Rohstoffe

Marktteilnehmer blicken nach London

Energie: Die Ölpreise legen den zweiten Tag in Folge zu. Brent steigt auf gut 67 USD je Barrel, WTI auf 57,5 USD. Weiterhin Rückenwind gibt die gestrige Ankündigung Saudi-Arabiens, das Ölangebot auch im April deutlich eingeschränkt zu halten (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Dies zeigt die Entschlossenheit Saudi-Arabiens, den Ölmarkt mittels fortgesetzter Angebotsverknappung im Gleichgewicht zu halten. Zusätzlichen Auftrieb gibt die Nachricht, wonach der seit fünf Tagen andauernde massive Stromausfall in Venezuela auch die Ölexporte des Landes beeinträchtigt. Die Ölauslieferungen aus dem wichtigsten Hafen des Landes sind wegen der fehlenden Stromversorgung zum Erliegen gekommen. Zudem sind die Verarbeitungsanlagen nur eingeschränkt betriebsfähig. Diese wandeln das ursprünglich sehr schwere Rohöl in exportfähige Sorten um. Aufgrund der US-Sanktionen gegen den staatlichen Ölkonzern PDVSA stehen die Ölexporte Venezuelas ohnehin unter Druck. Die IEA erwartet einen Rückgang der venezolanischen Ölproduktion auf 800 Tsd. Barrel pro Tag in diesem Jahr. Zuletzt lag die Produktion noch bei gut 1 Mio. Barrel pro Tag. In Algerien scheint sich die Lage dagegen zu entspannen, nachdem Staatspräsident Bouteflika angekündigt hat, doch nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen. Zu Ausfällen bei der Ölproduktion hatten die Proteste gegen Bouteflika bislang allerdings nicht geführt. Algerien hatte im Februar sogar etwas mehr Rohöl gefördert als laut Kürzungsabkommen eigentlich erlaubt. Heute veröffentlicht die US-Energiebehörde eine neue Prognose zur US-Ölproduktion. Diese dürfte weiter nach oben zeigen. Eine erneute Aufwärtsrevision ist nach dem deutlichen Sprung im Vormonat aber nicht zu erwarten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die britische Premierministerin May hat der EU in letzter Minute angeblich Zugeständnisse beim Brexit abgerungen. Demnach gibt es einen Zusatzvertrag zum bereits ausgehandelten Austrittsabkommen, der den so. Backstop, den Verbleib Großbritanniens in der Zollunion, regelt. Das eigentliche Abkommen wird laut EU Kommissionspräsident Juncker nicht mehr aufgeschnürt und die EU ist zu keinerlei weiteren Zugeständnissen bereit. Heute Abend wird nun im britischen Parlament über das Austrittsabkommen inklusive den Zusatzvertrag abgestimmt. Eine Zustimmung gilt als nicht sicher. Im Januar wurde das Abkommen mit historisch hoher Mehrheit von den Parlamentariern abgelehnt. Gold macht heute Morgen einen Teil seiner Verluste von gestern – es fiel zeitweise auf 1.290 USD je Feinunze – zwar wieder wett. Sollte das Abkommen diesmal aber angenommen werden und der Risikoappetit daraufhin steigen, dürfte Gold wieder unter Druck kommen. Die Wolken über dem chinesischen Automarkt bleiben düster. Laut Angaben des Verbands der chinesischen Automobilproduzenten sind die Autoabsätze im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 17,4% eingebrochen. Einziger Lichtblick blieben Elektroautos, die weiterhin sehr hohe Zuwachsraten verzeichneten. Der Rückgang insgesamt kann nur teilweise durch das Neujahrsfest erklärt werden, da dieses auch letztes Jahr im Februar gefeiert wurde. Palladium hält sich trotz dieser wiederholt schlechten Nachrichten noch klar über der Marke von 1.500 USD je Feinunze und damit auch in der Nähe seines Rekordhochs.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die globalen Blei- und Zinkmärkte waren auch zu Jahresbeginn noch angespannt. Wie die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) gestern berichtete, wiesen die Märkte im Januar Angebotsdefizite von 26 Tsd. bzw. 28 Tsd. Tonnen auf. Am Bleimarkt blieb demnach das Angebot seit September in jedem Monat hinter der Nachfrage zurück, am Zinkmarkt sogar schon seit Juni. Laut der Einschätzung der ILZSG vom Oktober soll sich die Situation an beiden Märkten in diesem Jahr aber spürbar entspannen. Für Blei prognostiziert die ILZSG wieder einen Angebotsüberschuss, der zudem der höchste seit sieben Jahren sein soll. Für Zink sieht sie ein deutlich geringeres Defizit als in den letzten beiden Jahren. Aktualisierte Schätzungen präsentiert die ILZSG auf ihrer Frühjahrstagung Anfang Mai. Der Bleipreis stand in den letzten Tagen unter Druck und ist wieder unter 2.100 USD je Tonne gerutscht. Hier hat sich das charttechnische Bild eingetrübt. Der Zinkpreis bewegt sich dagegen unter Schwankungen nach oben und nähert sich der Marke von 2.800 USD je Tonne. Der Preis wurde zuletzt durch Angebotssorgen unterstützt, nachdem die LME-Zinkvorräte immer weiter reduziert wurden und mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit 11½ Jahren liegen. Ein Teil dieses Materials dürfte in SHFE-Lagerhäuser in China geflossen sein, wie der starke Anstieg der Bestände dort seit Jahresbeginn zeigt. Da in China die saisonbedingt nachfragestarke Zeit bevorsteht, ist es üblich, dass dort im Vorfeld Vorräte aufgebaut werden

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