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Der TecDAX gewinnt an Bedeutung

Technische (Zu-)Käufe bei MorphoSys und Siemens Healthineers

Der TecDAX hat im technischen Hausse-Zyklus seit März 2009 den DAX, aber auch den MDAX und SDAX deutlich geschlagen. Aufgrund der im September 2018 anstehenden Index-Reform der Deutschen Börse AG sollte die Bedeutung des TecDAX weiter zunehmen, da die aktuellen Technologie-Unternehmen aus dem DAX dann auch in den TecDAX mit aufgenommen werden. Der TecDAX sollte aufgrund der intakten technischen Hausse im weiteren Jahresverlauf 2018 sowohl seine relative Stärke im Index-Vergleich als auch seine Klettertour fortsetzen. Neben Wirecard, die eine gute Chance hat, noch in diesem Jahr in den DAX aufgenommen zu werden, fallen aus technischer Sicht z.B. MorphoSys und Carl Zeiss Meditec mit ihren Aufwärtstrends positiv auf. Auch Siemens Healthineers, die jetzt in den TecDAX kommt, stellt einen technischen (Zu-)Kauf dar. Demgegenüber sollte die defensive technische Haltung bei Dialog Semiconductor und Telefonica Deutschland nicht gelockert werden.

TecDAX: Ein Gewinner der Index-Reform 2018

Der TecDAX umfasst bisher die nach Free Float größten deutschen Technologie-Aktien unterhalb des DAX. Der Index mit seinen 30 Titeln hatte beim Start im März 2003 einen Anteil von 2,2 Prozent der Free-Float-Marktkapitalisierung aller Werte im Prime Segment der Deutschen Börse AG. Aktuell beträgt dieser Anteil ungefähr 5,4 Prozent  (bereits mit Siemens Healthineers gerechnet). Durch die anstehende Index-Reform wird der TecDAX, der weiterhin 30 Titel umfassen wird, für die Technologie-Aktien aus dem DAX geöffnet. Diese Werte werden dann aufgrund der vorhandenen Kappungsgrenze jeweils bei den Quartalsanpassungen einen TecDAX-Anteil von 10,0 Prozent erhalten. Darüber hinaus werden aber auch TecDAX-Werte – in Abhängigkeit von ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung und ihrem Handelsvolumen an der Börse – mit in den neuen MDAX 60 (bisher hatte der MDAX 50 Aktien) und den SDAX 70 (SDAX hat zurzeit ebenfalls 50 Titel) aufgenommen. Der neue TecDAX 30 wird – wieder nach Free-Float-Marktkapitalisierung – einen Anteil von ca. 18,0 Prozent am Prime Segment aufweisen. Diese deutlich gestiegene Bedeutung und die in Summe bessere Handelbarkeit sollten mittelfristig mehr Investments von Marktteilnehmern sowohl auf Einzelwertebene als auch bei passiven Index-Strategien im TecDAX bewirken. Durch diese Index-Reform wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis des TecDAX sinken, da die aktuelle Bewertung der DAX-Technologiewerte geringer ist als die aktuelle Bewertung des TecDAX. Demgegenüber sollte die (Brutto-)Jahresdividenden-rendite des TecDAX steigen.

Die Technologie-Aktien aus dem alten TecDAX werden durch die parallele Aufnahme in den neuen MDAX 60 oder neuen SDAX 70 neue Investoren hinzugewinnen, ohne dass die Investorenbasis mit Bezug zum alten TecDAX 30 verloren geht. Viele dieser Aspekte werden für zusätzliche (Index-)Nachfrage für die Werte aus dem TecDAX sorgen und damit die aktuell laufende technische Hausse in dem Index unterstützen.

TecDAX: Technische Hausse setzt sich fort

Der TecDAX hat in seinem technischen Hausse-Zyklus seit März 2009 ungefähr 600 Prozent hinzugewonnen. Im Vergleich haben der DAX 248 Prozent, der MDAX 543 Prozent und der SDAX 486% erzielt. Im TecDAX war der feine Aufwärtstrend (von Dezember 2016 bis Januar 2018; Kursanstieg von 1670 auf 2730 Punkte) insgesamt in eine Seitwärtspendelbewegung (Support um 2400 Punkte, Resistance um 2730 Punkte) gemündet. Diese hatte den technischen Charakter einer trendbestätigenden Konsolidierung (nach oben). Ende April 2018 hat sich der TecDAX mit einem Investment-Kaufsignal nach oben abgesetzt. Als Konsequenz setzt sich die Hausse im Index auch im Jahr 2018 fort, wobei das nächste mittelfristige technische Etappenziel bei 3000 Punkten liegen sollte.

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WKNTypBasiswertMerkmale
CA1HT0CallTecDAX7,5
CV4CJNPutTecDAX7,5

MorphoSys: Hausse-Trend gewinnt an Stabilität

Die im TecDAX gelistete MorphoSys forscht und entwickelt an Medikamenten und Therapien, die bei Autoimmun-, Entzündungs- und Krebskrankheiten zur Anwendung kommen. Nach der ausgeprägten Baisse von Februar 2000 bis Dezember 2002 und einem Kurseinbruch von 148,1 auf 1,56 Euro befindet sich die Aktie in einer langfristigen technischen Klettertour, die bisher aus drei technischen Phasen besteht. Zuerst der Anstieg von Dezember 2002 bis Februar 2007 mit Kursgewinnen bis 20,3 Euro. Die zweite technische Phase war eine Seitwärtspendel-bewegung unterhalb der gestaffelten Resistance-Zone von 20,0 bis 22,0 Euro, die von 2006 bis 2012 vorlag. Seit Ende 2012 hat MorphoSys die technische Hausse mit einem Wechselspiel aus Investment-Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und technischen Korrekturen wieder aufgenommen. Der aktuell laufende Aufwärtstrend startete im September 2016 bei 35,6 Euro, wobei die Aufwärtstrendlinie jetzt im direkten Umfeld der steigenden 200-Tage-Linie bei ungefähr 80,0 Euro zu finden ist. MorphoSys hatte zuletzt eine Konsolidierung (seit Oktober 2017; Resistance-Zone um €88) etabliert. Diese Konsolidierung hatte einen trendbestätigenden Charakter (nach oben). Deshalb überrascht es nicht, dass diese Konsolidierung zuletzt mit einem Investment- Kaufsignal verlassen wurde. Damit setzt sich der Hausse-Trend mit neuen Jahrestops fort. Die technische Gesamtlage signalisiert als nächstes technisches Etappenziel Notierungen um 100,0 Euro, wobei aber das mittel- und langfristige technische Kurspotential deutlich höher liegen sollte. Als Konsequenz bleibt MorphoSys, die ab September 2018 zusätzlich auch im neuen MDAX 60 mit einem Index-Anteil von ungefähr 1,1 Prozent im Bereich von Position 35 enthalten sein wird, ein technischer (Zu-)Kauf.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsschein
WKNTypBasiswertMerkmale
CA9YJBCallMorphosys AGHebel: 8,6
CV465KPutMorphosys AGHebel: 6,6

Telefonica Deutschland: Technischer Tauschkandidat

Telefonica Deutschland wurde im Oktober 2012 an der deutschen Aktienbörse gelistet. Diese Aktie wird nach der Index-Reform im September 2018 sowohl im neuen TecDAX 30 als auch im neuen MDAX 60 enthalten sein. Auf Basis der aktuellen Daten würde der Titel im MDAX 60 ungefähr im Bereich von Position 40 mit einem Gewicht von 0,9 Prozent einsortiert werden. In den letzten fast sechs Jahren hat Telefonica Deutschland aus übergeordneter technischer Sicht eine Seitwärtspendelbewegung herausgebildet. Im unteren Bereich hat sich die mehrmals getestete Unterstützungszone von 3,3 bis 3,6 Euro ergeben. Im oberen Bereich liegt ab 5,0 Euro eine bereits mehrmals getestete Widerstandszone vor. Da die Aktie in dieser langfristigen Seitwärtspendelbewegung festhängt, liegt zunächst eine mittel- und langfristige relative Schwäche gegenüber dem TecDAX und seiner langfristigen Hausse-Bewegung vor. Innerhalb dieser Seitwärtspendelbewegung hat sich bei Telefonica Deutschland ein Wechselspiel von mittelfristigen Aufwärts- und Abwärtstrends ergeben, ohne dass es technische Hinweise auf eine Veränderung mit Blick auf den defensiven Charakter dieser Aktie gibt. Telefonica Deutschland hat zwar eine über dem Durchschnitt des TecDAX liegende (Brutto-)Jahresdividendenrendite von über 6%, jedoch konnte dies auch nicht den seit September 2017 (Start bei 4,8 Euro) wieder vorliegenden mittelfristigen Abwärtstrend (Abwärtstrendlinie aktuell auf dem Niveau der fallenden 200-Tage-Linie bei 4,3 Euro) aufhalten. Auch wenn die Aktie mit dem Rückfall an die langfristige Support-Zone im Bereich um 3,6 Euro jetzt eine Stabilisierungschance aufweist, fehlen die technischen Perspektiven. Deshalb bleibt die Aktie ein technischer Tausch.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsschein
WKNTypBasiswertMerkmale
CE3UM0CallTelefónica Deutschland Holding AGHebel: 5,7
CA9ZBJPutTelefónica Deutschland Holding AGHebel: 14,8
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