Währung

Miese Verbraucherstimmung belastet den Dollar

Miese Verbraucherstimmung belastet den Dollar

Am Freitag hatte ich mich an dieser Stelle darüber mokiert, dass einige Beobachter die Resilienz der US-Volkswirtschaft gegenüber Krisen quasi mystisch überhöhen (“Exzeptionalismus”), hatte aber vermutet, dass diese Sicht zunächst dominieren wird. Nun, bis Freitagnachmittag lief’s ganz gut für mich. Der Dollar konnte zulegen, und EUR-USD fiel deutlich unter die 1,21-Marke. Einen gehörigen Dämpfer erhielten die Exzeptionalismus-Anhänger freilich mit der Veröffentlichung des Stimmungsbarometers der University of Michigan. Deren erste Februar-Umfrage unter Konsumenten fiel deutlich schlechter aus, als selbst der pessimistischste Prognostiker erwartet hatte. Die Stimmung unter US-Konsumenten ist momentan auf 6-Monats-Tief. Wenn die “shining city upon a hill” aber nicht nur (wie ich Freitag erläutert hatte) auf einem Berg von Schulden errichtet ist, sondern zusätzlich die harten Daten sie gar nicht so “shining” erscheinen lassen, dann haben die Exzeptionalisten es halt schwer, hinreichend viele Marktteilnehmer davon zu überzeugen, dass der Dollar anderen Mechaniken unterliegen sollte als alle anderen Währungen dieser Welt.

Dabei sah alles so einfach aus: Die Impfungen in den USA laufen besser als in Europa, der fiskalische Anschwung dürfte schneller kommen als hier. Warum ist dann der US-Konsument nicht wieder auf dem Weg zu Vor-Corona-Kauflaune?

  • Erstens, weil Stimmung nicht relativ funktioniert. Egal, wie schnell das Impfen vonstattengeht, es ist gefühlt immer zu langsam.
  • Und zweitens mag bereits eine erste grundsätzliche Änderung des Konsumentenverhaltens sichtbar werden.

In den letzten Monaten kursierte im Netz (in verschiedenen Varianten) immer wieder der Satz:

“Nur weil einmal die Leute nur das kaufen, was sie wirklich brauchen, haben wir gleich eine Wirtschaftskrise.”

Der ist in dieser Stringenz sicherlich falsch. Aber er mag einen wahren Kern haben: dass der Konsument in Corona-Zeiten weniger empfänglich ist für die Botschaften der Werbung und auch deshalb (und nicht nur, weil Restaurants und Friseure geschlossen haben) weniger konsumiert. Noch weiß niemand, ob sich das schnell wieder ändert, oder ob die Immunität gegenüber Konsumverlockungen länger anhält. Wer aber (und auch das ist sicherlich eine Extremposition) glaubt, dass der US-Exzeptionalismus wesentlich auf die stärkere Empfänglichkeit des US-Konsumenten für Werbung zurückzuführen ist, der mag z.B. die derzeitige Konsumentenstimmung als Hinweis nehmen, dass zumindest in nächster Zeit es mit US-Exzeptionalismus nicht so weit her sein könnte.

Um das klar zu sagen: Das ist nicht unsere Hausmeinung. Wir glauben an einen deutlichen Post-Corona-Boom der US-Wirtschaft ab Q2/2021. Daher sehen wir die Daten vom Freitag nur als temporären Rücksetzer für die USD-Erholung, die wir in den nächsten Monaten erwarten.

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Brexiteers haben Oberwasser

Ich will an dieser Stelle wirklich nicht diskutieren, ob die britische Impfstrategie besser ist als die europäische. Dazu haben sich schon Kanzlerinnen, Virologen, aber auch so viele Ignoranten geäußert, dass es meines Beitrags nun wirklich nicht bedarf. Ich kann nur feststellen: Es gibt ein Lager von Marktteilnehmern, das aus der hohen Rate an Impfungen eine schnelle Erholung der britischen Wirtschaft ableitet. Aber nicht nur das. Etliche schließen zusätzlich, dass aufgrund der Schnelligkeit der Erholung auch das Ausmaß des dauerhaften ökonomischen Schadens gering ausfallen wird. Und einige nehmen das gar als Beleg, dass außerhalb der EU eben doch alles besser klappen würde als innerhalb. Kurz: Die Brexiteers haben Oberwasser.

Ob die britische Impfstrategie wirklich eine schnellere Überwindung der Epidemie und eine schnellere wirtschaftliche Erholung bringt, wird sich erst in einigen Monaten zeigen. Und dass die Handelsbarrieren dauerhaft sind, die Pandemie aber nur temporär, werden die Brexiteers sowieso nicht gelten lassen. Ergo ist derzeit mit Blick auf die GBP-Wechselkurse nicht Zeit für langfristige fundamentale Erwägungen. Was wir derzeit sehen, ist, dass sich der Post-Brexit-Effekt endlich entfalten kann und das Pfund sich so weit erholt, wie angesichts der Tatsache, dass es am Jahresanfang nicht zum “No Deal” kam, eigentlich längst hätte erwartet werden müssen.

Wie weit mag das führen? Wir haben seit einiger Zeit das Niveau von 0,87 in EUR-GBP als Ziel für Q1/2021. Das ist nun in Schlagdistanz. Mit dem Corona-Argument mag’s auch noch sichtbar weitergehen. Für mittelfristig orientierte Marktteilnehmer sei allerdings darauf hingewiesen: Die realwirtschaftlichen Folgen des Brexit bleiben. Und dass die Bank of England auf absehbare Zeit restriktiver wird (und damit einer GBP-Stärke fundamentale Rechtfertigung verleiht) ist eher unwahrscheinlich. So lang ist’s nicht mehr hin, bis EUR-GBP-Niveaus für einige Marktteilnehmer wieder attraktive Kaufkurse zeigt.

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