Marktüberblick

Marktüberblick: Linde nach Indexaufnahme gesucht!

Am deutschen Aktienmarkt dominierten am Dienstag klar die negativen Vorzeichen. Die Anleger zeigten sich nach der jüngsten
Erleichterungsrally wieder risikoscheuer. Der DAX schloss 1,13 Prozent schwächer bei 11.335 Punkten. MDAX und TecDAX büßten
1,58 und 1,05 Prozent ein. In den drei Indizes gab es 20 Gewinner und 83 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 88 Prozent. Im DAX
wechselten 86,4 Millionen Aktien (Vortag: 104,4) im Wert von 3,56 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,60) den Besitzer. Alle
Sektoren endeten im Minus. Am deutlichsten fielen die Verluste bei Transport (-3,40%), Medien (-3,20%) und Bau (-3,19%) aus. Linde
stieg als bester DAX-Wert um 2,06 Prozent. Das Papier des Gasherstellers und Anlagenbauers profitierte von der Aufnahme in den
Stoxx-Europe-50-Index. Beiersdorf und Vonovia rückten dahinter um 1,47 und 0,98 Prozent vor. Das Schlusslicht im Index bildete
Lufthansa mit einem Kursrutsch um 6,22 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung vor allem auf die wieder etwas gestiegenen
Ölpreise. Auch sonst präsentierten sich vor allem konjunktursensible, zyklische Werte überdurchschnittlich schwach. Continental und
Covestro gaben um 4,72 respektive 4,52 Prozent nach.
An der Wall Street zeigten die Indizes kräftige Kursverluste. Die Skepsis bei den Marktteilnehmern hinsichtlich einer Lösung des
Handelsstreits zwischen den USA und China nahm wieder zu. Als Belastungsfaktor wirkten zudem Signale vom Anleihemarkt. Die
Differenz zwischen der Zwei- und Zehnjahresrendite hatte sich auf den niedrigsten Stand seit 2007 verengt, was als Anzeichen für eine
konjunkturelle Abschwächung interpretiert wurde. Allen US-Rezessionen der letzten Jahrzehnte war – allerdings mit einem langen
Vorlauf – eine inverse Zinskurve vorausgegangen. Der Dow schloss 3,09 Prozent tiefer bei 25.027 Punkten. Für den technologielastigen
Nasdaq 100 ging es um 3,77 Prozent abwärts auf 6.795 Zähler. Der Abverkauf war breit angelegt. 83 Prozent der Werte an der NYSE
endeten im Minus. Das Abwärtsvolumen lag bei 93 Prozent. Alle Sektoren bis auf Versorger verbuchten Abgaben. Besonders schwach
tendierten Finanzwerte (-4,35%) und Industrietitel (-4,25%).
Am Devisenmarkt konnte der US-Dollar gegenüber den meisten anderen Hauptwährungen aufwerten. Der Dollar-Index notierte gegen
Ende des New Yorker Handels gut behauptet bei 96,96 Punkten. EUR/USD gab um 0,12 Prozent auf 1,1340 USD nach. Mit Blick auf die
anderen wichtigen Währungen waren die sicheren Häfen des Yen und Franken stark gesucht, während die Rohstoffdevisen Kanada-
Dollar und Austral-Dollar unter Verlusten litten.
Der S&P GSCI Rohstoffindex kletterte um 0,32 Prozent auf 416,09 Punkte. Brent-Öl notierte 0,19 Prozent fester bei 61,81 USD. Der Preis
für US-Erdgas sprang um 2,70 Prozent auf 4,46 USD. Comex-Kupfer sackte um 1,83 Prozent auf 2,76 USD ab. Gold stieg um 0,34
Prozent auf ein 2-Monats-Hoch bei 1.244 USD. In Euro zog das Edelmetall auf ein 6-Monats-Hoch bei 1.092 EUR an und erreichte eine
wichtige Widerstandsregion, die sich bis 1.095 EUR erstreckt. Silber verteuerte sich um 0,66 Prozent auf 14,60 USD.
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite um drei Basispunkte auf 0,15 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sackte um fünf
Basispunkte auf ein 7-Monats-Tief bei 0,25 Prozent ab und testet damit nun eine langfristig bedeutsame technische Unterstützungszone.
Der Euro-Bund-Future stieg um 0,36 Prozent auf 162,25 Punkte und drang in eine wichtige Widerstandszone vor. Die Rendite
zehnjähriger US-Treasury Notes gab um satte sieben Basispunkte auf ein 3-Monats-Tief bei 2,91 Prozent nach. Formationstechnisch
hatte sie Ende der vergangenen Woche ein mehrwöchiges Doppeltop komplettiert. Die Rendite der zweijährigen US-Anleihen fiel um
drei Basispunkte auf 2,80 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh belastet von den negativen US-Vorgaben auf breiter Front von der schwachen
Seite. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 1,12 Prozent auf 153,45 Punkte. Von der konjunkturellen Seite überraschte der chinesische
Caixin-PMI für den Servicesektor im November positiv mit einem Anstieg von zuvor 50,8 auf ein 5-Monats-Hoch bei 53,8 Punkten. Das
australische Bruttoinlandsprodukt kam im dritten Quartal mit einem Anstieg von 0,3 Prozent deutlich schwächer als die
Konsensschätzung (0,6%) herein.
Heute stehen von der Makroseite die Servicesektor-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone und Großbritannien im
Fokus. Die Börsen in den USA bleiben aufgrund des Trauertages anlässlich des Todes des ehemaligen US-Präsidenten George H.W.
Bush geschlossen. Unternehmensseitig könnte die Bayer-Aktie mit Blick auf den in London stattfindenden Kapitalmarkttag Impulse
erhalten. Die Leverkusener werden die Details zu den Mittelfristzielen bis 2022 bekannt geben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ21UM Long Linde plc Faktor 5
CJ23TU Short Linde plc Faktor -5

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