Rohstoffe

Nachfragesorgen am Ölmarkt nehmen zu

Energie: Steigendes Ölangebot und schwächere Nachfrage könnten Marktausgleich erschweren

Ein erneuter Anlauf auf die Mehrmonatshochs der Ölpreise scheiterte gestern an den nach wie vor schwachen Fundamentaldaten. Nach OPEC und EIA hat die zuvor optimistischer gestimmte IEA ihre Nachfrageprognose für 2020 ebenfalls um 140 Tsd. Barrel auf 91,9 Mio. Barrel täglich gesenkt bzw. die Aufwärtsrevision vom Juli wieder zurückgenommen. Dies war ihre erste Herabstufung seit vier Monaten. Ausschlaggebend dafür war vor allem eine geringere Nachfrage nach Kerosin. Laut IEA lag die Zahl der zurückgelegten Flugkilometer im April fast 80% und im Juli immer noch 67% unter dem Vorjahresniveau. Der Luftfahrt- und der Straßenverkehrssektor, beide wesentliche Komponenten des Ölverbrauchs, haben laut IEA weiterhin zu kämpfen. Die Energieagentur sagte, dass im Juni zwar die Nachfrage das Angebot überstieg und auch für den Rest des Jahres mit einem Lagerabbau zu rechnen sei. Die Unsicherheit über die zukünftige Nachfrage zusammen mit der steigenden Produktion würde die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Ölmarkt allerdings “heikel” machen. Die Ölproduktion in den USA, Kanada und Brasilien erhole sich zur gleichen Zeit, in der die Produzenten der OPEC und Verbündete wie Russland (OPEC+) ihre Förderkürzungen lockern, so die IEA. Vieles würde davon abhängen, ob Länder, die ihre Förderquoten nicht eingehalten haben, ihre Produktion entsprechend kürzen, um sie in Übereinstimmung zu bringen, so die IEA. Damit dürften der Irak, Angola, Kongo, Gabun, aber auch die VAE gemeint sein, die laut IEA ebenfalls im Juli deutlich mehr förderten als vereinbart. Die OPEC-Mitgliedsstaaten Libyen, Venezuela und Iran nehmen zwar an den Kürzungen nicht teil. Doch ihre unfreiwilligen Produktionsausfälle tragen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts am Ölmarkt bei. So produziert Venezuela nach Einschätzung von IHS Markit aktuell nur 100-200 Tsd. Barrel Rohöl täglich und könnte bald sogar kein Rohöl mehr fördern. Noch im März lag die Produktion bei 750 Tsd. und im Juli bei 350 Tsd. Barrel täglich.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Steiniger Weg zurück nach oben für Gold und Silber

Gold und Silber tun sich weiter schwer, sich vom kräftigen Rückgang am Dienstag zu erholen. Sofern heute kein außerordentlicher Preisanstieg erfolgt, dürfte damit die Serie von neun Wochenanstiegen in Folge bei Gold und Silber in dieser Woche enden. Nachdem ein erster Erholungsversuch am Mittwoch scheiterte, gab es gestern einen weiteren Anlauf, der zumindest bis in die heutigen Morgenstunden erfolgversprechend aussah. Gold stieg bis auf 1.960 USD je Feinunze, Silber auf über 27 USD je Feinunze. Mittlerweile scheint die Erholung aber bereits wieder beendet. Beide Preise notieren inzwischen deutlich im Minus. Das bestätigt unsere Ansicht, dass die Erholung Zeit benötigen und von Rückschlägen begleitet sein wird. Erstaunlich schnell scheinen derweil die ETF-Anleger bei Silber den Preisabsturz verdaut zu haben. Nach einem Tag mit Abflüssen verzeichnen die Silber-ETFs seit zwei Tagen wieder Zuflüsse. Diese fielen gestern laut Bloomberg mit gut 250 Tonnen sogar recht kräftig aus. Offensichtlich erachten die ETF-Anleger die verglichen mit vor einer Woche niedrigeren Silberpreise als Kaufgelegenheit. Zudem war das Gold/Silber-Verhältnis im Zuge des Preisabsturzes innerhalb eines Tages von 70 auf 80 gestiegen. Mittlerweile ist es aber wieder in den tiefen 70er-Bereich zurückgekommen. Bei Gold halten sich die ETF-Anleger dagegen noch zurück. Laut Bloomberg gab es gestern den fünften Tag mit Abflüssen in Folge, was zuletzt im März der Fall war. Allerdings könnte es sich hierbei um eine Nachmeldung vorheriger Abflüsse handeln, da der SPDR Gold Trust gestern erstmals seit mehr als einer Woche Zuflüsse verzeichnete, die durch andere ETFs nicht ausgeglichen oder gar überkompensiert wurden. Deutliche ETF-Zuflüsse gibt es seit mittlerweile drei Wochen bei Platin. Mit den für gestern gemeldeten Zuflüssen von 18,2 Tsd. Unzen summieren sich diese seit dem 22. Juli auf 285 Tsd. Unzen. In diesem Zeitraum gab es zudem nur einen Tag mit Abflüssen. Offensichtlich werden die Anleger vom weiterhin niedrigen Platinpreis angezogen. Dieser notiert aktuell bei 950 USD je Feinunze und damit ca. 1.000 USD niedriger als Gold.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver Future Faktor: 6
SB3T6JShortSilver Future Faktor: -6
SB3T5QLongPalladium FutureFaktor: 3
SB3T9RShortPalladium FutureFaktor: -3
SB3T5GLongPlatin FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatin FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Rekordhohe chinesische Stahl- und Aluminiumproduktion

An den Metallmärkten war gestern eine Korrekturbewegung zu beobachten. Am stärksten fiel Kupfer – und zwar um 2,7% auf rund 6.250 USD je Tonne. Dies war der größte Tagesverlust seit April. Unseres Erachtens war die Korrektur überfällig und müsste noch viel weiter gehen, damit der Preis wieder eher die fundamentale Situation am Kupfermarkt widerspiegelt. Wir führen die gestrige Korrektur auf die anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich neuer Stimulierungsmaßnahmen in den USA und der Überprüfung des Phase-1-Handelsabkommens zwischen den USA und China zurück. Der US-Handelsbeauftragte Lighthizer äußerte sich bereits “zufrieden” mit der Umsetzung durch China. Möglicherweise auch deshalb erholen sich Kupfer & Co. heute Morgen bereits wieder, obwohl China nur durchwachsene Konjunkturdaten berichtet hat: Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros (NBS) ist die Industrieproduktion im Juli gegenüber Vorjahr um 4,8% gestiegen, weniger als erwartet. Die Anlageinvestitionen waren weiterhin rückläufig. Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Wachstumsdynamik der chinesischen Wirtschaft abgeschwächt hat. Die weitere Erholung könnte unseres Erachtens holprig verlaufen. Vollgas hat China dagegen weiter bei der Stahlproduktion gegeben. Diese ist im Juli gemäß NBS-Daten auf ein Rekordhoch von 93,4 Mio. Tonnen gestiegen. Es war bereits der dritte Monat in Folge, in dem mehr als 90 Mio. Tonnen Stahl hergestellt wurden. Auf Tagesbasis wurde der Rekordwert vom Juni nur knapp verfehlt. Die chinesischen Stahlhütten sind klar auf Kurs, in diesem Jahr erstmals die Marke von 1 Mrd. Tonnen zu durchbrechen. Auch die chinesische Aluminiumproduktion fiel im Juli mit 3,1 Mio. Tonnen rekordhoch aus. Unseres Erachtens produziert China deutlich über Bedarf. So dürfte sich bei Aluminium allein in China in diesem Jahr laut Schätzung des staatlichen Research-Instituts Antaike ein Überschuss in Höhe von 1,4 Mio. Tonnen auftürmen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6YLongCopper FutureFaktor: 6
SB3T6LShortCopper FutureFaktor: -6
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