Marktüberblick

Marktüberblick: US-Anleihen im Fokus

Am deutschen Aktienmarkt kam es zum Wochenstart zu einer Erleichterungsrally in Reaktion auf die Nachrichten vom G20-Treffen in
Buenos Aires am Wochenende zum Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Vertreter der beiden größten Volkswirtschaften
hatten sich darauf geeinigt, im Rahmen eines Waffenstillstands für 90 Tage keine Strafzölle zu erheben. Der DAX schloss 1,84 Prozent
höher bei 11.465 Punkten und zeigte damit den größten Tagesgewinn seit acht Monaten. Vom im frühen Handel notierten Tageshoch
(11.567) kam der Leitindex jedoch deutlich zurück. MDAX und TecDAX konnten am Ende um 1,34 beziehungsweise 2,13 Prozent
zulegen. In den drei Indizes gab es 84 Gewinner und 19 Verlierer. Das Aufwärtsvolumen betrug 79 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX
lag bei 104,4 Millionen Aktien (Vortag: 112,4) im Wert von 4,60 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,60). Stärkste Sektoren waren
Automobile (+3,94%), Technologie (+3,79%) und Pharma & Healthcare. Verlierersektoren waren Immobilien (-0,91%), Rohstoffe (-0,39%)
und Telekommunikation (-0,32%). Als Spitzenreiter im DAX verteuerte sich die Aktie von Wirecard ohne Nachrichten um 5,50 Prozent auf
140,80 EUR und nahm damit Tuchfühlung mit der wichtigen technischen Widerstands- und Zielzone bei 141,90-145,20 EUR auf. BMW
und Daimler haussierten um 4,77 und 4,53 Prozent. Hier beflügelte die Pause im Handelsstreit zwischen China und den USA. Die rote
Laterne hielt Vonovia mit minus 3,13 Prozent. Analysten des Bankhauses Metzler hatten für das Papier eine Verkaufsempfehlung
ausgesprochen. Lufthansa und Beiersdorf verzeichneten Abgaben von 1,34 und 0,82 Prozent.
An der Wall Street schloss der Dow 1,12 Prozent fester bei 25.826 Punkten. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,62
Prozent nach oben auf 7.062 Punkte. 72 Prozent der Werte an der NYSE konnten zulegen. Das Aufwärtsvolumen betrug 76 Prozent. Es
gab 77 neue 52-Wochen-Hochs und 128 neue Tiefs. Alle Sektoren bis auf Healthcare verbuchten Aufschläge. Am kräftigsten aufwärts
ging es mit Energiewerten und Technologietiteln.
Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Index gegen Ende des New Yorker Handels 0,19 Prozent tiefer bei 97,01 Punkten. EUR/USD stieg
um 0,28 Prozent auf 1,1349 USD. Stark gesucht waren die beiden Rohstoffwährungen Austral-Dollar und Kanada-Dollar. Am
deutlichsten verloren das Pfund Sterling sowie der Yen. Im Fokus stand daneben der chinesische Yuan mit kräftigen Zugewinnen, die
sich im heutigen asiatischen Handel fortsetzen. Zuletzt notierte USD/CNY bei 6,8412 CNY, was für den Yuan den stärksten 2-Tages-
Anstieg seit Juli 2005 darstellt. Er entfernte sich damit deutlich von der zuletzt stark im Blickpunkt stehenden Marke von 7 CNY.
Der S&P GSCI Rohstoffindex haussierte um 2,03 Prozent auf 414,76 Punkte. Die Ölpreise profitierten von der Verständigung zwischen
Saudi-Arabien und Russland, die Produktion in noch nicht konkretisiertem Umfang zu kürzen, um das Überangebot zu beseitigen. Ferner
hatte die ölreichste kanadische Provinz Alberta angekündigt, die Ölproduktion Anfang kommenden Jahres um 325.000 Barrel pro Tag zu
senken. Brent-Öl verteuerte sich um 4,22 Prozent auf 61,97 USD. Der Preis für US-Erdgas sackte um 5,83 Prozent auf 4,34 USD ab.
Comex-Kupfer stieg um 0,18 Prozent auf 2,79 USD. Gold legte um 0,80 Prozent auf 1.236 USD (1.084 EUR) zu. Silber, Platin und
Palladium handelten mit Aufschlägen zwischen 0,99 und 1,53 Prozent.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um einen Basispunkt auf 0,18 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um einen
Basispunkt auf ein 4-Monats-Tief bei 0,30 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss nach anfänglicher Schwäche 0,11 Prozent fester bei
161,66 Punkten und bestätigte damit den am Freitag erfolgten Ausbruch über die Widerstandszone bei 161,34/161,41 Punkten. Die
Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes gab um drei Basispunkte auf ein 3-Monats-Tief bei 2,98 Prozent nach. Im heutigen asiatischen
Handel rutschte sie erstmals seit dem Jahr 2017 unter die 200-Tage-Linie und notierte zuletzt bei 2,96 Prozent. Der vielbeachtete Spread
zwischen den zweijährigen US-Renditen und den zehnjährigen Renditen engte sich deutlich auf 15 Basispunkte ein. Bei den Laufzeiten
drei und fünf Jahre kam es sogar bereits zu einer Inversion, das bedeutet, dass die dreijährigen Renditen höher liegen als die
fünfjährigen. Experten sehen dies als Signal für eine Abschwächung der Konjunktur.
Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 0,56 Prozent auf 155,71
Punkte. Belastet von einem festeren Yen stand der Nikkei 225 besonders unter Druck. Der chinesische CSI 300 zeigte lediglich moderate
Abgaben und damit relative Stärke in der Region. Wie allgemein erwartet, beließ die australische Notenbank RBA den Leitzins
unverändert bei 1,5 Prozent.
Heute stehen von der Makroseite die Erzeugerpreise in der Eurozone im Blickpunkt. Automobilwerte könnten Impulse von einem Treffen
zwischen US-Regierungsvertretern und den Chefs von Volkswagen, Daimler und BMW erhalten. Linde dürfte aufgrund der gestern
Abend gemeldeten Aufnahme in den Stoxx-50-Index gesucht sein. Nach US-Börsenschluss präsentiert Hewlett Packard Enterprise die
Zahlen zum vierten Geschäftsquartal.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3F48 Long 10-Year U.S. Treasury Note Future Faktor 10
CJ3F4T Short 10-Year U.S. Treasury Note Future Faktor -10

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