Währung

Nach Boris die Sintflut: Vergiftete Stimmung vor Brexit-Verhandlungsrunde

Vergiftete Stimmung vor Brexit-Verhandlungsrunde

Heute treffen in London die beiden Brexit-Verhandlungsführer der EU und Großbritanniens, Michel Barnier und David Frost, zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammen. Mein Chef hat es gestern schon angedeutet: Die Gespräche über die künftigen Handelsbeziehungen stehen unter keinem guten Stern, nachdem die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson signalisierte, Teile des im vergangenen Jahr vereinbarten Austrittsabkommens für nichtig zu erklären. Die gestrige GBP-Schwäche bedeutet jedoch nicht, dass Devisenmarkthändler angesichts dieses destruktiven Verhaltens nun ein deutlich gestiegenes Risiko dafür einpreisen, dass die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien tatsächlich erfolglos bleiben, und es am 31. Dezember, dem Ende der Übergangsperiode, doch noch zum harten Brexit kommt. Ein Blick auf den Optionsmarkt zeigt, dass die implizite EUR-GBP-Volatilität noch deutlich unter den Niveaus handelt, die wir sonst gesehen haben, als in der Vergangenheit ein harter Brexit in Erwägung gezogen wurde.

Nach der Erfahrung der vergangenen Jahre erwarten natürlich alle, dass sich die EU und Großbritannien letztendlich doch zusammenraufen, da eine gütliche Einigung im Brexit-Streit in beiderseitigem Interesse ist. Dennoch warnen wir davor, ein Scheitern der Verhandlungen rigoros auszuschließen. Das ist das Ergebnis des klassischen Gefangenendilemmas: Aus Angst davor, von der Gegenseite über den Tisch gezogen zu werden, landet man bei einem Ergebnis, das beide Seiten schlechter stellt. Die gestern zur Schau gestellte “Nach mir die Sintflut”-Attitüde der britischen Regierung, ist vor diesem Hintergrund natürlich alles andere als vertrauensfördernd. Das EU-Parlament möchte spätestens Ende Oktober ein finales Abkommen vorgelegt bekommen, um eine ordnungsgemäße demokratische Ratifizierung gewährleisten zu können. Auch wenn die einzige harte Deadline natürlich der 31. Dezember ist, sehen wir in den kommenden Wochen noch ein erhebliches Abwärtspotenzial für das Pfund, falls der Devisenmarkt angesichts ausbleibender Fortschritte bei den Verhandlungen doch gezwungen wird, ein erhöhtes Risiko für einen No-Deal-Brexit einzupreisen. Wem das weh tun kann, der tut gut daran, sich abzusichern und nicht Haus und Hof darauf zu verwetten, dass in den vergangenen Jahren in letzter Sekunde ja auch noch immer alles gut gegangen ist.

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Keine Unterstützung für den Dollar von der Fiskalpolitik

Ähnlich unversöhnlich wie das Vereinigte Königreich und die EU ringen in den USA Republikaner und Demokraten um ein weiteres Konjunkturpaket. Heute meldet sich der Senat aus der Sommerpause zurück, kommende Woche folgt das Repräsentantenhaus. Hoffnungen, dass damit die Verhandlungen über weitere Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise endlich wieder Fahrt aufnehmen, dürften jedoch enttäuscht werden. Das liegt nicht zuletzt an dem starken Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag. Der deutliche Rückgang der Arbeitslosenquote von 10,2 auf 8,4% dürfte die Stimmen der Republikaner gestärkt haben, die bezweifeln, dass umfangreiche Zusatzausgaben notwendig sind, um die wirtschaftliche Erholung zu stützen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stabilisiert.

Die guten Zahlen vom Arbeitsmarkt und gesunkenen Neuinfektionen haben mit dazu beigetragen, dass die Finanzmärkte das Auslaufen der ersten Konjunkturmaßnahmen bisher gut weggesteckt haben. Doch der anhaltende Verhandlungs-Patt droht schon bald wieder ein Thema für die USD-Wechselkurse werden. So haben die Zentralbanker der Fed immer wieder betont, dass zusätzliche fiskalische Mittel absolut kritisch sind, um eine robuste Erholung zu ermöglichen, an der alle Bevölkerungsschichten teilhaben. Auf ihrer Sitzung kommende Woche werden sie sich dazu äußern müssen, was das Ausbleiben weiterer fiskalischer Unterstützung, für ihren wirtschaftlichen Ausblick bedeutet. Denn alle guten Zahlen der jüngsten Vergangenheit können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung an Schwung verliert. Gerade auch am Arbeitsmarkt, wo sich abgesehen von Sondereffekten der Stellenaufbau verlangsamt. Nachdem die Fed im Zuge ihrer neuen geldpolitischen Strategie ihren besonderen Fokus auf das Ziel eines höchstmöglichen Beschäftigungsniveaus betont hat, kann sie dieser Entwicklung eigentlich nicht lange tatenlos Zusehen. Die Erwartung weiterer geldpolitischer Lockerung begrenzt das Abwärtspotenzial in EUR-USD.

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SB2ENECallEUR/USDHebel: 8,1
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CNY: Androhung einer Abkopplung

Während sich der Präsidentschaftswahlkampf in den USA verschärft, wird China immer mehr zum Konfliktherd. Joe Biden ist bisher nicht allzu sehr auf das Thema eingegangen, Trump drohte jedoch erneut mit einer vollständigen Abkopplung von China, was bei den amerikanischen Wählern immer mehr anzukommen scheint. Die Abwärtsrisiken für die chinesische Währung treten also nun zum Vorschein, weil die Hardliner beim Thema China vor den US-Wahlen zunehmend lauter werden dürften. Unterdessen konnte der US-Dollar während der letzten Sitzungen wieder etwas an Boden gewinnen, was andeutet, dass die CNY-Rally kurzfristig vor weiteren Problemen stehen dürfte. Alles in allem scheint der Stand von 6,80 für USD-CNY im Augenblick ein starker Widerstand zu werden.

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