Rohstoffe

Neue Corona-Sorgen an den Rohstoffmärkten

Energie: Stabilisierung am Ölmarkt

Das Geschehen am Ölmarkt hat sich stabilsiliert. Die heutige Fälligkeit des WTI-Futures (diesmal für Juli), die vor zwei Monaten für massive Verwerfungen am Markt und teilweise negative Preise gesorgt hatte, dürfte kaum noch von den Marktteilnehmern beachtet werden. Denn die Preise für die nächstfälligen Terminkontrakte sind fast gleichauf. Die Brentöl-Terminkurve befindet sich sogar erstmals seit Anfang März in sog. Backwardation, einer Struktur des Terminmarktes, in der die Terminpreise teilweise unter dem Kassakurs handeln. Dies ist häufig ein Hinweis auf eine angespannte Angebotssituation, wobei der Brentölpreis selbst mit 42 USD nahe einem 3-Monatshoch notiert. Eine gute Förderdisziplin der OPEC+ und ein massiver unfreiwilliger Produktionsrückgang in den USA auf der einen und eine schnelle Erholung der Nachfrage auf der anderen Seite führten zu einem deutlich schneller als erwarteten Abbau von Angebotsüberschüssen. Unterdessen ist die Zahl der Öl- und Gasbohrungen in den USA auf ein neues Rekordtief von 266 gefallen. Dabei ist die Zahl der Ölbohrungen von 199 auf 189 gesunken, ein 11-Jahrestief. Von dieser Seite aus sieht man also noch keine Reaktion der US-Ölindustrie auf den jüngsten Preisanstieg. Auch ist die Anzahl angebohrter, aber noch nicht fertiggestellter Bohrungen per Ende Mai in den USA gefallen. Zwar ist sie mit 7.591 nach wie vor recht hoch, doch ist deren Rückgang in den letzten Monaten diesmal nicht nur einem höheren Preis und der Nachfrage geschuldet. Vielmehr sind die Investitionen in den Sektor im Zuge des vorherigen Ölpreisverfalls massiv gesunken, wobei die US-Ölproduzenten in den letzten Monaten buchstäblich von der Hand in den Mund lebten. Doch dürfte mittelfristig der US-Schieferölsektor das Zünglein an der Waage bleiben und über den weiteren mittelfristigen Verlauf der Ölpreise entscheiden. Ein weiterer Faktor, der die Strategie der OPEC+ zunichtemachen könnte, ist eine mögliche “zweite Welle” an Neuinfektionen mit dem Coronavirus, die die bislang erwartete V-förmige Nachfrageerholung in Frage stellen würde.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CL98RYCallOil Brent FutureHebel: 7,1
CL9E3SPutOil Brent FutureHebel: 7,1
CL98RMCallOil WTI Light FutureHebel: 7,0
CL5NRSPutOil WTI Light FutureHebel: 7,1
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold nähert sich 7½-Jahreshoch

Der Goldpreis stieg in der Nacht auf knapp 1.760 USD je Feinunze und näherte sich dem 7½-Jahreshoch von Mitte Mai bis auf 6 USD. Seit Freitagmittag legte Gold damit um knapp 30 USD zu. Gold in Euro markierte bei 1.570 EUR je Feinunze den höchsten Stand seit Ende Mai. Silber kratzte an der Marke von 18 USD je Feinunze. Der Preissprung von Gold und Silber erklärt sich mit der Sorge vor einer fortgesetzten starken Ausbreitung des Coronavirus, nachdem die Weltgesundheitsorganisation für gestern einen Rekordanstieg bei den weltweiten Neuinfektionen von 183 Tsd. Fällen vermeldete. Weltweit haben sich inzwischen fast 9 Mio. Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Haupttreiber dieser Entwicklung sind Nord- und Südamerika. Neben Brasilien, Peru, Chile und Mexiko tragen auch einige US-Bundesstaaten dazu bei. Damit steht auch die sich in den jüngsten US-Konjunkturdaten andeutende kräftige Konjunkturerholung auf der Kippe. Die Rufe nach weiteren Stimulierungsmaßnahmen seitens der US-Regierung dürften damit lauter werden, nachdem schon Fed-Chef Powell letzte Woche bei seiner virtuellen Anhörung vor dem US-Kongress derartige Forderungen an die Fiskalpolitik gestellt hatte. Zudem dürfte die US-Notenbank weiter auf dem Gaspedal stehen, sprich die Bilanzsumme ausweiten. Das Thema Geldentwertung/Inflation bleibt damit in der Wahrnehmung der Marktteilnehmer weit oben. Dies zeigt sich auch in einem anhaltend hohen Interesse an den Gold-ETFs. Diese verzeichneten am Freitag laut Bloomberg Zuflüsse von knapp 30 Tonnen. Das war der stärkste Tageszufluss seit Mitte Januar. Der Großteil der Zuflüsse entfiel auf den in den USA gelisteten SPDR Gold Trust mit 23 Tonnen. Die Kaufzurückhaltung in den Tagen zuvor hat sich somit als vorübergehend erwiesen. Auch die Spekulanten haben in der letzten Berichtswoche erstmals seit vier Wochen wieder Netto-Long-Positionen aufgebaut. Die Nähe zum 7½-Jahreshoch dürfte weitere Käufer anlocken.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Keine Angebotsknappheit am Kupfermarkt

Der Kupferpreis hat in der letzten Woche nur um 1,1% zugelegt, damit aber seine Erholungsrally seit dem Absturz im März fortgesetzt. Am Freitag ist er kurzzeitig auf 5.900 USD je Tonne gestiegen, bevor er bis zum Handelsende leicht zurückfiel. Zum Wochenauftakt handelt Kupfer bei gut 5.800 USD. Wie die International Copper Study Group (ICSG) Ende letzter Woche berichtete, wies der globale Kupfermarkt im ersten Quartal einen Angebotsüberschuss von 130 Tsd. Tonnen auf (saisonbereinigt 49 Tsd. Tonnen). Zur gleichen Zeit im Vorjahr bestand noch ein Defizit. Der Überschuss jetzt ist auf eine verhaltene Nachfrage zurückzuführen. Gemäß Daten der ICSG ist diese im ersten Quartal um 2,5% gegenüber Vorjahr gefallen. Die ICSG berichtet oder schätzt für alle wichtigen Konsumentenländer bzw. -regionen Nachfragerückgänge, so zum Beispiel für China, Japan, die EU und die USA. Die Kupferminen- und Kupferraffinadeproduktion waren weitgehend unverändert. Auf der Minenseite standen einem Coronavirus bedingt deutlichen Rückgang in Peru Anstiege in Chile, der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien gegenüber. Der Rückgang der Raffinadeproduktion in China – ebenfalls wegen des Coronavirus – wurde durch eine höhere Produktion in anderen Ländern aufgefangen. Mittlerweile produzieren die Schmelzen auch in China wieder mehr Kupfer: Daten des Nationalen Statistikbüros zufolge ist die Raffinadeproduktion im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 13% gestiegen, nachdem sie schon im April deutlich ausgeweitet wurde. In der weltweit zweitgrößten Kupfermine, „Grasberg“ in Indonesien, läuft die Produktion normal, obwohl dort fast 200 Arbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Und der weltweit größte Kupferminenproduzent aus Chile will seine Produktion ebenfalls aufrecht halten. Der globale Kupfermarkt ist unseres Erachtens derzeit also gut versorgt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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