Rohstoffe

Saudi-Arabien hat Ölproduktion bereits im Juni stark erhöht – das sind die Folgen!

Energie: US-Präsident Trump hielt den Ölmarkt am Wochenende mit mehreren Einlassungen in Atem. Am Samstag sorgte ein Twitter-Kommentar für Aufregung. Demnach hätte Trump vom saudi-arabischen König bin Salman die Zusage für eine Produktionserhöhung um 2.000.000 Barrel (gemeint ist wohl 2 Mio. Barrel pro Tag) erhalten. Damit sollen die „Unruhen und Störungen in Venezuela und Iran“ ausgeglichen werden. Bestätigt wurden diese Aussagen von den Saudis allerdings nicht. Abgesehen davon, dass die von Trump genannten Störungen teilweise auch auf das eigene Konto gehen – den europäischen Unternehmen drohte er gestern unverhohlen mit Sanktionen, sollten sie weiter Geschäfte mit dem Iran machen – wären dann die freien Förderkapazitäten Saudi-Arabiens vollständig aufgebraucht. Der preisdämpfende Effekt wäre somit nur von kurzer Dauer. Sobald den Marktteilnehmern klar wird, dass kein Puffer für weitere Produktionsanhebungen mehr vorhanden ist, würden die Preise wieder steigen und zwar merklich. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Saudi-Arabien laut einer Reuters-Umfrage bereits im Juni seine Ölproduktion um 700 Tsd. auf 10,7 Mio. Barrel pro Tag erhöht hat. Damit liegt die saudische Fördermenge deutlich über dem im Kürzungsabkommen festgelegten Niveau. Gestern folgte noch ein Interview des US-Präsidenten auf Fox News, in dem er zum verbalen Rundumschlag gegen die europäischen Verbündeten (s.o.) und die OPEC ausholte. Die OPEC beschuldigte er, die Preise zu manipulieren. Diese sollten damit besser aufhören, da die USA viele dieser Länder beschützen würden. Unverblümter geht es nicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold zeigt sich weiter von seiner schwachen Seite: Es fällt zum Wochenauftakt wieder unter 1.250 USD je Feinunze. Heute Morgen drückt der feste US-Dollar auf den Preis. Gold in EUR gerechnet hält sich dadurch etwas besser bei gut 1.070 EUR je Feinunze, was aber dennoch ein 3½-Monatstief darstellt. Gold weht weiter viel Wind sowohl seitens der kurzfristig als auch der eher längerfristig orientierten Finanzinvestoren entgegen. Laut CFTC-Statistik gab es in der Woche zum 26. Juni erstmals seit 2½ Jahren wieder Netto-Short-Positionen. Dabei wurden vor allem Short-Positionen aufgebaut, das heißt die spekulativen Finanzinvestoren setzen derzeit stark auf fallende Preise. Daneben haben die ETF-Investoren im großen Stil Gold verkauft. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten im Juni Abflüsse von fast 48 Tonnen. Dies waren die größten Abflüsse in einem Monat seit Juli 2017. Und sollte es keine Nachmeldungen mehr geben, dann waren auch die Münzverkäufe in den USA weiter schwach. Auf dem EU-Gipfel Ende letzter Woche gab es in den wesentlichen Themen keine Einigung. Da das politische Hin und Her in Deutschland den Goldpreis bislang nicht beeindruckt hat, gehen wir davon aus, dass er auch nur dann nennenswert reagieren wird, wenn die Regierung wegen unterschiedlicher Auffassungen in der Flüchtlingspolitik auseinanderbricht. Ein möglicherweise entscheidendes Gespräch über die Zukunft der deutschen Regierung findet heute Nachmittag zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer statt. Ansonsten wird der US-Arbeitsmarktbericht Ende der Woche im Fokus der Marktteilnehmer stehen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Nachdem die Metallpreise gemessen am LME-Industriemetallindex im Juni den größten Monatsverlust seit 2½ Jahren hinnehmen mussten, starten sie auch den neuen Monat mit einem negativen Unterton. Hierzu tragen schwache Aktienmärkte in Asien bei. In China ist der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juni etwas stärker als erwartet auf 51,5 gefallen. Auch der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex gab leicht auf 51,0 nach. Damit trübt sich die Stimmung in der chinesischen Industrie ein. Ein Grund ist die Entschuldungskampagne der chinesischen Regierung. Daneben hat offenbar der Handelsstreit mit den USA die chinesischen Firmen schon im Vorfeld der US-Importzölle belastet. Ende dieser Woche treten in einer ersten Welle US-Zölle auf chinesische Waren (betroffen sind 818 Produkte) im Wert von 34 Mrd. USD in Kraft. Die chinesische Regierung wird wohl dann Vergeltungszölle in derselben Größenordnung ankündigen. Ob sich der Handelsstreit auch auf die Stimmung in den US-Unternehmen bereits ausgewirkt hat, wird der ISM-Index zeigen, der heute Nachmittag veröffentlicht wird. Da die Handelswoche ansonsten datenarm ist, werden die Marktteilnehmer wohl die Entwicklung des Handelsstreits umso genauer verfolgen. Anzeichen einer weiteren Eskalierung dürften zum Anlass genommen werden, die Metalle weiter zu verkaufen. Laut CFTC-Statistik haben sich die spekulativen Finanzinvestoren in der Woche zum 26. Juni schon stark bei Kupfer zurückgezogen.

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