Währung

Neue Zolldrohungen wirbeln den Devisenmarkt durcheinander

USD: “Wahnsinn hat keinen Sinn. Oder einen Grund. Aber er könnte ein Ziel haben.” wusste schon Mr. Spock. Entsprechend sind wohl die gestrigen Tweets von US Präsident Donald Trump einzuordnen, in denen er im Zuge der nächsten Handelsgesprächsrunde ab 1. September neue Zölle von 10% auf die restlichen ca. 300 Mrd. USD an US Importen aus China ankündigte. Dass Trump sich trotzdem darauf freut, den “positiven Dialog mit China über ein umfassendes Handelsabkommen fortzusetzen” kann eine deutliche risk-off-Reaktion nicht verhindern – wovon natürlich vor allem die klassischen sicheren Währungshäfen Yen und Franken profitierten.

Das Ziel der Eskalation scheint klar: Trump möchte die Daumenschrauben andrehen, und verhindern, dass China die Handelsgespräche in die Länge zieht. Dafür nimmt er offensichtlich deutliche zusätzliche Risiken für die US-Wirtschaft in kauf. Denn die neuen Zölle, wenn sie denn kommen, treffen vor allem Endprodukte und werden deshalb wohl für den US-Verbraucher unmittelbar spürbar sein, was den privaten Konsum belasten könnte. Dieser ist aber ein wichtiger Standbein des nach wie vor starken US-Wachstums.

Ob geplant oder nicht, damit setzt Trump auch die Fed unter Druck. Diese hatte ihre “vorbeugende Zinssenkung” am Mittwoch ja nicht zuletzt auch mit Abwärtsrisiken begründet, die sich aus dem Handelskonflikt ergeben. Und sich damit offen gehalten, wie viele Zinssenkungen notwendig sein werden, um den Aufschwung zu verlängern. Nach der erneuten Eskalation im Handelskonflikt rechnen Marktteilnehmer wieder mit mehr Zinssenkungen und haben die Korrektur ihrer Fed-Erwartungen vorerst beendet. Je deutlicher die Fed jedoch die Zinsen senkt, desto schwerer wird es für die EZB diesen expansiven Effekt mit ihren begrenzten verbleibenden Mitteln auszugleichen. Und umso eher sind wir geneigt, an unserer Prognose höherer EUR-USD-Niveaus festzuhalten.

Wie es in den USA und für den USD nun weiter geht dürfte deutlich stärker davon abhängen, ob es Anzeichen gibt, dass der Handelskonflikt zunehmend Spuren in der US-Wirtschaft hinterlässt. Gestern gab es darauf bereits einen kleinen Vorgeschmack, als der enttäuschende ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe dem Dollar den Wind aus den Segeln nahm. Entsprechend deutlich könnte der Dollar daher heute auch auf Überraschungen beim Arbeitsmarktbericht und später den Auftragseingängen reagieren. Und wir dachten, nach der Fed-Sitzung würde etwas Ruhe am Devisenmarkt einkehren, bevor sich der Fokus auf die nächsten Schritte der Fed richtet. Weit gefehlt.

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CHF: Gestern fiel der Schweizer Franken gegenüber dem Euro wieder unter 1,10 und damit in einen Bereich, der nicht nur von uns als Interventionszone gesehen wird. Heute Morgen wurden im Zuge der zollstreitbedingten risk-off-Bewegung bereits die Tiefs von letzter Woche unterschritten. Viele Analysten sind sich inzwischen sicher, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) vergangene Woche am Devisenmarkt interveniert hatte, um den Ausflug von EUR-CHF unter die 1,10 zu beenden. Als Grund dafür wird die Veränderung der Sichteinlagen in der Schweiz gesehen, die so stark angestiegen sind, wie seit den letzten Interventionen der SNB im ersten Halbjahr 2017 nicht mehr. Das erscheint plausibel, ist jedoch nicht zwangsläufig ein Beweis. So sind die Sichteinlagen heimischer Banken bei der SNB, die im Zuge von Interventionen steigen sollten, gegenüber der Vorwoche gefallen. Zudem könnte allein schon die Erwartung möglicher Devisenmarktinterventionen der SNB unterhalb der 1,10 ausreichen, damit CHF-Händler diesen Bereich nicht zu aggressiv antesten.

Klar ist jedoch: Der Schweizer Franken bleibt unter Aufwertungsdruck. Denn die Nervosität angesichts der erneuten Eskalation des Handelskonfliktes, der globalen Wachstumsschwäche und die Unsicherheit bezüglich des Brexits sorgt dafür, dass der Franken als sicherer Währungshafen gefragt bleibt. Im September erwartet der Markt zudem deutliche Lockerungsmaßnahmen der EZB, die EUR-CHF ebenfalls belasten dürften. Die SNB muss befürchten, dass die CHF-Stärke den zuletzt stabilen unterliegenden Preistrend belastet. Die SNB wird die heutigen Inflationsdaten für Juli daher sicherlich ganz genau im Auge behalten. Marktteilnehmer rechnen bereits damit, dass die SNB im September ihren Leitzins in Richtung 1% senken könnte, um geldpolitisch nicht hinter der EZB zurückzufallen. Wir halten den Zinssenkungsspielraum der SNB für begrenzt, doch könnte eine Ausweitung der Ausnahmeregelungen diesen natürlich ein wenig ausdehnen. Ob das jedoch ausreichen würde, den Aufwertungsdruck auf den Franken zu begrenzen, bezweifeln wir. Sollte sich das Marktumfeld nicht dramatisch ändern, wird sich die SNB früher oder später offenbaren müssen.

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