Rohstoffe

Licht und Schatten an den Rohstoffmärkten

OPEC+ steht vor weiteren schweren Aufgaben
Die Analysten der OPEC bleiben zum Ölmarkt deutlich pessimistischer eingestellt als die IEA und EIA und rechnen mit einem Nachfragerückgang um 9,1 Mio. Barrel täglich in diesem Jahr. Gleichzeitig wurde die Schätzung für das Nicht-OPEC-Angebot um 0,3 Mio. Barrel täglich nach oben revidiert. Demnach hätte die OPEC handeln und die massiven Produktionskürzungen über Juli hinaus verlängern müssen. Dass dies beim heutigen Ministeriellen Kontrollausschuss der OPEC+ (JMMC) beschlossen wird, ist allerdings unwahrscheinlich, da das Technische Komitee gestern keine solche Empfehlung abgab. Sollte sich herausstellen, dass Russland seine Produktion im Mai nicht ganz so stark reduziert hat wie versprochen, würde das die Stimmung in der Gruppe eintrüben. Denn die gestern veröffentlichten Mai-Statistiken stimmen mit den Daten des Energieministeriums nicht überein. Und nun gibt es auch noch Schätzungen, dass sich die US-Ölproduktion nach dem jüngsten WTI-Ölpreisanstieg auf rund 40 USD je Barrel bereits in Kürze um 400-500 Tsd. Barrel täglich erholen könnte. Das US-Energieministerium hat erst gestern in seinem Wochenbericht einen Rückgang der Ölproduktion um 600 Tsd. Barrel auf 10,5 Mio. Barrel täglich berichtet. Dies ist teilweise dem Tropensturm Cristobal geschuldet. Teilweise hat das DOE in den letzten Wochen aber die Verfügbarkeit am US-Ölmarkt überschätzt. Auch ansonsten hat der Wochenbericht auf breiter Front positiv überrascht. Nicht nur war der Anstieg der Rohöllagerbestände mit 1,2 Mio. Barrel geringer als erwartet, auch die Benzinbestände sind unerwartet stark um 1,7 Mio. Barrel gefallen. Allerdings war dieser Rückgang wohl nicht auf eine höhere Nachfrage zurückzuführen. Diese blieb zuletzt mit rund 7,9 Mio. Barrel täglich mehr als 20% unter dem Vorjahresniveau und damit extrem schwach. Licht und Schatten wechseln sich also am Ölmarkt ständig ab, wobei die Preisschwankungen extrem hoch bleiben dürften.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CXUCallOil Brent FutureHebel: 3,8
SB9B7VPutOil Brent FutureHebel: 4,3
SR8GJVCallOil WTI Light FutureHebel: 4,0
CL7MRVPutOil WTI Light FutureHebel: 4,1
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Goldnachfrage weiterhin zweigeteilt
Der Goldpreis rutschte gestern zwischenzeitlich unter 1.720 USD je Feinunze, erholte sich aber schnell wieder und ging letztlich unverändert aus dem Handel. Am Morgen handelt Gold bei 1.725 USD. Somit zeigte sich erneut, dass Preisrückgänge als Kaufgelegenheit erachtet werden. Die am Morgen veröffentlichten Daten der Schweizer Zollbehörde zu den Goldauslieferungen im Mai bestätigten das Bild einer zweigeteilten Goldnachfrage – sehr stark im Westen, sehr schwach im Osten. Die Schweizer Goldexporte insgesamt stiegen um gut 7% gegenüber dem Vormonat auf 142 Tonnen. Höher waren sie zuletzt im August letzten Jahres. Fast 90% oder 126,6 Tonnen davon gingen in die USA. Der Großteil dürfte auf die robuste Nachfrage nach Gold-ETFs zurückzuführen sein. So verzeichnete der in den USA ansässige weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, im Mai Zuflüsse von 67 Tonnen. Auf weitere in den USA gelistete Gold-ETFs entfielen Zuflüsse von 32 Tonnen. Zudem setzte sich der Anstieg der Comex-Goldbestände fort. Diese stiegen im Mai um weitere 7,15 Mio. Unzen bzw. 222,4 Tonnen. Dies dürfte teilweise durch Importe aus der Schweiz erfolgt sein. Die Ausfuhren von Gold aus der Schweiz nach China, Hongkong und Indien sind dagegen zu vernachlässigen. Nach China ging den dritten Monat in Folge gar nichts, nach Hongkong so gut wie nichts. Nach Indien wurde lediglich eine halbe Tonne exportiert. Inoffizielle Importdaten aus Indien hatten dies schon angedeutet. Die Mai-Daten zum Goldhandel zwischen China und Hongkong werden in der übernächsten Woche veröffentlicht. Diese dürften ebenfalls sehr bescheiden ausfallen, nachdem China im April erstmals überhaupt mehr Gold nach Hongkong exportierte als von dort einführte. Die schwache physische Nachfrage in den asiatischen Ländern macht Gold stark abhängig von der ETF-Nachfrage, zumal auch die Zentralbanken mit Ausnahme der Türkei derzeit kaum noch Gold kaufen (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern).

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Backwardation der Terminkurve zeigt angespannten Zinnmarkt
Auch der Zinnpreis ist im Zuge der allgemeinen Erholung an den Metallmärkten gestiegen und notiert mittlerweile bei rund 17.000 USD je Tonne. In den letzten Wochen hat die Zinn-Terminkurve gerade am vorderen Ende stärker in Backwardation gedreht, das heißt kurzlaufende Kontrakte sind teurer als länger laufende. Dies ist für gewöhnlich ein Zeichen von Knappheit bzw. eines angespannten Marktes. Und tatsächlich, die Zinnausfuhren aus Indonesien, dem weltweit größten Zinnexporteur, liegen seit März deutlich unter Vorjahr. Daten des Handelsministeriums zufolge wurden im Mai 4.380 Tonnen Zinn exportiert, 35% weniger als vor einem Jahr. Die geringen Exporte der letzten Monate sind zum einen den niedrigen Preisen geschuldet – Zinn war Ende März zeitweise auf ein 11-Jahrestief gefallen –, so dass wahrscheinlich Material zurückgehalten wurde. Zum anderen musste die Zinnproduktion in Indonesien wegen des Coronavirus gedrosselt bzw. unterbrochen werden. Mittlerweile wurden dort die Maßnahmen aber gelockert und der Zinnpreis ist auf sein Vorkrisenniveau gestiegen. Das heißt, die Exporte dürften demnächst wieder anziehen. Die in den letzten Monaten verhaltenen Exporte haben aber wohl maßgeblich dazu beigetragen, dass der globale Zinnmarkt in den ersten vier Monaten des Jahres im Angebotsdefizit war. Gemäß Daten des World Bureau of Metal Statistics (WBMS) belief sich das Defizit auf 12 Tsd. Tonnen und war damit dreimal so hoch wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das WBMS weist allerdings in seiner gestern veröffentlichten Statistik darauf hin, dass die Marktdaten durch das Coronavirus stark beeinflusst seien und die Nachfrage für viele Länder im April nur annäherungsweise berechnet werden konnte. Laut WBMS sei die Nachfrage wahrscheinlich überschätzt. Dies gilt nicht nur für Zinn, sondern auch für die anderen Metalle.