Rohstoffe

Neue Nachfragesorgen setzen Ölpreisen zu

Energie: Der Versuch der Ölpreise, sich vom Preisrutsch am Vortag zu erholen, endete gestern vorzeitig. Brent gab nicht nur die zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab, sondern ging letztlich mit einem Minus von gut 1% auf einem 2-Wochentief aus dem Handel. Bei WTI fiel das Minus noch etwas größer aus. Am Morgen notiert Brent kaum verändert deutlich unterhalb von 64 USD je Barrel. Der neuerliche Preisrückgang wurde von den US-Lagerdaten ausgelöst. Preisbelastend war dabei der deutliche Anstieg der Lagerbestände von Ölprodukten. So stiegen die US-Benzinvorräte um 3,6 Mio. Barrel und die US-Destillatevorräte um 5,7 Mio. Barrel. Insbesondere der Lageraufbau bei Benzin ist zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich, weil während der Sommerfahrsaison normalerweise mehr Benzin verbraucht wird. Die US-Benzinnachfrage war in der Berichtswoche mit 9,2 Mio. Barrel pro Tag allerdings außerordentlich schwach (ca. 500 Tsd. Barrel niedriger als in der Vorwoche und im Vorjahr). Gerade in der Woche nach dem Unabhängigkeitstags-Wochenende ist dies bemerkenswert, weil diese Zeit üblicherweise zu den nachfragestärksten zählt. Dass der Hurrikan im Golf von Mexiko die Fahraktivität beeinträchtigt hat, ist sehr unwahrscheinlich, da er erst am letzten Wochenende an Land ging. Deutlich sichtbar wurde der Hurrikan hingegen in einer deutlich gesunkenen Ölproduktion (-300 Tsd. Barrel pro Tag), gefallenen Importen sowie Exporten und einer niedrigeren Rohölverarbeitung. Wir erachten den Preisrückgang bei Rohöl angesichts des knappen Angebots – die US-Rohöllagerbestände sind mittlerweile seit fünf Wochen rückläufig – und der weiterhin schwelenden Iran-Krise für übertrieben und rechnen mit einer baldigen Preiserholung.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold hat gestern zunächst nachgegeben und die Marke von 1.400 USD je Feinunze getestet. Nachdem diese gehalten hat, ging es für Gold deutlich bis auf 1.425 USD nach oben. Am Ende des Tages stand ein Plus von 1,4% zu Buche. Heute Morgen handelt es wieder leicht schwächer. Gold in Euro gerechnet legte auf über 1.270 EUR je Feinunze zu, der höchste Schlusskurs seit 6½ Jahren. Gold profitierte von weiter gestiegenen Zinssenkungserwartungen in den USA und von gefallenen US-Anleiherenditen. Die Gold-ETFs verzeichneten gestern mit 7,4 Tonnen den größten Tageszufluss seit fast vier Wochen. Mit einem Plus von 2,6% entwickelte sich Silber erneut besser als Gold. Heute Morgen hat Silber zumindest vorübergehend erstmals seit Ende Februar wieder die Marke von 16 USD je Feinunze überwunden. Seit nunmehr einer Woche holt Silber spürbar gegenüber Gold auf. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daher unter 89 gefallen, was aber immer noch ein sehr hohes Niveau darstellt. Wir sehen für Silber weiteres Aufholpotenzial.

Platin steigt heute Morgen auf 850 USD je Feinunze. Hier hat sich das charttechnische Bild aufgehellt, nachdem der Preis in den letzten Tagen sowohl die 200- als auch die 100-Tage-Linie überwunden hatte. Aus fundamentaler Sicht gibt es für Platin allerdings nicht viel Positives zu berichten. Gemäß Daten des Verbands der europäischen Automobilproduzenten (ACEA) sind die Autoneuzulassungen in der EU im Juni um 7,8% gefallen. Die ACEA führt die schwachen Zahlen jedoch in erster Linie auf einen Kalendereffekt zurück (wegen Feiertagen hatte der Juni diesmal weniger Arbeitstage als ein Jahr zuvor). Im ersten Halbjahr wurden 3,2% weniger Autos neu zugelassen. Von den wichtigen Absatzmärkten verzeichnete nur der deutsche Markt in diesem Zeitraum ein kleines Plus.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E6S Long Silver-Future Faktor: 4
CJ7RLW Short Silver-Future Faktor: -4
CJ7RMF Long Platinum-Future Faktor: 4
CJ7RL8 Short Platinum-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die Metallpreise haben die neu aufgekommenen Unsicherheiten im Handelsstreit zwischen den USA und China relativ gut weggesteckt. Sie widersetzen sich heute Morgen auch den schwachen asiatischen Aktienmärkten und zeigten sich zudem gegenüber den verhaltenen Daten zum US-Immobilienmarkt standhaft (im Juni blieben die Baugenehmigungen und Neubaubeginne hinter den Erwartungen zurück). Kupfer handelt knapp unter der Marke von 6.000 USD je Tonne, Aluminium kostet rund 1.840 USD. US-Medienberichten zufolge sind die Gespräche zwischen den USA und China zum Stillstand gekommen. Demnach besteht vor allem Uneinigkeit hinsichtlich eines wichtigen chinesischen Technologieunternehmens, das von der US-Administration mit Sanktionen belegt wurde. China fordert, dass die Sanktionen gelockert werden, bevor es selbst weitere Zugeständnisse macht. Schon vorgestern hatte US-Präsident Trump Hoffnungen auf eine Einigung im Handelsstreit gedämpft und China mit weiteren Zöllen gedroht.

Nickel zündet weiter sämtliche Raketen und springt heute Morgen an der LME in London um über 3% auf fast 15.000 USD je Tonne nach oben. Dies ist der höchste Stand seit gut einem Jahr. An der SHFE in Shanghai legt es sogar um 6% zu. Die Preisrally – seit dem 2. Juli ist Nickel um fast 3.000 USD gestiegen – nimmt unseres Erachtens übertriebene Züge an. Aus technischer Sicht ist Nickel mittlerweile überkauft – und zwar so stark wie zuletzt vor fünf Jahren. Damals ging es für den Nickelpreis anschließend sieben Quartale in Folge bergab. Während dieser Zeit hatte sich der Preis mehr als halbiert. Der Meldung, dass Indonesien ab 2022 wieder den Export von Nickelerz verbieten könnte, sollte man unseres Erachtens keine zu große Aufmerksamkeit schenken. Denn dies wurde schon bei der Lockerung des Exportverbots 2017 angekündigt. Zudem werden in Indonesien derzeit viele neue Nickelschmelzen gebaut, so dass in einigen Jahren ohnehin mehr Nickelerz in Indonesien verarbeitet wird und gar nicht erst zum Export zur Verfügung steht. Wir sehen Korrekturpotenzial für den Nickelpreis.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper Future Faktor: -8

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