Rohstoffe

Neues Paradigma am Ölmarkt

Energie: Starke US-Wirtschaftsdaten, eine aufgehellte Anlegerstimmung und die US-Lagerdaten haben gestern die Ölpreise beflügelt und den Brentölpreis fast auf 62,5 USD je Barrel steigen lassen. Laut DOE war der Lagerabbau in der letzten Woche deutlich stärker als erwartet, insbesondere nachdem das API am Vortag einen Aufbau der Rohöllagerbestände berichtet hatte. So sind die Rohölvorräte um 4,8 Mio. Barrel, die Benzinvorräte um 2,4 Mio. und die Mitteldestillatevorräte um 2,5 Mio. Barrel gefallen. Dies deutet auf eine anhaltend starke US-Nachfrage hin und wirkte preisstützend.

Dennoch haben wir unsere Preisprognose für Brent und WTI bis Ende 2020 um jeweils 5 USD je Barrel gesenkt und rechnen in den kommenden Monaten mit einem recht stabilen Brentölpreis von durchschnittlich 60 USD. Es gibt zahlreiche Gründe für unsere Revision: den nicht enden wollenden Handelsstreit zwischen den USA und China, anhaltende Rezessionsängste und ein schwächeres Wirtschaftswachstum, einen stärkeren US-Dollar, eine höhere Nicht-OPEC-Produktion und eine zuletzt schwächere OPEC-Produktionsdisziplin. Dies dürfte dazu führen, dass der Ölmarkt gut versorgt sein dürfte. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Brentölpreis deutlich unter 60 USD fallen wird, insbesondere angesichts des Willens der OPEC und vor allem Saudi-Arabiens, die Preise zu stabilisieren. Wahrscheinlich wird Saudi-Arabien stärkere Produktionskürzungen vornehmen, da es (wieder einmal) den Börsengang des weltweit größten Unternehmens Saudi Aramco vorbereitet. Auch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die anhaltenden Sanktionen gegen den Iran sollten nicht unterschätzt werden und sich in der gewissen “geopolitischen Prämie” im Ölpreis widerspiegeln. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich die Terminkurve derzeit in einer ausgeprägten Backwardation befindet geht unsere Prognose von der Annahme aus, dass die aktuellen wirtschaftlichen Ängste übertrieben sind.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold, Silber und Platin sind gestern stark unter Druck gekommen und setzen ihre Rückgänge heute Morgen noch fort. Gold und Silber haben gestern 2,2% bzw. 4,8% verloren, was dem jeweils größten Tagesverlust in diesem Jahr entspricht. Gold handelt heute Morgen bei 1.510 USD je Feinunze, Silber kostet 18,4 USD je Feinunze. Wir führen den Rückgang auf Gewinnmitnahmen nach den starken Preisanstiegen zuvor sowie auf bessere US-Konjunkturdaten zurück. Die ADP-Arbeitsmarktdaten überraschten positiv und könnten heute einen guten offiziellen US-Arbeitsmarktbericht nach sich ziehen. Dies könnte zu weiterem Abgabedruck bei Gold und Silber führen. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass die Korrektur eine Trendwende darstellt, sondern sehen sie nur als Verschnaufpause in einem intakten Aufwärtstrend an.

Platin ist gestern um 2,9% gefallen, nachdem es im frühen Handel noch an der Marke von 1.000 USD je Feinunze gekratzt hatte. Heute Morgen gibt es weiter auf 940 USD nach. Gemäß Daten des World Platinum Investment Council (WPIC) wies der globale Platinmarkt im zweiten Quartal einen Angebotsüberschuss von 220 Tsd. Unzen auf. Dies ist laut dem WPIC auf ein höheres Angebot und eine schwächere Nachfrage zurückzuführen. Nach den hohen ETF-Zuflüssen im ersten Quartal, die zu einem Angebotsdefizit geführt hatten, gab es im zweiten Quartal kaum noch ETF-Zuflüsse. Für das Gesamtjahr erwartet der WPIC weiterhin einen Angebotsüberschuss, den er leicht auf 345 Tsd. Unzen reduziert hat. Im Vergleich zum Vorjahr soll sich dieser wegen der bislang schon registrierten starken Investmentnachfrage deutlich reduzieren. Für 2020 hat der WPIC einen ausgeglichenen Platinmarkt angedeutet. Konkrete Zahlen wird er aber erst im November veröffentlichen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
CU0E62 Long Silver Future Faktor: 8
CJ7RLT Short Silver Future Faktor: -8
CJ7RMF Long Platinum Future Faktor: 4
CJ7RL8 Short Platinum Future Faktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Die Metallpreise haben ihre Erholungsbewegung im Zuge guter US-Konjunkturdaten und fester Aktienmärkte gestern weiter fortgesetzt. Zum Wochenausklang geben sie allerdings leicht nach. Zinn hat sich Ende letzter Woche vom zuvor starken Preisanstieg von Nickel anstecken lassen und ist seitdem zeitweise um 12% auf rund 17.700 USD je Tonne gestiegen. Davor war Zinn auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren gefallen. Von Anfang April bis Ende August hatte Zinn ein Viertel an Wert verloren. Nun haben die chinesischen Zinnschmelzen reagiert und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen, um dem Preisverfall entgegenzuwirken. In einer gemeinsamen Erklärung haben 14 Schmelzen angekündigt, ihre Produktion in diesem Jahr um 20,2 Tsd. Tonnen zu drosseln. Dies entspricht gut 11% der letztjährigen chinesischen Zinnproduktion. Daten von WBMS zufolge war China 2018 mit einem Anteil von 48% der mit Abstand größte Produzent von Zinnraffinade. Die Schmelzen haben sich zudem darauf verständigt, den Bau neuer Kapazitäten zu begrenzen und veraltete Produktionsanlagen zu schließen. In den letzten Wochen gab es Anzeichen, dass Indonesien, der weltweit zweitgrößte Zinnproduzent, angesichts der niedrigen Preise Exporte zurückhält. Die gestern vom Handelsministerium berichteten Ausfuhren von 5,5 Tsd. Tonnen im August waren aber durchschnittlich, wenn man dieses Jahr betrachtet. Sofern die Produzenten und Exporteure in China und Indonesien diszipliniert sind, sollte das geringere Angebot unseres Erachtens zu einer weiteren Erholung des Zinnpreises beitragen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate