Rohstoffe

Ölmarkt im Überschwang

Energie: Ölmarkt im Überschwang

Die Ölpreise scheinen aktuell nur eine Richtung zu kennen, nämlich nach oben. Brent legte gestern um weitere 2,5% zu und erreichte in der Spitze 124,4 USD je Barrel. Damit handelt der Preis fast wieder auf dem Anfang vergangener Woche verzeichneten 3-Monatshoch. WTI verteuerte sich ebenfalls um mehr als 2% auf gut 123 USD je Barrel, was bereits einem neuen 3-Monatshoch entspricht. Dagegen trat Gasöl bei rund 1.340 USD je Tonne auf der Stelle, weil sich der Gasöl-Crackspread auf 42 USD je Barrel verringerte. Die Begleitmusik am Ölmarkt ist ausgesprochen bullish. Namhafte Investmentbanken erhöhen ihre Preisprognosen reihenweise deutlich nach oben. Der Chef des Rohstoffhändlers Trafigura sieht den Ölpreis schon bald bei 150 USD je Barrel. Auch der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate stieß ins gleiche Horn, die Ölpreise seien seiner Ansicht nach nicht einmal in der Nähe ihrer Hochs. Daher überrascht es nicht, dass die Marktteilnehmer im Überschwang die Preise immer weiter nach oben treiben. Zumeist stellt dies aber keine gesunde Basis für eine längerfristige Entwicklung dar. Wir würden daher davor warnen, den aktuellen Preisanstieg einfach fortzuschreiben. Dass der Markt derzeit nur einseitig preistreibende Nachrichten zur Kenntnis nimmt, zeigte die Reaktion auf die US-Lagerdaten gestern. Der Anstieg der Rohöllagerbestände um 2 Mio. Barrel wurde ebenso ignoriert wie der Lageraufbau bei den Destillatebeständen um 2,6 Mio. Barrel. Stattdessen richtete sich der Fokus auf den nur leichten Rückgang der Benzinvorräte um 810 Tsd. Barrel und den Lagerabbau der Rohölvorräte in Cushing um 1,6 Mio. Barrel. Auch die Nachricht, dass in Shanghai ein neuer Teil-Lockdown bevorsteht, weil es zu einem erneuten Virusausbruch gekommen ist, wird beflissentlich ignoriert. Dauerhaft wird man am Ölmarkt davor die Augen nicht verschließen können. Die chinesische Zollbehörde hat heute bislang erst Daten für die Rohölimporte in den ersten fünf Monaten berichtet. Diese lagen demnach bei 217 Mio. Tonnen und damit 1,7% niedriger als im Vorjahr. Auf Basis der vorliegenden Daten für die ersten vier Monate würde das 46 Mio. Tonnen bzw. 10,9 Mio. Barrel pro Tag im Mai bedeuten. Das wäre der höchste Wert seit Januar.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SH2HFPShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 3
SH1YFNShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -3
SH0GT7LongGas Oil FutureFaktor: 3
SH0GUQShortGas Oil FutureFaktor: -3
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Energie: EU-Emissionshandel – ein Schritt zurück

Im EU-Parlament wurde gestern überraschend in der finalen Abstimmung das erste Paket zur Reform des EU-ETS abgelehnt und zurück in den Umweltausschuss verwiesen. Weil die Dinge ineinandergreifen, wurde im Zuge dessen auch die Abstimmung über den sozialen Klimafonds und den Grenzausgleichsmechanismus verschoben. Maßgeblich für die Zurückweisung war, dass Grüne, Sozialdemokraten und Linke die zuletzt zurückgeschraubten Ziele bei der Absenkung der Obergrenze im Handel sowie das späte Ausschleichen der freien Zuteilung von Emissionen als zu wenig ambitionierteinstuften. Der nun im Umweltausschuss zu suchende Kompromiss könnte damit zwar wieder etwas schärfer ausfallen. Zudem hält es der Vorsitzende des Umweltausschusses für grundsätzlich möglich, dass dieser schnell gefunden wird. Dennoch zeigte die Abstimmungsmisere, dass der Reformwille in punkto Klimaschutz weniger einmütig ist als vor der massiven Verteuerung der Energie. Die derzeit amtierende französische Ratspräsidentschaft dürfte also auch ihre Mühe haben, wie angestrebt bis Ende des Monats im Ministerrat eine Einigung zum Klimaschutzpaket zu erzielen. Die Preise im EU-Emissionshandel, die bereits zu Beginn der Woche wieder deutlich nachgegeben hatten, reagierten gestern kaum auf die Ereignisse im EU-Parlament. Sie dürften zunächst weiter auf der Stelle treten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SH3P8TLong ICE EUA Future Faktor: 7
SN0M8RShort ICE EUA Future Faktor: -7
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Edelmetalle: Gold vor EZB-Sitzung in Wartestellung

Der Goldpreis ist gestern nur leicht auf 1.855 USD je Feinunze gestiegen, obwohl der US-Dollar schwächer tendierte und die Gold-ETFs erneut leichte Zuflüsse registrierten. Möglicherweise haben die moderat gestiegenen Anleiherenditen gebremst. Heute Morgen fällt der Preis auf 1.850 USD zurück. Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte sich heute auf die EZB-Sitzung und die anschließende Pressekonferenz mit Präsidentin Lagarde richten. Wir gehen davon aus, dass die EZB heute beschließt, die Anleihekäufe zu Beginn des dritten Quartals zu beenden. Außerdem dürfte sie recht deutlich signalisieren, dass sie die Zinsen auf ihrer nächsten Sitzung im Juli anheben wird und der Einlagensatz Ende September nicht mehr negativ sein wird. Das heißt, im September würde gleich die nächste Zinserhöhung erfolgen. Zahlreiche EZB-Ratsmitglieder wie auch Präsidentin Lagarde selbst hatten dies zuletzt angedeutet. Ob es Aussagen zu den längerfristigen Zinsperspektiven gibt, ist unserer Meinung nach fraglich, da im EZB-Rat darüber noch Uneinigkeit herrscht. Die zu erwartenden falkenhaften Aussagen von Lagarde dürften weitgehend eingepreist sein, so dass wir unter normalen Umständen keine große Bewegung des Goldpreises heute Nachmittag erwarten. Laut einer vom World Gold Council (WGC) durchgeführten Umfrage, an der knapp 60 Zentralbanken teilgenommen haben, will rund ein Viertel der Zentralbanken in den nächsten zwölf Monaten ihre Goldreserven aufstocken. Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer erwartet zudem, dass der Goldanteil an den Währungsreserven in den nächsten Jahren steigen wird. Als Gründe wurden laut WGC unter anderem zunehmende Sorgen über eine mögliche globale Finanzkrise und wirtschaftliche Risiken in den Ländern der Reservewährungen genannt. Auch die geopolitischen Unsicherheiten spielen in den Überlegungen demnach eine Rolle. Laut WGC wird Gold bei den Zentralbanken in seinen Eigenschaften als sicherer Hafen und wertstabile Anlage geschätzt. Zudem bestünde die Erwartung, dass sich Gold in Krisenzeiten besser hält. Zuletzt hatten die Zentralbanken allerdings deutlich weniger Gold gekauft.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T69LongGold FutureFaktor: 7
SF5DDAShortGold FutureFaktor: -7
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Industriemetalle: Überraschend gute chinesische Handelszahlen lassen Metallpreise kalt

Die Industrierohstoffe, zu denen auch die Industriemetalle zählen, waren gestern fest. Die Metallpreise haben nur mit Ausnahme von Nickel angezogen. Dies geschah offenbar vor dem Hintergrund der Erwartung einer anziehenden Nachfrage in China nach der Lockerung bzw. der Aufhebung der Corona-Maßnahmen. Auch der schwächere US-Dollar hat wohl unterstützt. Die Metallpreise bauen ihre Gewinne heute Morgen aber nicht aus, sondern geben teilweise sogar nach, obwohl China gute Handelszahlen für Mai berichtet hat. Gemäß Daten der Zollbehörde fiel der Handelsbilanzüberschuss deutlich höher aus als erwartet, da die Exporte kräftig angezogen haben. Gegenüber Vorjahr wurde hier ein Wachstum von 16,9% verzeichnet. Die chinesischen Behörden hatten schon gegen Ende Mai einige Restriktionen gelockert, wodurch offenbar die Logistikketten wieder besser funktioniert haben und auch mehr produziert wurde. Zugleich deutet das Exportwachstum unseres Erachtens auf eine robuste Nachfrage nach chinesischen Gütern im Ausland hin. Auch die Importe Chinas sind im Mai mit +4,1% gegenüber Vorjahr stärker gestiegen als erwartet. Details zu den Rohstoffimporten und -exporten im Mai gab es heute Morgen noch keine.

Der Zinnpreis hat sich gestern von den anderen Metallpreisen abgehoben und ist um knapp 3% auf gut 37.000 USD je Tonne gestiegen. Dies geschah möglicherweise vor dem Hintergrund geringerer Zinnexporte Indonesiens, die das Handelsministerium gestern berichtete. Demnach hat Indonesien im Mai knapp 5.300 Tonnen Zinn ausgeführt, rund 43% weniger als im Vormonat. Im April wurde allerdings eine ungewöhnlich große Menge Zinn exportiert und die Mai-Ausfuhren lagen nur leicht unter dem Vorjahresniveau. In den ersten fünf Monaten des Jahres hat Indonesien bereits deutlich mehr Zinn als im entsprechenden Vorjahreszeitraum exportiert. Der Zinnpreis gibt heute Morgen einen Teil seiner Gewinne wieder ab und fällt um 1,6%.

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