Rohstoffe

Nachfragesorgen setzen Ölpreise unter Druck

Energie: Nachfragesorgen setzen Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise gerieten gestern im Tagesverlauf kräftig unter Abgabedruck. Brent und WTI gaben jeweils rund 6% nach. Heute setzt sich der Preisrückgang fort. Brent rutschte zeitweise auf 103 USD je Barrel und WTI auf 100,5 USD je Barrel. Auch der Gasölpreis konnte sich der Schwäche nicht entziehen. Dieser fiel auf 1.050 USD je Tonne. Auslöser für den Absturz waren Konjunktursorgen, was sich auch in kräftig nachgebenden Aktienmärkten ausdrückte. Dies setzte nicht nur den Energiepreisen, sondern auch anderen Rohstoffen zu (siehe auch Industriemetalle unten). Zudem gab es auch einige ölspezifische Nachrichten. Die kräftige Senkung der offiziellen Verkaufspreise für asiatische Abnehmer durch Saudi-Arabien wurde von einigen Marktteilnehmern offenbar als Anzeichen einer schwächeren Ölnachfrage interpretiert. In der Tat bremst die strikte Zero-Covid-Strategie in China die dortige Ölnachfrage, auch wenn dies die Rohölimporte im April noch nicht zeigten. Allerdings hat der größte Raffineriebetreiber Chinas seine Rohölverarbeitung seit der zweiten Märzhälfte eigenen Angabe zufolge deutlich reduziert, da die Kraftstoffvorräte wegen der Corona-Lockdowns stark gestiegen sind. Die Auslastung seiner Raffinerien soll daraufhin von über 92% auf 85% gesunken sein. Das deckt sich mit vorherigen Aussagen aus Industriekreisen, die für April mit einem Rückgang der Rohölverarbeitung in China um 6% bzw. 900 Tsd. Barrel pro Tag rechnen. Die offiziellen Daten hierzu werden vom Nationalen Statistikbüro Anfang kommender Woche veröffentlicht. Zudem scheint das von der EU geplante Ölembargo gegen Russland noch immer nicht in trockenen Tüchern, da Ungarn nach wie vor mit einem Veto droht. Kommissionspräsidentin von der Leyen reiste deswegen gestern nach Budapest. Die Gespräche sollen zwar Fortschritte, aber keinen Durchbruch gebracht haben. Die EU scheint außerdem von ihrem ursprünglichen Plan Abstand zu nehmen, dass in Europa registrierte Öltanker kein russisches Öl mehr transportieren dürfen. Am Verbot der Versicherung dieser Lieferungen soll aber festgehaltenwerden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SH2HFPShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 3
SH1YFNShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -3
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Edelmetalle: Gold im Abwärtssog, Palladium steigt gegen den Trend

Gold hat sich gestern dem Abwärtssog der anderen Rohstoffpreise nicht widersetzen können und wurde mit nach unten gezogen. Es ist auf gut 1.850 USD je Feinunze gefallen. Wir führen dies in erster Linie auf Zwangsliquidationen zurück, um anderweitige Verluste aufzufangen. Denn im Zuge der allgemein hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer standen die Aktienmärkte gestern deutlich unter Druck – der S&P 500 hat über 3% verloren und erstmals seit März letzten Jahres unter der Marke von 4.000 Punkten geschlossen. In diesem Zusammenhang sind wohl auch die erneuten kräftigen ETF-Abflüsse von 5,6 Tonnen zu sehen. Der schwächere US-Dollar und die gefallenen Anleiherenditen haben zwar wahrscheinlich den Preisrückgang von Gold gebremst, ihn aber nicht verhindern können. Heute Morgen handelt Gold immerhin wieder rund 10 USD höher über 1.860 USD. Der Palladiumpreis hat gestern dem Abwärtssog getrotzt und ist gegen den Trend um gut 2% gestiegen. Der Preisanstieg setzt sich heute Morgen sogar in verstärkter Form fort: Palladium ist zeitweise um knapp 4% auf 2.180 USD je Feinunze geklettert. Großbritannien will die Importzölle auf russisches Palladium und Platin um 35 Prozentpunkte erhöhen und so den Strom dieser Metalle zu einem der wichtigsten Handelsplätze für PGMs (London) weiter beschränken. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf Daten der UN Comtrade beruft, hat Großbritannien bislang jährlich Palladium im Gegenwert von über 1 Mrd. USD aus Russland importiert. Demnach steht Russland für mehr als ein Viertel der britischen Palladiumversorgung. Da Russland zugleich fast 40% des weltweiten Palladiumminenangebots ausmacht und Südafrika eigenen Angaben zufolge Lieferausfälle aus Russland nicht auffangen kann, dürfte es unseres Erachtens schwer werden, Ersatz für das russische Material zu finden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T69LongGold FutureFaktor: 7
SF5DDAShortGold FutureFaktor: -7
SH3N5YLongPlatinum FutureFaktor: 7
SF2RTVShortPlatinum FutureFaktor: -7
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SD5NLUShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Massive Verluste

An den Metallmärkten hatten sich die Verluste gestern im Laufe des Tages deutlich ausgeweitet. Zwar wurden sie bis zum Handelsende wieder etwas eingedämmt, der LME-Industriemetallindex hat aber über 3% verloren und ist auf den tiefsten Stand seit letztem Dezember gefallen. Alle Metallpreise standen gestern unter Druck; der größte Verlierer war Nickel mit einem Minus von über 6%. Der Preis war zwischenzeitlich auf 28.000 USD je Tonne abgesackt. Nachrichten, die den deutlich überproportionalen Preisrückgang erklären könnten, haben wir nicht gefunden. Generell gesprochen herrscht an den Metallmärkten derzeit offenbar Angst vor einem Wirtschaftsabschwung und damit verbunden Sorgen vor einer schwachen Nachfrage. Dies hat sich auch in stark fallenden Aktienmärkten widergespiegelt. Die unseres Erachtens nach wie vor bestehenden Angebotsrisiken werden dagegen aktuell außer Acht gelassen. Daher hat die Korrektur der Metallpreise unserer Meinung nach bereits übertriebene Ausmaße angenommen. Aus technischer Sicht sind alle Metalle bis auf Nickel gemessen am Relative-Stärke-Index überverkauft.

Ein zweiter Blick auf die gestern veröffentlichte Handelsstatistik Chinas zeigt, dass China im April 597 Tsd. Tonnen Aluminium exportiert hat. Dies war 36% mehr als im Vorjahr und die zweitgrößte Menge in einem Monat überhaupt. Zum einen kommt dadurch unseres Erachtens die aktuell verhaltene Binnennachfrage in China zum Ausdruck. Zum anderen ist dies auch Folge der wachsenden Angebotsdefizite außerhalb Chinas, die durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine ausgelöst wurden. Die chinesischen Händler haben daher wohl opportunistisch die im Vergleich zur SHFE phasenweise höheren LME-Preise genutzt und entsprechend viel Aluminium exportiert.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Gold glänzt als sicherer Hafen und Inflationsschutz

Gold verzeichnete einen ausgesprochen guten Start in das Jahr 2022. Der Preis stieg im ersten Quartal um 6 Prozent, was dem stärksten Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2020 und dem besten Jahresauftakt seit fünf Jahren entspricht.

Wie die weiteren Aussichten für das gelbe Edelmetall sind, lesen Sie in der Analyse.