Marktüberblick

Marktüberblick: Anleihen gefragt

Der deutsche Aktienmarkt ging am Donnerstag belastet von Konjunktursorgen auf Tauchstation. Die deutsche Industrieproduktion sank im Dezember zur Überraschung der Analysten das vierte Mal in Folge um diesmal 0,4 Prozent (Konsensschätzung: +0,8%). Zudem senkte die EU-Kommission ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone für 2019 drastisch auf 1,3 Prozent (zuvor: 1,9%), was vor allem an der Entwicklung in Deutschland sowie in Italien lag. Der DAX fiel um 2,67 Prozent auf 11.022 Punkte. MDAX und TecDAX verzeichneten Einbußen von 2,59 und 3,29 Prozent. Die Marktbreite und das Handelsvolumen gestalteten sich extrem negativ. In den drei genannten Indizes gab es lediglich vier Gewinner und 98 Verlierer. Das Abwärtsvolumen betrug 99,5 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX lag bei 111,4 Millionen Aktien (Vortag: 78,2) im Wert von 4,78 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,78). Alle Sektorenindizes endeten im Minus. Am stärksten verloren Banken (-5,96%), Automobile (-4,46%) und Bauwerte (-3,86%). Kein einziger DAX-Wert schaffte den Sprung in den grünen Bereich. Nach neuerlichen Vorwürfen der Falschbilanzierung seitens der Financial Times brach die Aktie von Wirecard um 15,00 Prozent ein und belegte damit das Indexende. Deutsche Bank und Daimler büßten 6,33 und 5,24 Prozent ein. Im MDAX stürzte Gea Group nach der Streichung der Mittelfristziele und einem negativen Analystenkommentar um 17,75 Prozent ab.

An der Wall Street kochte nach negativen Signalen zu den laufenden Verhandlungen die Sorge um den weiteren Verlauf des Handelskonflikts zwischen China und den USA wieder hoch. Der Dow schloss 0,86 Prozent tiefer bei 25.170 Punkten. Der Nasdaq 100 verlor 1,32 Prozent auf 6.905 Zähler. 67 Prozent der Werte an der NYSE verzeichneten Kursverluste. Das Abwärtsvolumen lag bei 72 Prozent. Es gab 60 neue 52-Wochen-Hochs und 24 neue Tiefs. Bei den Sektoren verzeichneten lediglich Versorger und Immobilienaktien Zugewinne. Beide gelten als Profiteure fallender Zinsen. Am deutlichsten fielen Energiewerte aufgrund abrutschender Ölpreise.

Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Index gegen Ende des New Yorker Handels 0,17 Prozent höher bei 96,54 Punkten. EUR/USD fiel um 0,14 Prozent auf 1,1345 USD. Mit Blick auf die anderen Hauptwährungen fiel das Pfund Sterling durch Stärke auf, während der Kanada-Dollar deutlich unter Druck stand.

Der S&P GSCI Rohstoffindex fiel um 1,42 Prozent auf 406,17 Punkte. Brent-Öl verbilligte sich um 1,69 Prozent auf 61,63 USD. Der Preis für US-Erdgas sackte nach Lagerbestandsdaten um 3,38 Prozent auf 2,57 USD ab. Gold handelte kaum verändert bei 1.314 USD (1.154 EUR). Silber konnte um 0,18 Prozent auf 15,73 USD zulegen.

Am Rentenmarkt sank die gegen Mittag festgestellte Umlaufrendite um einen Basispunkt auf 0,03 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sackte bis zum Abend um sechs Basispunkte auf ein 27-Monats-Tief bei 0,11 Prozent ab und beendete damit einen mehrwöchigen Stabilisierungsversuch oberhalb der Marke von 0,15 Prozent. Der Euro-Bund-Future stieg entsprechend gegenläufig um 0,52 Prozent auf ein neues Rallyhoch bei 166,40 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes fiel um fünf Basispunkte auf 2,65 Prozent.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 1,00 Prozent auf 154,91 Punkte. Die Börsen in China, Taiwan und Vietnam blieben feiertagsbedingt geschlossen.

Heute stehen von der Makroseite die Dezember-Daten zur deutschen Handelsbilanz sowie zur französischen Industrieproduktion im Fokus. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Ceconomy und Dic Asset.

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CJ3F50 Long Euro Bund Future Faktor: 10
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