Rohstoffe

Öl: OPEC revidiert Nachfrageprognose erneut nach unten

Thema der Woche: Erleichterung an den Industriemetallmärkten nach LME-Entscheidung? Rückblick: OPEC revidiert Nachfrageprognose erneut nach unten, IEA warnt dagegen vor Angebotsspannungen angesichts niedriger Lagerbestände, Goldpreiserholung gerät ins Stocken, kurzfristige Edelmetallanleger optimistischer gestimmt, Industriemetallmärkte trotz schwacher chinesischer Daten im Plus dank Hilfsmaßnahmen seitens Peking, Nickelpreis ist anfällig für starke Preisschwankungen.

Thema der Woche: Erleichterung an den Industriemetallmärkten nach LME-Entscheidung?

Die Nachricht, dass sich die Londoner Metallbörse LME vorerst gegen ein Handelsverbot von russischen Metallen entschieden hat, hat die jüngste Rallye an den Industriemetallmärkten zu Beginn der Woche etwas gedämpft. Insbesondere am Nickel- und Aluminiummarkt sollte dies zu Entspannung führen, da Russland hier mit einem Anteil von jeweils 15% und 6% an der globalen Produktion als wichtiger Lieferant für die Weltmärkte gilt.

Mit ihrer Entscheidung bleibt die LME ihrer Linie treu, sich an der offiziellen Sanktionspolitik von Großbritannien zu orientieren. Und diese sieht bislang kein Handelsverbot von Industriemetallen aus Russland vor. Vollkommen vom Tisch ist das Risiko eines Embargos allerdings noch nicht. Erst im vergangenen Monat wurde bekannt, dass die USA Sanktionen gegen russisches Aluminium in Erwägung ziehen. Drei Optionen stehen dabei im Raum: 1.) Ein völliges Handelsverbot, 2.) eine Anhebung der Importzölle auf ein Niveau, welches de facto einem Importverbot gleichen würde und 3.) die Verhängung von Sanktionen gegen den Top-Aluminiumproduzenten Russlands. Sollten sich die USA bei einer neuerlichen Eskalation des Ukraine-Konflikts für eine der Optionen entscheiden, ist nicht auszuschließen, dass Großbritannien ähnliche Maßnahmen ergreift, was die LME letztlich doch noch dazu zwingen würde, die Annahme russischen Aluminiums in ihren Lagerhäusern auch außerhalb von UK auszusetzen.

Nicht zuletzt dürfte auch der Druck aus der Metallindustrie in den USA und Europa hoch bleiben. Große Industriemetallproduzenten hatten in den letzten Wochen lautstark Sanktionen gegen russisches Metall gefordert. So wurde beispielsweise kritisiert, dass der durch Russland ausgelöste Anstieg der Energiepreise zu zahlreichen Schließungen von Schmelzen in Europa geführt habe. Laut dem europäischen Aluminiumverband dürfte sich die Produktion im Jahr 2022 folglich um 30% gegenüber Vorjahr verringern. Von der hieraus resultierenden Produktionslücke würden wiederum russische Produzenten profitieren. Umgekehrt hatten die großen Konsumenten die Befürchtung geäußert, dass eine Sanktion von russischem Material zu noch höheren Preisen am Aluminiummarkt führen könnten.

Vor der Entscheidung der LME haben einige Unternehmen gewarnt, dass sich die LME-Lager mit freiwillig boykottierten russischen Metall füllen könnten und hierdurch die Preise an der Börse verzerrt würden. Laut der LME ist dies bislang nicht zu beobachten. Zwar sei nicht auszuschließen, dass die Bestände russischen Ursprungs in der kommenden Zeit steigen, nicht zuletzt aufgrund eines schwächeren globalen Wirtschaftswachstums. Generell äußerte sich die LME jedoch zuversichtlich, dass russisches Metall weiterhin genügend Abnehmer finden werde. Um Ängsten diesbezüglich dennoch entgegenzutreten, kündigte sie an, den Ursprung ihrer Lagerbestände ab kommendem Jahr zu veröffentlichen.

Auch wenn die Nachricht der LME grundsätzlich Erleichterung auf der Angebotsseite bringt, so zeigt die Tatsache, dass sowohl der LME-Aluminium- als auch der Nickelpreis seine Gewinne der letzten Woche verteidigen konnte, dass China der dominierende Treiber der Märkte bleibt (Nickel erhielt gestern weitere Unterstützung von mutmaßlichen Angebotsausfällen in Indonesien (siehe unten)). Auf der Nachfrageseite werden die Preise nach den jüngsten marginalen Covid-Lockerungen seitens Pekings von der Aussicht auf ein signifikanteres Abrücken von der Null-Covid-Strategie gestützt. Wir bleiben allerdings skeptisch, dass weitgehendere Lockerungen vor dem Nationalen Volkskongress im März nächsten Jahres beschlossen werden. Ein spürbares Anziehen der Nachfrage – China macht schätzungsweise rund 60% der weltweiten Nickel- und Aluminiumnachfrage aus – erscheint auf kurze Sicht daher unwahrscheinlich.

Vor diesem Hintergrund dürfte vor allem der Aluminiummarkt zumindest vorerst weiterhin gut versorgt sein. Denn zuletzt hatte China die rückläufige Produktion in Europa und in den USA kompensieren können (siehe Grafik). Fraglich ist jedoch, inwieweit die Produktion im Reich der Mitte noch weiter gesteigert werden kann. Für Oktober hat Chinas Aluminiumproduktion zwar wieder ein Plus zum Vormonat von rund 1% verbuchen können, blieb jedoch hinter dem Rekordniveau, welches im August erreicht wurde, zurück. Bei einer deutlichen Konjunkturerholung, die die Aluminiumnachfrage in China anschiebt, könnte die Versorgung außerhalb des Landes schwieriger werden, sollte das Produktionspotenzial in China ausgeschöpft sein. In einem solchen Fall wäre mit einem deutlichen Anziehen der Preise zu rechnen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie

  • Die OPEC hat ihre Nachfrageprognose ein weiteres Mal um etwa 100 Tsd. Barrel pro Tag für dieses sowie nächstes Jahr nach unten revidiert und neben Sorgen vor einer globalen Rezession auf die strikte Null-Covid-Politik Chinas verwiesen. Dies dürfte sie als weitere Rechtfertigung für ihre im vergangenen Monat beschlossene Produktionskürzung heranziehen, welche für einen ausgeglicheneren Markt sorgen werde, nachdem der Ölmarkt ihren Schätzungen zufolge im zweiten und dritten Quartal ein Angebotsüberschuss in Höhe von 200 Tsd. sowie 1,1 Mio. Barrel pro Tag verbucht hatte. Der Energieminister Saudi Arabiens betonte Ende letzter Woche zudem, dass das Land angesichts der hohen Unsicherheit rund um die Weltwirtschaft weiterhin Vorsicht walten lassen werde im Hinblick auf ihre Produktionspolitik, womit eine schnelle Wende bei der OPEC-Strategie trotz der heftigen Kritik seitens der USA unwahrscheinlich erscheint. Die Ölpreise dürften somit weiterhin gut unterstützt bleiben.
  • Der neue Monatsbericht der Internationalen Energieagentur scheint das Ruder am Ölmarkt kurzzeitig nicht rumreißen zu können. Zwar hebt die IEA ihre Prognose für die Ölnachfrage im laufenden Jahr nochmal an und korrigiert ihre Erwartungen für das Wachstum im nächsten Jahr nur leicht nach unten. Darüber hinaus verweist sie auf die extrem niedrigen Lagerbestände in den OECD-Ländern (industrielle und strategische Reserven zusammen): Die seien im September erstmals seit 2004 unter 4 Mrd. Barrel gefallen. Immerhin haben sich aber die industriellen Vorräte zuletzt stabilisiert und den Abstand zur üblichen Füllmenge verkürzt. Zudem hat sie die Aussichten für die Produktion außerhalb der OPEC+ für 2023 bestätigt. Die soll um 1,8 Mio. Barrel pro Tag zulegen und die USA soll mit einem Produktionsplus von 1 Mio. Barrel pro Tag maßgeblich dazu beitragen. Damit ist die IEA optimistischer als die US-Energiebörde.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD0UN7LongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310QShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 5
SH3QBCShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -5
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Edelmetalle

  • Die Erholung des Goldpreises geriet gestern ins Stocken, nachdem falkenhafte Äußerungen aus den Reihen des FOMC den US-Renditen sowie dem Dollar etwas unter die Arme gegriffen hatten. So warnte Fed-Gouverneur Christopher Waller, dass die Notenbank angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken keine Pause bei ihren Zinserhöhungen einlegen werde. Damit signalisierte er, dass der jüngst stärkere Rückgang der Inflation noch kein Grund für eine Neuausrichtung der Geldpolitik wäre. Zwar spricht die Tatsache, dass die Teuerung ihren Höhepunkt wohl überschritten hat, dafür, dass die Zinsen in weniger starken Schritten erhöht werden. Jedoch wies Waller nochmal darauf hin, dass der Leitzins auf hohem Niveau bleiben werde, bis der Preisauftrieb in Richtung des Fed-Ziels zurückgefallen ist.
  • Die jüngsten CFTC-Daten bestätigen, dass per 8. November die kurzfristigen Anleger zur Erholung der Edelmetallpreise – ausgenommen Palladium – beigetragen haben. Am Goldmarkt haben sie ihre Long-Positionen ausgebaut, aber vor allem auch die Short-Positionen (um 15 Tsd. Kontrakte) abgebaut, so dass die Netto-Short-Positionen per saldo um 25 Tsd. Kontrakte gefallen sind. Noch immer blieben die Anleger Stand letzten Dienstag aber auf der Netto-Short-Seite, was sich mit der jüngsten Preiserholung wohl aber inzwischen geändert haben dürfte. Am Silbermarkt ist man inzwischen wieder knapp mehrheitlich optimistisch – hier schwanken die Positionierung in den letzten Wochen um die Nulllinie. Am Platinmarkt ist man sogar deutlich auf der optimistischen Seite, nachdem man im Sommer fast durchweg auf der Netto-Short Seite war. Das spiegelt auch der Platinpreis wider, der inzwischen mit 1030 USD je Feinunze 200 USD höher notiert als im Zwei-Jahrestief Anfang September.
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WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDULongGold FutureFaktor: 5
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Industriemetalle

  • An den Industriemetallmärkten wirkten zu Beginn der Woche die Nachrichten aus China nach. Neben den Änderungen einiger Corona-bezogener Maßnahmen wurden die Preise insbesondere durch die Ankündigung weiterer Hilfsmaßnahmen für den kriselnden Immobiliensektor gestützt. So gaben am Freitag die chinesische Zentralbank PBoC und der Banken- und Versicherungsregulierer CBIRC einen neuen 16-Punkte-Plan bekannt, um die Finanzierungssituation zu verbessern. Dieser stellt die erste weitreichendere Maßnahme zur Unterstützung des Immobiliensektors dar. Der LMEX-Index konnte entsprechend seine Gewinne weiter ausbauen und notiert mittlerweile seit Anfang des Monats rund 13% im Plus.
  • Der an der LME gehandelte Nickelpreis machte gestern einen deutlichen Satz nach oben, nachdem die Nachricht einer Explosion in einer Nickelfabrik in Indonesien die Runde machte. Das betroffene Unternehmen dementierte die Nachricht jedoch zügig, so dass sich die Lage am Nickelmarkt schnell wieder beruhigte. Die starke Reaktion ist allerdings ein Zeichen für eine niedrige Marktliquidität, die den Nickelpreis anfällig für stärkere Preisschwankungen macht.
  • Gegenwind für die Industriemetallmärkte gab es heute früh von den Aktivitätsdaten aus China für den Monat Oktober. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze fielen schwächer aus als erwartet. Während die Aluminiumproduktion zwar einen Zuwachs zum Vormonat verbuchen konnte, fiel die Stahlproduktion im Vergleich zum September mit fast 10% deutlich. Dies dürfte als Zeichen des schwächelnden Immobiliensektors zu deuten sein. Allerdings sollte das jüngst beschlossene Hilfspaket der Regierung (siehe oben) einen stärkeren Preisrückgang etwa bei Eisenerz verhindern.
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SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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