Marktüberblick

Marktüberblick: Immobilienwerte unter Druck

Am deutschen Aktienmarkt überwogen am Donnerstag nach der EZB-Sitzung die negativen Vorzeichen. Die Notenbank hatte zwar aufgrund der wachsenden Konjunkturrisiken eine Zinserhöhung bis mindestens Mitte 2020 nach hinten geschoben, erfüllte jedoch nicht die Spekulation mancher Marktteilnehmer auf eine mögliche anderweitige geldpolitische Lockerung. Der DAX schloss 0,23 Prozent tiefer bei 11.953 Punkten. MDAX und TecDAX verloren 0,88 und 0,44 Prozent. In den drei genannten Indizes gab es 34 Gewinner und 65 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 71 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX betrug 89,6 Millionen Aktien (Vortag: 81,8) im Wert von 3,21 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,46). Am stärksten gesucht mit Blick auf die Sektorenperformance waren Versorger (+1,51%), Chemie (+0,98%) und Konsum (+0,78%). Am schwächsten tendierten Immobilienwerte (-2,83%). Hier belastete, dass der Berliner Senat die Mieten für fünf Jahre einfrieren will. Als bester DAX-Wert legte Linde um 2,11 Prozent zu und markierte damit ein neues Rekordhoch. RWE und E.ON verbesserten sich um 1,94 und 1,68 Prozent. Vonovia stellte mit einem Abschlag von 4,67 Prozent das Schlusslicht im Leitindex. Deutsche Bank und Wirecard verloren 2,93 und 2,52 Prozent. Im MDAX sackte Deutsche Wohnen um 7,73 Prozent ab. Der Immobilienkonzern ist in Berlin besonders stark engagiert.

An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zur Schlussglocke 0,70 Prozent höher bei 25.721 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 0,76 Prozent auf 7.276 Zähler vor. 56 Prozent der Werte an der NYSE schlossen im Plus. Das Aufwärtsvolumen lag bei 61 Prozent. 194 neuen 52-Wochen-Hochs standen 102 Tiefs gegenüber. Alle Sektorenindizes verzeichneten Zugewinne. Am kräftigsten nach oben ging es mit den Energiewerten.

Am Devisenmarkt musste der US-Dollar gegenüber allen anderen Hauptwährungen Verluste hinnehmen. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des New Yorker Handels 0,27 Prozent tiefer bei 97,04 Punkten. Der Euro profitierte von den weniger taubenhaft als erwartet ausgefallenen Äußerungen der EZB und wertete gegenüber den anderen Majors auf. EUR/USD stieg um 0,48 Prozent auf 1,1274 USD.

Der S&P GSCI Rohstoffindex legte gestützt vom schwächeren Greenback um 1,09 Prozent auf 402,92 Punkte zu. Brent-Öl verteuerte sich um 1,72 Prozent auf 61,67 USD. Der Preis für US-Erdgas sank nach Lagerbestandsdaten um 2,27 Prozent auf 2,32 USD. Comex-Kupfer rückte um 1,05 Prozent auf 2,65 USD vor. Gold handelte 0,68 Prozent fester bei 1.343 USD. Silber, Platin und Palladium verzeichneten Zugewinne zwischen 0,11 und 1,64 Prozent.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um drei Basispunkte auf minus 0,28 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um einen Basispunkt auf ein Rekordtief bei minus 0,23 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,14 Prozent höher bei 168,99 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes verharrte bei 2,12 Prozent.

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh überwiegend fester. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 0,06 Prozent höher bei 153,68 Punkten. Die Börsen in China und Hongkong blieben feiertagsbedingt geschlossen.

Heute richtet sich der Blick vor allem auf die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Mai. Experten erwarten im Schnitt einen Anstieg der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um 180.000 nach einem Plus von 263.000 im Monat zuvor.

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