Rohstoffe

Ölpreis erleidet plötzlichen Schwächeanfall

Energie: Die Ölpreise stiegen gestern zunächst weiter, gerieten dann am Nachmittag ohne erkennbaren Grund unter Druck und fielen von der Spitze um ca. 2 USD. Etwa die Hälfte dieses Rückgangs wurde am Abend wieder wettgemacht, so dass Brent letztlich nur mit einem leichten Minus aus dem Handel ging. Bei WTI blieb das Minus dagegen etwas größer. Der Preisrückgang ist auch deswegen erstaunlich, da zahlreiche europäische Länder gestern Oppositionsführer Guaidó als Interimspräsidenten Venezelas anerkannt haben. Damit dürften sich die Europäer auch den US-Ölsanktionen gegen Venezuela anschließen.
Widersprüchliche Meldungen zur Ölproduktion gibt es derzeit aus Russland. Russlands Energieminister Nowak zufolge lag die Fördermenge im Januar 47 Tsd. Barrel pro Tag unter dem Oktoberniveau. Man sei damit voll im Zeitplan, die zugesagte Kürzung bis Mai vollständig umgesetzt zu haben. Das Ministerium hatte am Wochenende nur einen Rückgang um 35 Tsd. Barrel pro Tag berichtet. Die unterschiedlichen Produktionsniveaus könnten auf die Verwendung unterschiedlicher Umrechnungsfaktoren zurückzuführen sein. Russland weist die Ölproduktion in Tonnen aus. Bei der Umrechnung in Barrel wird ein Faktor verwendet, der die Dichte berücksichtigt. Je nachdem, ob man einen Umrechnungsfaktor für die gesamte Ölproduktion oder verschiedene Umrechnungsfaktoren je nach Ölfeld benutzt, kann die Produktion in Barrel variieren. Dies eröffnet Russland einiges an Spielraum, die eigene Ölproduktion höher oder niedriger auszuweisen. Die Beurteilung der vollzogenen Produktionskürzungen wird dadurch allerdings erschwert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold tritt mit rund 1.315 USD je Feinunze auf der Stelle, nachdem es gestern im Zuge gestiegener Anleiherenditen unter Druck stand. Auch verzeichneten die Gold-ETFs weitere Abflüsse. Da die Nachrichtenlage wegen der Neujahrsfeierlichkeiten in China dünn ist, werfen wir einen Blick in den Rückspiegel. Laut Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten ist die Goldnachfrage in China im letzten Jahr um 5,7% auf 1.151 Tonnen gestiegen. Damit war das Wachstum deutlich geringer als im Jahr zuvor. Der höheren Nachfrage stand ein um fast 6% niedrigeres Angebot gegenüber. China schließt schon seit Jahren die Lücke mit Importen. Hauptlieferanten waren im letzten Jahr Hongkong und die Schweiz. Die vom Produzentenverband berichtete Goldnachfrage liegt fast 200 Tonnen über der Zahl des World Gold Council (WGC). Der WGC berücksichtigt dabei aber nicht die industrielle Goldnachfrage Chinas, die im letzten Jahr stark zulegte. Er erwartet für dieses Jahr eine weitgehend unveränderte chinesische Goldnachfrage von 950-1.000 Tonnen. Für Indien hat der WGC seine Spanne der erwarteten Goldnachfrage mit 750-850 Tonnen unverändert beibehalten. Er sieht die bevorstehenden Wahlen dort als einen Treiber der Goldnachfrage.
Der Platinpreis kommt nicht so recht vom Fleck, obwohl die Platin-ETFs weiter kräftig Zuflüsse verzeichnen. Mittlerweile haben die Zuflüsse seit Jahresbeginn die Abflüsse des gesamten letzten Jahres mehr als ausgeglichen. Die Zuflüsse könnten aber auch ein Zeichen von Überangebot sein.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die Chinesen feiern heute ihr Neujahrsfest, weswegen die Märkte dort weiter geschlossen bleiben. Da sollte man meinen, dass es entsprechend ruhig an den Metallmärkten zugeht. Im Zuge guter US-Konjunkturdaten sind die Metallpreise gestern jedoch fast alle gestiegen. Mit einem Plus von fast 5% stach Nickel hervor. Es stieg in der Spitze auf knapp 13.300 USD je Tonne und war damit so teuer wie zuletzt vor 4½ Monaten. Seit dem Tief Anfang Januar hat sich Nickel um etwa 25% verteuert. Der gestrige Preisanstieg wurde dadurch verstärkt, dass Nickel die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie übersprungen hatte, was wohl zu technischen Anschlusskäufen geführt hat. Der neuerliche starke Preisanstieg dürfte auf Angebotssorgen basieren. Offenbar sind nach wie vor einige Marktteilnehmer der Meinung, dass es im Zuge des Dammbruchs bei einer Eisenerzmine in Brasilien auch zu Produktionsunterbrechungen in Nickelminen kommt. Diese Sorgen teilen wir nicht. In den LME-Lagerhäusern fallen zwar die Nickelvorräte weiter, aber auch dies ist nichts Neues. Zudem dürfte die Nickelproduktion in diesem Jahr stark ausgeweitet werden. Wir halten den Preissprung bei Nickel für nicht gerechtfertigt und sehen Korrekturbedarf.
In Singapur ist der Eisenerzpreis wieder deutlich gestiegen, nachdem ein Gericht in Brasilien die Schließung einer großen Eisenerzmine angeordnet hat, um dort die Sicherheit zu verbessern. Der Minenbetreiber hat gegen die gerichtliche Verfügung Berufung eingelegt. Die Mine hat eine Produktionskapazität von 30 Mio. Tonnen p.a..

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.