Währung

Morgen ist D-Day für’s Pfund

GBP – Morgen ist D-Day für’s Pfund

Der Deal ist da, aber das No-Deal-Risiko ist nicht verschwunden. Die morgige Entscheidung des britischen Unterhauses wird u.U. nicht nur bestimmen, ob es mit diesem Deal was wird. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat gestern mehrmals so deutlich wie möglich klargestellt, dass es – würde das Parlament den Deal ablehnen – keine weitere Verlängerung gibt. Die Folge wäre ein No-Deal-Brexit am Monatsende. Friss oder stirb.

Zugegeben, der alte Fuchs Juncker erzählt viel, wenn der Tag lang ist. Vielleicht will er nur die britischen Parlamentarier unter Druck setzen. Ohne Druck – das haben wir in den letzten Jahren hinreichend erlebt – einigen die sich noch nicht einmal darauf, wie spät es ist. Und schließlich ist es nicht Junckers Kommission, sondern der Rat, der über eine Verlängerung entscheiden muss. Dennoch: Würden die britischen Volksvertreter morgen diesen Deal ablehnen, müsste der Devisenmarkt sich gut überlegen, ob nicht nur die 5¼% GBP-Aufwertung der letzten Tage (gegenüber USD) zurückgenommen werden müsste. Dann wäre auch zu erwägen, ob nicht zusätzliche GBP-Schwäche gerechtfertigt wäre. Schließlich erschiene dann das No-Deal-Risiko größer als Mitte voriger Woche (bevor der GBP-positive News-Flow einsetzte).

Der Devisenmarkt tut recht daran, dieses Risiko in der weiterhin schiefen Vol-Oberfläche zu reflektieren: EUR-GBP-Calls sind deutlich teurer als EUR-GBP-Puts. Das macht Sinn. Denn für den positiven Fall – eine Zustimmung des Unterhauses morgen – ist in den GBP-Spot-Kursen schließlich schon einiges eingepreist.

Dennoch: Verglichen mit dem, was im Fall eines No-Deals passieren kann, sind die Volatilitäten weiterhin niedrig. Eine (annualisierte) 1-Monats-ATM-Vola um 11,6% impliziert z.B. eine EUR-GBP-Bewegung von weniger als 3,4% auf Monatsfrist. Wenn’s zum No-Deal käme, wäre ein Vielfaches wahrscheinlich. Wer nicht-diversifizierbares GBP-Risiko besitzt, wird deshalb kaum darum herum kommen, seine Absicherung beizubehalten.

Da das so ist, könnte es im Fall einer Zustimmung des Parlaments in der nächsten Woche zu einer plötzlichen Zunahme von GBP-Nachfrage kommen. Auch auf der EUR-GBP-Unterseite ist daher vielleicht zu wenig GBP-Volatilität am Optionsmarkt eingepreist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
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CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
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Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CAD – Ungewisser Wahlausgang

Während der Fokus der Finanzmärkte aktuell auf den Hauptkriegsschauplätzen Handelskonflikt USA-China und Brexit liegt, sollte nicht untergehen, dass in Kanada am Montag Parlamentswahlen anstehen. Der Ausgang der Wahlen ist nicht minder spannend und könnte den CAD kurzfristig durchschütteln. Denn die Liberal Party von Premierminister Justin Trudeau und die Konservativen mit ihrem Spitzenkandidaten Andrew Sheer dürften sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Eine Wiederwahl Trudeaus ist zwar keine ausgemachte Sache, wird aber dennoch als das wahrscheinlichere Szenario angesehen. Allerdings könnten die Liberalen geschwächt aus der Wahl gehen: möglicherweise wird es lediglich zu einer Minderheitsregierung reichen, was natürlich die Handlungsfähigkeit Trudeaus einschränken würde. Andererseits ist eine Minderheitsregierung nichts Ungewöhnliches in Kanada. Der CAD dürfte auf einen Wahlsieg Trudeaus kaum reagieren. Sollte sich aber Sheer durchsetzen, könnte der CAD in einer ersten Reaktion unter Abwertungsdruck kommen. Zwar orientiert sich Scheer stark an der Politik seines Parteivorgängers Stephen Harper, der sich als Premierminister (2006-2015) sehr für den Freihandel, offene Märkte, eine pragmatische Wirtschaftspolitik und ergebnisorientierte Sozialpolitik einsetzte. Allerdings ist Sheer bei der Bevölkerung wenig bekannt. Außerdem blieb er im Wahlkampf bei Aussagen zu seiner geplanten Politik stets sehr vage. Somit wäre eine Regierung unter ihm für den Markt mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Allerdings dürften die globalen Faktoren und die Geldpolitik als Einflussfaktoren für den CAD bald wieder Oberhand gewinnen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLW Long EUR/CAD Faktor: 10
CU54YU Short EUR/CAD Faktor: -10
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CNY – Q4-Wachstum unter 6%?

Im 3. Quartal 2019 wuchs Chinas Wirtschaft um 6,0% gegenüber dem Vorjahr. Das ist weniger als die 6,2% im Vorquartal und einen Tick unter den Markterwartungen von 6,1%. Das BIP-Wachstum im 4. Quartal könnte nunmehr unter die psychologische Grenze von 6,0% fallen. Sollte dies eintreten, wäre es für den Markt zwar nicht ganz überraschend, es würde aber den Abwärtstrend der Wirtschaft weiter zementieren. Saisonal bereinigt liegt die Expansion im Quartal bei 1,5% (Vorquartal: 1,6%).

Die Konjunkturzahlen im September fielen uneinheitlich aus. Auch wenn die Industrieproduktion im September um 5,8% zulegte (ggü. Vorjahr) und den Markt positiv überraschte (Konsens: 4,9%), ist dieser Zuwachs mit Vorsicht zu genießen, zumal der Industrie-Output Chinas im letzten Monat des Quartals in der Regel nach oben schießt. Für wenig Überraschungen sorgten die Anlageinvestitionen und die Einzelhandelsumsätze, die seit Jahresanfang um 5,4% bzw. 7,8% stiegen (jeweils ggü. Vorjahr).

Am Devisenmarkt bleibt USD-CNY getrieben von den Schlagzeilen zum Handelskonflikt. Nachdem das chinesische Handelsministerium von soliden Fortschritten bei den Gesprächen berichtet hatte, erhielt der Renminbi (CNY) gestern Auftrieb, wobei USD-CNY wieder auf die 7,07er-Marke zurückfiel. Nach meiner Einschätzung verdient diese Woche das USD-CNY-Fixing mehr Beachtung. Das CNY-Fixing ist seit Ende August extrem stabil und die chinesische Zentralbank (PBoC) legte USD-CNY weiterhin nahe der Spanne zwischen 7,07 und 7,08 fest. Diese Woche allerdings waren die CNY-Referenzkurse etwas unbeständiger. Und das heutige Fixing bei 7,0690 ist um 99 Pips unter dem gestrigen Fixing. Auch wenn 99 Pips als Peanuts anmuten, war dies der größte Tagessprung im letzten Monat. Wichtiger aber noch ist, dass das heutige Fixing ebenfalls weitestgehend mit unserem Modell in Einklang steht. Letzteres scheint zu suggerieren, dass die chinesische Zentralbank mit dem gegenwärtigen USD-CNY-Kurs gut leben kann.

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Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
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CJ6WTF Call USD/CNH Hebel: 5,7
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