Rohstoffe

Massiver Anstieg der US-Ölvorräte

Energie: Die Ölpreise gerieten gestern erneut unter Abgabedruck. Brentöl rutschte kurzzeitig unter die Marke von 60 USD je Barrel. WTI gab zeitweise um mehr als 4% auf gut 50 USD nach. Auslöser waren die wöchentlichen Lagerdaten des US-Energieministeriums. Diese zeigten einen kräftigen Lageraufbau auf ganzer Linie (siehe Tabelle). Der Lageraufbau war nicht nur deutlich stärker als erwartet, sondern übertraf mit Ausnahme der Destillate auch die bereits hohen Zahlen des API vom Vortag. Zusammengenommen stiegen die US-Ölvorräte in der letzten Woche um sage und schreibe 22 Mio. Barrel. Das ist der stärkste Wochenanstieg seit 1990. Die US-Rohölproduktion erreichte ein Rekordniveau von 12,4 Mio. Barrel pro Tag. Die Rohölimporte sprangen um mehr als 1 Mio. Barrel pro Tag nach oben. Auch wenn diese Zahlen nur für den US-Markt sind, schüren sie Sorgen vor einem Überangebot, zumal zeitnah keine vergleichbaren Daten für den Weltmarkt vorliegen. Ein so kräftiger Lageraufbau in den USA passt nicht so recht zusammen mit einem ansonsten unterversorgten Ölmarkt. Der kräftige Anstieg der Rohölimporte macht außerdem deutlich, dass die USA trotz der geringeren Lieferungen aus Venezuela und dem Mittleren Osten weiterhin hinreichend Angebot auf dem Weltmarkt finden. Nicht nur in den USA steigt das Ölangebot. Die Ölproduktion im Kashagan-Ölfeld in Kasachstan soll gut informierten Kreisen zufolge ein Rekordniveau von 400 Tsd. Barrel pro Tag erreicht haben. Damit stellt sich auch die Frage, ob Kasachstan weiterhin Teil des „OPEC+“-Kürzungsabkommens sein wird, wenn dieses bis Jahresende verlängert wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold ist gestern zeitweise bis auf 1.345 USD je Feinunze gestiegen. Es wurde dabei vom anhaltend schwachen US-Dollar unterstützt, der im Zuge schlechter US-Konjunkturdaten zunächst weiter abwertete. Laut dem ADP-Arbeitsmarktbericht wurden im Mai nur 27 Tsd. neue Stellen geschaffen, deutlich weniger als erwartet. Dies bedeutet aber nicht zwingend schwache offizielle Arbeitsmarktdaten, die morgen Nachmittag veröffentlicht werden. Die Daten haben dennoch zu weiteren Zinssenkungsspekulationen geführt. Da der Dollar später seine Verluste wieder aufholte, gab Gold einen Großteil seiner Gewinne wieder ab, so dass es heute Morgen bei gut 1.330 USD handelt. Gold in Euro gerechnet legte gestern zwischenzeitlich auf 1.190 EUR je Feinunze zu, der höchste Wert seit April 2017. Die EU-Kommission hat ein Defizitverfahren gegen Italien wegen dessen hohen Staatsverschuldung empfohlen. Nach Zustimmung der EU-Staaten kann das Verfahren in zwei Wochen eingeleitet werden. Italien würde dann konkrete Vorgaben und Auflagen erhalten, die Schulden zu senken. Ignoriert es diese, drohen Strafzahlungen und der Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien würde eskalieren. Hiervon sollte Gold profitieren. Heute findet die EZB-Sitzung statt. Die EZB wird wohl grundsätzlich an ihrer bisherigen Sichtweise festhalten. Sie gibt heute auch Details zu den neuen Langfristtendern (sog. TLTROs) bekannt. Auf den Devisenmarkt und damit auch auf Gold dürfte die EZB-Sitzung aber kaum Auswirkungen haben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: Die zaghafte Erholung an den Metallmärkten war offenbar nur kurzlebig. Kupfer fiel gestern im späten Handel unter 5.800 USD je Tonne und markierte damit ein neues 5-Monatstief. Der Internationale Währungsfonds hatte gestern seine Prognose für das chinesische Wirtschaftswachstum leicht nach unten revidiert und auf weitere Abwärtsrisiken wegen des Handelskriegs mit den USA hingewiesen. Der zeitweilige Rutsch des Brentölpreises unter die Marke von 60 USD je Barrel (siehe Energie) hat den Kupferpreis wohl ebenfalls belastet. Dagegen gab der vorübergehend schwache US-Dollar dem Preis keine Unterstützung. Aluminium fällt heute Morgen auf 1.765 USD je Tonne und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit Januar 2017. Es kann sich also der Schwäche der meisten anderen Industriemetalle nicht entziehen. Wir hatten in den letzten Wochen aber auch schon mehrfach auf die gute Versorgungslage am Markt sowie die Abwärtsrevisionen vieler Nachfrageprognosen hingewiesen. In Japan, dem größten asiatischen Aluminiumimporteur, wurden jüngst die ersten Lieferkontrakte für das dritte Quartal abgeschlossen. Laut Angaben eines Aluminiumproduzenten wird die physische Prämie mit 108 USD je Tonne nur unwesentlich über der des laufenden Quartals liegen. Zuvor hatten Aluminiumproduzenten Prämien von 115-120 USD gefordert, die aber angesichts der verhaltenen Nachfrage von japanischen Verarbeitern offenbar nicht durchsetzbar waren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7K Long Copper-Future Faktor: 6
CJ3D7S Short Copper-Future Faktor: -6

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