Währung

Nach Black Wednesday ein Black Monday?

USD: Der Dollar kann die US Inflationszahlen für Juli, die heute veröffentlicht werden, wohl geflissentlich ignorieren, da sie keine nennenswerten neuen Informationen bieten werden. Die Gesamtrate bleibt aufgrund der Energiepreise knapp unter 3% und dürfte allmählich ihren Hochpunkt erreicht haben. Bei der Kerninflation könnte heute nur eine 2,2% anstatt der erwarteten 2,3% stehen. Aber trotzdem ist das kein Drama, denn auch sie verharrt über dem Inflationsziel. Die Zahlen passen ins Bild, dass die Fed mit ihrem Zinserhöhungszyklus erst einmal fortfahren wird. Insofern dürfte der Markt die Veröffentlichung unter „keine besondere Vorkommnisse“ ablegen und sich schnell wieder anderen Themen zuwenden. Neben dem Handelskrieg und möglichen Twitter-Ergüssen des US-Präsidenten sind diese im Sommerloch aber auch nicht wirklich reich gesät. Und so kann die Risikoaversion weiterhin das Heft in die Hand nehmen, die die EM-Währungen unter Druck setzt, den sicheren Hafen Dollar (und den Franken) hingegen aufwerten lässt.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CD8FV5 Call EUR/USD Hebel: 12,8
CV33RL Put EUR/USD Hebel: 10,1

GBP: Ganz ehrlich: wen interessieren eigentlich noch die Konjunkturdaten aus Großbritannien? Sie sind für das Pfund doch eh nicht mehr von Relevanz. Dem Letzten dürfte mittlerweile klar sein, dass es letztlich um deutlich mehr geht, als um BIP-Zahlen vom letzten Quartal oder ein paar Daten zur Industrieproduktion und zum Außenhandel, die heute veröffentlicht werden. Denn ein paar Zehntel mehr oder weniger bei den aktuellen Konjunkturzahlen sind lächerlich gegen das, was blühen könnte,  wenn das Risikoszenario „Austritt ohne (Übergangs-)Abkommen“ am 29. März 2019 plötzlich bittere Realität werden sollte. Die Sorgen davor spiegeln sich zunehmend in den Pfund-Kursen und Volatilitäten wieder. Das Kabinett der Regierung May plant sogar schon eine „No Deal Brexit Sitzung“ Ende September. Natürlich würde sich ein „No Deal“-Austritt wohl schon Wochen vor dem Ereignis abzeichnen. Aber trotzdem könnte es in Anlehnung an den „Black Wednesday“ vom 16. September 1992 (EWS-Krise) einen „Black Monday“ geben, wenn am 1. April 2019 die Märkte öffnen würden und die einst enge Beziehung zwischen dem UK und der EU aufgrund politischer Fehlkalkulationen auf WTO-Niveau zurückgefallen wäre. Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen. Sowohl Großbritannien als auch die EU haben Interesse an einer gütlichen Einigung. Nur wird halt die Zeit langsam echt knapp. Bis Oktober sollte ursprünglich ein Übergangsabkommen stehen, damit die EU Parlamente noch alle abstimmen können, die Regierung May spricht jetzt aber angeblich schon von Ende November. Worauf ich hinweisen möchte, ist, dass ordentliche Konjunkturdaten keinerlei Grund für Pfund-Optimismus sind. Weshalb ich auch bei guten Zahlen heute nicht mehr als eine klitzekleine Korrekturbewegung im Pfund erwarten würde, die sich eher als günstige Verkaufsgelegenheiten für das Pfund anbietet.

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1XCT Call EUR/GBP Hebel: 4,6
CV6A6E Put EUR/GBP Hebel: 7,5

CAD: Die Bank of Canada (BoC) wird ihren langsamen Zinserhöhungszyklus fortsetzen. Der Arbeitsmarktbericht für Juli wird das heute untermauern. Denn die Arbeitslosenquote ist auf historischen Tiefs und die Inflation sowie die verschiedenen Maße der Kerninflation liegen in der Mitte des Zielbands von 1-3%. Wer Sorgen hat, dass der Streit mit Saudi Arabien die BoC vom Zinserhöhungszyklus abhalten wird, sollte sich entspannen. Der Handel zwischen den beiden Ländern ist überschaubar. 2017 gingen nur 0,2% aller kanadischen Exporte dorthin (rund 1,12 Mrd. USD), und nur rund 9% der Erdölimporte Kanadas kamen von dort. Die Einbußen sind äußerst gering und für die BoC nicht der Rede wert. Vom Schlagabtausch zwischen den beiden Ländern müssen sich Anleger also nicht verunsichern lassen. Die NAFTA-Verhandlungen sind und bleiben der große Knackpunkt, doch hier geht in der Sommerpause sowieso nichts voran. Und so gibt es derzeit auch keinen großen Grund, weshalb der Loonie gegenüber dem Dollar groß an Boden verlieren sollte.

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD8NSZ Call EUR/CAD Hebel: 8,4
CD8NSG Put EUR/CAD Hebel: 11,5

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