Marke von 14.000 CNY, die als Gewinnschwelle für die Schmelzen in China angesehen wird. An der LME in London handelt der Preis mit gut 1.700 USD je Tonne nur leicht über seinem 3-Jahrestief von letzter Woche.