Rohstoffe

Nur verhaltene Reaktion auf gute China-Daten

Energie: Das sich verknappende Ölangebot lässt die Ölpreise weiter steigen. Der Brentölpreis verzeichnete in der Nacht ein neues 5-Monatshoch von mehr als 72 USD je Barrel. WTI kostet 64,5 USD, liegt damit aber noch etwas unter dem Hoch von letzter Woche. Auslöser für den neuerlichen Preissprung war ein unerwarteter Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 3,1 Mio. Barrel in der letzten Woche, den das API gestern nach Handelsschluss berichtete hatte. Das US-Energieministerium veröffentlicht die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Sollte diese ähnlich ausfallen, dürften die Preise weiter zulegen. Die in der Nacht veröffentlichten robusten chinesischen Konjunkturdaten (siehe Industriemetalle auf Seite 2) geben zusätzlich Rückenwind, da sie auf eine weiterhin robuste Ölnachfrage in China hindeuten. Ähnlich lassen sich auch die Zahlen zur chinesischen Rohölverarbeitung interpretieren, die das Nationale Statistikbüro ebenfalls heute Nacht bekannt gab. Diese lag im März bei 12,5 Mio. Barrel pro Tag. Das war zwar etwas weniger als die rekordhohen Werte im Januar und Februar. Die im März deutlich gesunkenen Rohölimporte hatten aber eine geringere Rohölverarbeitung erwarten lassen. Das Niveau im März war noch immer außerordentlich hoch. Gegenüber dem Vorjahr beläuft sich das Plus auf 3%. Im ersten Quartal verarbeiteten die chinesischen Raffinerien eine rekordhohe Menge von 12,6 Mio. Barrel pro Tag zu Ölprodukten. Dies lässt sich allerdings nicht alles der heimischen Nachfrage zuschlagen. Denn ein Teil davon wird in Form von Benzin und Diesel re-exportiert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold ist gestern bis auf 1.273 USD je Feinunze abgerutscht, erholt sich heute Morgen aber immerhin wieder auf 1.280 USD. Mit dem Rutsch von gestern hat Gold sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn abgegeben. Wir führen den Preisrückgang gestern auf technische Verkäufe zurück, nachdem die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie nach unten durchbrochen wurde. Daneben gab es gestern weitere ETF-Abflüsse. Angesichts der sehr lockeren Geldpolitik vieler westlicher Zentralbanken – die EZB denkt angeblich sogar über eine Preisniveausteuerung nach – ist der schwache Goldpreis für uns nicht nachvollziehbar. Im aktuellen Marktumfeld, das von einer extremen Entspanntheit der Marktteilnehmer und von höherem Risikoappetit gekennzeichnet ist, sehen wir kurzfristig jedoch weiteres Abwärtsrisiko für den Goldpreis. Die anderen Edelmetalle hielten sich gestern zunächst besser als Gold, kamen später mit Ausnahme von Silber aber ebenfalls unter Druck.
Wer gedacht hatte, die EU-Autoneuzulassungen haben im Februar einen Boden gefunden, der sieht sich durch die heutigen Zahlen des Verbands der europäischen Automobilproduzenten getäuscht. Demnach wurden im März in der EU 1,79 Mio. Autos neu zugelassen, ein Minus von 3,9% gegenüber Vorjahr. Der Rückgang hat sich damit wieder beschleunigt. In allen wichtigen EU-Märkten wurden Rückgänge gemessen. Platin und Palladium reagieren auf die Daten heute Morgen nicht. Platin kostet 885 USD je Feinunze, Palladium 1.360 USD.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CU0E6Y Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Die heute Morgen veröffentlichten Konjunkturdaten aus China lagen fast alle über den Erwartungen bzw. trafen diese. Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal wie schon im Vorquartal um 6,4% gegenüber Vorjahr gewachsen. Im März zeigte sich vor allem die Industrieproduktion mit einem Plus von 8,5% stark. Die Anlageinvestitionen zogen ebenfalls wieder etwas an. Die chinesische Wirtschaft hat also gegen Ende des ersten Quartals wieder an Schwung gewonnen, was auf die Stimulierungsmaßnahmen der Regierung und der Zentralbank zurückzuführen sein dürfte. An den Rohstoffmärkten herrscht trotz der guten Zahlen heute Morgen keine Euphorie. Die Metallpreise legen nur leicht zu. Einige Marktteilnehmer gehen offenbar davon aus, dass nach den guten Zahlen vorerst keine zusätzlichen Stimulierungsmaßnahmen mehr ergriffen werden. Wie das Nationale Statistikbüro heute ebenfalls berichtete, wurden in China im März und im ersten Quartal deutlich mehr Stahl und Aluminium produziert. Mit 231 Mio. Tonnen (+10% gegenüber Vorjahr) bzw. 8,6 Mio. Tonnen (+4%) lag die Produktion in den ersten drei Monaten des Jahres jeweils auf Rekordniveau. In beiden Fällen haben sich die Margen verbessert, entweder durch höhere Preise (Stahl) oder durch niedrigere Rohmaterialkosten (Aluminium). Zudem wurden neue Produktionskapazitäten in Betrieb genommen. Da in China zu viel Stahl und Aluminium produziert werden, exportiert das Land große Mengen. Dies wiederum drückt auf die Preise in anderen Regionen

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