Rohstoffe

Öl: Nicht zu früh freuen

Thema der Woche: Weiterhin hohe Crack-Spreads am Dieselmarkt // Rückblick: Ölpreis im Aufwind, aber schneller Stimmungsumschwung nicht auszuschließen; europäischer Gaspreis gibt nach – dank steigender Vorräte und der Aussicht auf politische Maßnahmen; Goldpreis mit begrenztem Erholungspotenzial; neue Aluminiumproduktionsausfälle drohen in China; Streik in weltgrößter Kupfermine vorerst abgewendet.

Thema der Woche: Weiterhin hohe Crack-Spreads am Dieselmarkt…

Der kräftige Rutsch der Rohölpreise seit Mitte Juni hat an den Produktmärkten unterschiedlich starke Spuren hinterlassen: Am Dieselmarkt war der Preis anfangs überproportional mitgefallen, er hat sich dann aber ab August wieder deutlich stärker erholt: Mit knapp 1.100 USD je Tonne notiert er nur noch knapp 20% unter dem Hoch im Juni, während Brentöl fast 25% günstiger ist. Noch eklatanter ist die Diskrepanz der Entwicklung seit Jahresbeginn: Ein Barrel Brentöl ist mit aktuell 95 USD gut 20% teurer als zu Jahresbeginn, Diesel dagegen rund 60%. Der Dieselmarkt profitiert von einer starken Nachfrage bei zugleich knappem Angebot. Einen zusätzlichen Nachfrageschub stellte die IEA in ihrem letzten Monatsbericht vor allem in Europa fest. Die hohen Gaspreise begünstigen einen Brennstoffwechsel von Gas zu Öl: Die Nachfrage nach Gasöl solle allein in Europa in den nächsten sechs Quartalen 140 Tsd. Barrel pro Tag höher sein als ursprünglich gedacht, weil vor allem industrielle Verbraucher wechseln würden.

Gleichzeitig ist das Angebot knapp: Die kommerziellen Vorräte in den Industrieländern lagen im Juni deutlich unter dem 5-Jahresdurchschnitt (Grafik). Auch am aktuellen Rand zeigt sich keine Entspannung: In den USA waren die Vorräte an Mitteldestillaten im August so niedrig wie zuletzt vor zwanzig Jahren; in der letzten Woche lagen sie rund 23% tiefer als üblich; in der Region Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen sind die Vorräte an Gasöl zwar in der zweiten Augusthälfte spürbar gestiegen, aber das dürfte eher auf den Rückstau infolge des Niedrigwassers im Rhein zurückzuführen sein. Im September sind die Vorräte schon wieder gefallen und liegen aktuell rund 38% unter dem 5-Jahresdurchschnitt.

Das knappe Angebot in den Industrieländern dürfte zum einen den (freiwilligen) Sanktionen gegen Russland geschuldet sein, zum anderen ist es die Folge von Raffinerieschließungen: Erstmals seit 30 Jahren sind 2021 laut Internationaler Energieagentur die globalen Raffineriekapazitäten gesunken und zwar um fast 1 Mio. Barrel pro Tag, vor allem in den USA. Für das laufende und nächstes Jahr sind die Energieagenturen zwar bezüglich der Raffineriekapazitäten optimistischer: Die US-Energiebehörde erwartet für 2022 neue Kapazitäten in Höhe von 2,3 Mio. Barrel pro Tag; 2023 könnten es weitere 2,1 Mio. Barrel pro Tag werden. Kurzfristig wird sich die Lage am Dieselmarkt aber wohl nicht entspannen. Denn zum einen nähert sich auf der Nordhalbkugel das Winterhalbjahr, zum anderen greifen um den Jahreswechsel die Sanktionen gegen Russland. Nur ein heftiger Konjunktureinbruch würde den Crack-Spread am Dieselmarkt wohl deutlich schrumpfen lassen.

…. begünstigen niedrige Spreads am Benzinmarkt

Im Gegenzug sind die Crack-Spreads am Benzinmarkt zuletzt massiv gesunken. Nicht nur, dass die Raffineriebetreiber am Dieselmarkt gut verdienen. Den Rückgang dürfte auch der eher verhaltene Ausklang der Sommerfahrsaison begünstigt haben. Die US-Benzinnachfrage war in den letzten drei Wochen deutlich hinter das Vorjahr zurückgefallen. Der Unterhang der US-Benzinvorräte verglichen mit dem 5-Jahresdurchschnitt hat sich spürbar verringert. Die US-Energiebehörde geht davon aus, dass sich das Problem der niedrigen Vorräte, das vor allem an der Ostküste festzustellen war, im vierten Quartal entspannen sollte.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Energie

  • Am Ölmarkt erholen sich die Preise weiter: Aktuell kostet Brentöl mit fast 95 USD wieder 7 USD mehr als im Tief Mitte letzter Woche. Auftrieb gibt die allgemein wieder bessere Stimmung an den Finanzmärkten bzw. der schwächere US-Dollar. Hinzu kommt, dass sich neben Frankreich, Großbritannien und Deutschland auch US-Außenminister Blinken bezüglich einer baldigen Wiederaufnahme des Atomabkommens mit dem Iran skeptisch gezeigt hat. Preisstützend sind aber auch enttäuschende Exportzahlen hier und da: Nigerias Ölexporte sind im August laut Petro-Logistics unter 1 Mio. Barrel pro Tag gefallen, ein neues Rekordtief. Damit hätten sich Nigerias Exporte binnen drei Jahren halbiert. Auch die Ölexporte aus Kasachstan sollen im nächsten Monat deutlich auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren zurückfallen. Das deuten von Bloomberg ausgewertete Verladezahlen an, die für Oktober unter 1 Mio. Barrel pro Tag liegen. Wir sind skeptisch, dass sich die Tendenzen am Markt tatsächlich schon wieder nachhaltig nach oben gedreht haben. Sollte die IEA am Mittwoch trotz der jüngsten Entwicklung eine deutliche Überversorgung am Ölmarkt in Aussicht stellten, könnte die Stimmung schnell wieder kippen: Der Markt würde dann wohl testen, ob die OPEC+ tatsächlich gewillt ist, höhere Ölpreise durch Produktionskürzungen zu verteidigen.
  • Am europäischne Gasmarkt sind die Preise weiter auf dem Rückzug: Inzwischen notiert der nächstfällige Benchmark-Kontrakt am Knotenpunkt TTF wieder spürbar unter 200 EUR je MWh. Das dürfte zum einen den weiterhin steigenden Vorräten geschuldet sein: Die Speicher in Europa sind inzwischen zu 84% gefüllt; das entspricht dem üblichen Niveau zu dieser Jahreszeit. Zum anderen sucht man auf politischer Ebene weiter nach Möglichkeiten die hohen Energiekosten zu begrenzen. Nach dem Sondergipfel der EU-Energieminister am Freitag will nun EU-Kommissionspräsidenten von der Leyen diese Woche konkrete Vorschläge vorstellen. Die Deckelung der Gasimportpreise ist dabei wohl erstmal verschoben, aber angedacht sind wohl u.a. verpflichtende Stromeinsparziele für die Spitzenlast. Gerade in diesen Zeiten kommen momentan die teuren Gaskraftwerke zum Einsatz. Aber auch wenn die Gaspreise zuletzt deutlich nachgegeben haben, Anlass für Entwarnung gibt es nicht.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD2S7ULongOil Brent FutureFaktor: 5
SH310NShortOil Brent FutureFaktor: -5
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Edelmetalle

  • Der Goldpreis kann sich zu Beginn der Woche weiter von seinem jüngsten Rutsch unter die 1700 USD-Marke erholen. Neben einem schwächeren US-Dollar dürfte die allgemeine Erwartung helfen, dass sich die US-Inflation den zweiten Monat in Folge abgeschwächt hat und der Hochpunkt der Teuerungsanstiege somit endgültig hinter uns liegt (August-Daten werden heute veröffentlicht). Dies könnte wiederum die US-Notenbank Fed von aggressiveren Zinserhöhungen abhalten – so wohl die Hoffnung des Marktes. Das Erholungspotenzial des Goldpreises dürfte jedoch begrenzt bleiben, da die Inflation selbst mit dem erwarteten Rückgang auf 8,1% hoch bleiben würde, womit das Risiko fortbesteht, dass sich die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung lösen und sich der Preisauftrieb verfestigt. Damit dürfte auch das Risiko stärkerer Zinserhöhungen nicht so schnell verschwinden.
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SF5DDULongGold FutureFaktor: 5
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Industriemetalle

  • Neuerliche Angebotssorgen dürften den Aluminiumpreis (LME 3-Monats-Kontrakt), der vergangene Woche auf ein neues Jahrestief bei knapp über 2200 USD je Tonne gefallen war, stützen. So wurden die Aluminiumhütten in der chinesischen Region Yunnan dazu aufgefordert, ihren Elektrizitätsverbrauch diese Woche um 10% zu reduzieren, da niedrige Wasserstände die Stromproduktion beeinträchtigen. Presseberichten zufolge, ist zu befürchten, dass die Produktionsanlagen bereits diesen Monat ihren Betrieb um 20-30% reduzieren müssen. Dies dürfte Ängste schüren, dass ähnlich wie in der Region Sichuan im vergangenen Monat, die Produktion gänzlich eingestellt werden könnte, sofern die Hitze und Trockenheit anhält. Yunnan ist ein wichtiger Standort für die Aluminiumproduktion. Etwa ein Achtel der gesamten Produktion des Landes soll auf die Region entfallen. Nichtsdestoweniger dürfte der Aluminiummarkt selbst bei einem temporären Produktionausfall in Yunnan weiterhin gut versorgt bleiben. Denn trotz der wetterbedingten Stromsparmaßnahmen vergangenen Monat soll die Aluminiumproduktion laut dem Research-Institut SMM im August mit 3,5 Millionen Tonnen robust geblieben und somit nur leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat gewesen sein.
  • Laut SMM konnte die Kupferproduktion in China im August um 2% gegenüber dem Vormonat auf 856,5 Tsd. Tonnen gesteigert werden. Damit fiel sie jedoch niedriger aus als erwartet (892 Tsd. Tonnen). Grund dürften auch hier die Produktionseinschränkungen aufgrund der Hitzewelle gewesen sein. Die Nachricht, dass ein Streik in der weltgrößten Kupfermine in Chile diese Woche abgewendet werden konnte, dürfte dagegen kurzfristig für Erleichterung gesorgt haben. Die Gewerkschaft hat Gesprächen mit chilenischen Behörden als Vermittler zugesagt; eine Einigung mit der Konzernleitung bleibt jedoch noch aus, sodass das Risiko eines Streiks noch nicht vollkommen vom Tisch ist.
  • Anzeichen, dass die Regierung in Peking gedenkt, dem Immobiliensektor zunehmend unter die Arme zu greifen, haben den Eisenerzpreis (auf Basis des an der SGX gehandelten Terminkontrakts) seit Beginn des Monats deutlich steigen lassen. Zuletzt kündigte ein in Schieflage geratenes großes chinesisches Bauunternehmen an, den Großteil seiner auf Eis gelegten Projekte wieder aufnehmen zu wollen. Darüberhinaus haben weitere Städte Hilfen für den Immobilienmarkt angekündigt, darunter Subventionen sowie eine Lockerung der Anforderung für Hauskäufe als auch Kredithilfen. Noch dürfte dies jedoch noch nicht ausreichen, um die Sorgen bezüglich einer Immobilienkrise vollkommen zu zerstreuen. Hierfür dürften weitreichendere Maßnahmen nötig sein.
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SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
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