Rohstoffe

Ölnachfrage hat Tiefpunkt durchschritten

Energie: IEA erhöht die Ölnachfrage-Schätzung

Der Brentölpreis ist gestern zeitweise um 5% auf 41,6 USD gestiegen, der WTI-Ölpreis auf über 39 USD je Barrel. Angesichts der ersten Schlagzeilen der IEA, die vielleicht erst im Jahr 2023 eine Rückkehr der Weltölnachfrage auf das Niveau von 2019 von 100 Mio. Barrel täglich erwartet, scheint dies eigentlich erstaunlich. Doch lohnt sich wie so oft ein zweiter Blick: Denn in Wirklichkeit hat sie ihre Schätzung für den Ölbedarf in diesem Jahr um 500 Tsd. Barrel täglich angehoben. Im nächsten Jahr dürfte er sogar um den Rekordwert von 5,7 Mio. Barrel pro Tag steigen. Gleichzeitig bestätigt die IEA eine gute Förderdisziplin der OPEC, was ausschlaggebend für den Rückgang der Weltölproduktion in diesem Jahr sein wird, die laut IEA um 7,2 Mio. Barrel täglich im Vorjahresvergleich sinken dürfte. Auch in den USA scheint die Schieferölproduktion noch nicht den Boden gefunden zu haben. So rechnet die US-Energiebehörde EIA mit einem weiteren Rückgang im Juli um fast 100 Tsd. auf 7,63 Mio. Barrel täglich. In einer gestrigen Anhörung vor dem Senat hieß es zudem, dass die EIA keine Erholung der US-Ölproduktion vor März 2021 erwartet. Doch bei der Einschätzung der Förderdisziplin der OPEC ist die EIA wohl weniger optimistisch als die IEA und rechnet deshalb mit einem Rückgang der Weltölproduktion von “lediglich” 6 Mio. Barrel täglich in diesem Jahr. Trotz der Nachfrageerholung und eines wahrscheinlichen Angebotsdefizits schon ab Juli bleibt die Situation am Ölmarkt fragil. Vor allem Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle, nachdem gestern eine Rekordzahl an Neuinfektionen weltweit vermeldet und in Peking teilweise wieder strenge Quarantänemaßnahmen eingeführt wurden, könnten den Preisanstieg gefährden. Auch ist bei den heutigen US-Lagerdaten eine Enttäuschung fast vorprogrammiert. Das API hat gestern Abend einen deutlich stärker als erwarteten Anstieg der Rohöllagerbestände um 3,9 Mio. Barrel vermeldet. Noch besorgniserregender ist der unerwartete Anstieg der Benzinlagerbestände um 4,3 Mio. Barrel.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CXUCallOil Brent FutureHebel: 3,8
SB9B7VPutOil Brent FutureHebel: 4,6
SR8GJVCallOil WTI Light FutureHebel: 3,9
CL7MRVPutOil WTI Light FutureHebel: 4,4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold tritt auf der Stelle, Türkei letzter verbliebener großer Goldkäufer

Gold handelt am Morgen wenig verändert bei knapp 1.730 USD je Feinunze. Die virtuelle Anhörung von Fed-Chairman Powell vor dem Bankenausschuss des US-Senats brachte gestern keine neuen Erkenntnisse. Entsprechend verhalten fiel die Reaktion des Goldpreises aus. Der Rekordanstieg der US-Einzelhandelsumsätze im Mai um fast 18% gegenüber dem Vormonat drückte Gold nur kurzzeitig unter 1.720 USD. Denn Zinserhöhungen hat die Fed bis Ende 2022 faktisch ausgeschlossen. Der nur verhaltene Anstieg der US-Industrieproduktion im Mai um 1,4% gegenüber dem Vormonat zeigte zudem, dass die Erholung der US-Wirtschaft vom Lockdown holprig verläuft.

Die türkische Zentralbank hat ihre Goldreserven im Mai Daten des IWF zufolge um 890 Tsd. auf ein Rekordniveau von 21,28 Mio. Unzen aufgestockt. Dies entspricht Käufen von knapp 28 Tonnen. Die Zentralbank der Türkei hat seit Jahresbeginn bereits 139 Tonnen Gold gekauft und ist damit mit Abstand der größte offizielle Goldkäufer in diesem Jahr. Die russische Zentralbank hatte ihre Goldkäufe im April eingestellt. Die chinesische Zentralbank hat seit letzten Herbst kein Gold mehr gekauft. Laut Daten des World Gold Council summierten sich die gesamten Zentralbankgoldkäufe nach vier Monaten in diesem Jahr auf 139 Tonnen. Davon entfielen 111 Tonnen auf die Türkei und 28 Tonnen auf Russland, das im ersten Quartal noch als Käufer tätig war. Im Gegensatz zu den letzten Jahren konzentrieren sich die Zentralbankkäufe in diesem Jahr somit auf einen großen Käufer. Ob dieser das aktuelle Tempo beibehalten wird, bleibt abzuwarten. Die gesamten Käufe des letzten Jahres von 159 Tonnen hat die Türkei nach fünf Monaten fast schon erreicht. Das rekordhohe Kaufvolumen der beiden Vorjahre, als die Zentralbanken insgesamt jeweils ca. 650 Tonnen Gold kauften, dürfte in diesem Jahr nicht erreicht werden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CJ7RL3LongSilber FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilber FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Starker Aufbau von Aluminiumvorräten

Gestern wählten wir für unsere „TagesInfo Rohstoffe“ den Titel „Alle Boote steigen mit der (Geld-)Flut“. Dies trifft auch auf die Industriemetalle zu, die im Zuge der abermals massiven Liquiditätsausweitung der US-Notenbank Fed und dem geplanten Infrastrukturprogramm der US-Regierung fast alle zulegten. In diesem Zusammenhang ist auch der Aluminiumpreis wieder an die Marke von 1.600 USD je Tonne herangelaufen. Hinter dem Preisanstieg von Aluminium wie auch dem der anderen Metalle steckt unseres Erachtens aber nur der Optimismus der Marktteilnehmer, der mit wenigen Unterbrechungen seit Monaten an den Märkten herrscht. Die Fundamentaldaten unterstützen die Preiserholung unserer Meinung nach jedenfalls nicht. So sind gestern die Aluminiumvorräte in den Lagerhäusern der LME so stark gestiegen wie zuletzt vor über vier Wochen. Sie liegen aktuell mit 1,62 Mio. Tonnen auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. Seit Mitte März wurden die Bestände um 67% bzw. 650 Tsd. Tonnen aufgebaut. Der Großteil des Anstiegs erfolgte dabei in den LME-Lagerhäusern in Malaysia, was auch auf eine Umschichtung von Material aus SHFE- in LME-Lagerhäuser hindeuten könnte. Denn an der SHFE wurden die Bestände im gleichen Zeitraum um rund 300 Tsd. Tonnen abgebaut. Für eine rege Nachfrage nach Aluminium spricht der LME-Lageraufbau jedenfalls nicht. Anfang des Monats hatte einer der weltweit größten Aluminiumproduzenten seine Marktbilanzschätzung aktualisiert. Er sieht nun für 2020 einen Angebotsüberschuss von 3 Mio. Tonnen (zuvor 300 Tsd. Tonnen). Als Grund führt er eine Corona-bedingt schwache Nachfrage an. Der Überschuss könnte demnach auf 2,5 Mio. Tonnen sinken, sollten alle angekündigten Produktionskürzungen umgesetzt werden. Im April seien die Aluminiumabsätze fast vollständig zum Erliegen gekommen, seitdem erholen sie sich wieder. Mit rund 1.600 USD ist Aluminium unseres Erachtens aktuell zu teuer.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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