Währung

Ölpreis-Schock!?

CAD: Ich kann mich noch an die autofreien Sonntage während der ersten Ölkrise 1973 erinnern. So etwas fällt einem wieder ein, wenn man hört, dass ein Drohnenangriff die Hälfte der saudi-arabischen Ölproduktion lahmgelegt hat. Die spontane Reaktion des Devisenmarktes ist folglich klar: Die Währungen ölproduzierender Volkswirtschaften (CAD, RUB und NOK) legen zu, daneben gibt’s ein ganz klein wenig “risk off”, d.h. JPY und CHF profitieren.

Freilich ist 2019 nicht 1973. Damals war’s ein Boykott durch die arabischen Staaten – dessen Dauer vor allem politisch determiniert war. Heute arbeitet man in Saudi Arabien fieberhaft daran, die Produktion schnell wieder flott zu kriegen. Die FX-Reaktionen ist richtigerweise verhalten. Der brutale Sprung der Rohölpreise (Rohöl-Future von rund 55 $/bbl auf zeitweise über 60 $/bbl) mag nicht nachhaltig sein. Zumindest wenn die Produktion schnell wieder anfährt.

Andererseits zeigt dieser Angriff, wie verwundbar die saudische Ölproduktion ist. Ich bin mir nicht sicher, dass Allen das bewusst war. Wer in den letzten Jahren Saudi Arabien besucht hat, war vielleicht ein wenig zu sehr von den Batterien von Luftabwehrraketen beeindruckt, die allerorts herumstehen. Und nicht Alle dürften dem “stabilen Genie” im Weißen Haus zutrauen, dass er diese Krise souverän managt – schon allen deshalb, weil das dafür zuständige Personal in der US-Regierung schneller wechselt, als man gucken kann. Ein etwas höherer Risikoaufschlag dürfte im Ölpreis erhalten bleiben. Und in der Tat ist das z.B. für CAD ein positives Signal.

Klar, mit 5,6% vom BIP hat die Öl- und Gaserzeugung Kanadas nicht den dominierenden Stellenwert, den ihr manche Devisenhändler zuordnen wollen, die CAD als “Ölwährung” sehen. Doch hat dieser Anteil in den letzten Jahren deutlich zugenommen (Abbildung). Mit anderen Worten: Die Öl- und Gasproduktion war für die kanadische Volkswirtschaft ein nicht unerheblicher Wachstumstreiber. Bislang argumentieren viele Beobachter, die BoC müsse früher oder später der Fed auf ihrem Zinssenkungs-Pfad folgen. Mit der diesbezüglich zögerlichen Haltung der BoC und mit nachlassenden Fed-Zinssenkungs-Erwartungen ist dieses Camp eh schon eine ganze Weile unter Druck. Ein höherer Ölpreis würde zusätzlichen CAD-positiven Druck erzeugen.

Verlierer sind natürlich die Währungen ölimportierender Volkswirtschaften – insbesondere diejenigen EM-Währungen, die eh aus fundamentaler Sicht Wackelkandidaten sind: TRY und INR. In beiden Fällen ist die Reaktion deshalb sichtbar (und wahrscheinlich wenigstens zum Teil nachhaltig), weil den jeweiligen Zentralbanken nicht zugetraut wird, einen möglichen inflationären Impuls steigender Ölpreise durch geldpolitische Maßnahmen abzufangen. Dazu sind beide Zentralbanken viel zu sehr unter der Fuchtel ihrer Regierungen. Die dürften die Geldpolitik nicht primär als Mittel zur Inflationssteuerung begreifen, sondern für konjunkturelle Zwecke missbrauchen wollen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLU Long EUR/CAD Faktor: 2
CE9MCY Short EUR/CAD Faktor: -2
CU2XMJ Long EUR/NOK Faktor: 10
CE9MCU Short EUR/NOK Faktor: -10
CU2XL1 Long EUR/CHF Faktor: 10
CD91QD Short EUR/CHF Faktor: -10
CU2XME Long EUR/JPY Faktor: 10
CE27Q3 Short EUR/JPY Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

USD/JPY: Noch eine Woche voller Zentralbanken-Entscheidungen. Mit Fed und BoJ stehen zwei Zentralbanken vor Entscheidungen, deren Ausgangssituation unterschiedlicher kaum sein könnte. Der BoJ gehen die Instrumente schneller aus, als ihr neue einfallen können. Mit kurzzeitig fast -0,30% Rendite auf 10-jährige JGBs (momentan angesichts des globalen Ausverkaufs an den Anleihe-Märkten etwas mehr) ist auch ihre “yield curve control” offensichtlich vor die Wand gefahren. Währenddessen kann die Fed sogar noch ihren Leitzins senken – ein Instrument, das in nennenswertem Umfang dieser Generation von BoJ-Zentralbankern nie zur Verfügung stand. Im Vergleich EZB vs. Fed hat der Devisenmarkt in der vergangenen Woche begonnen, diesen grundsätzlichen Unterschied einzupreisen – mit USD-Schwäche. Diese Woche wäre eine gute Gelegenheit, das bei USD-JPY nachzuholen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLB Long USD/JPY Faktor: 10
CV1X5H Short USD/JPY Faktor: -10
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