Währung

Lagarde wird heute dem Euro kein neues Leben einhauchen…

EUR: Lagarde wird heute dem Euro kein neues Leben einhauchen…

Erwarten Sie besser nicht zu viel vom Auftritt der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde, wenn sie heute Morgen auf einem Kongress in Frankfurt die Eröffnungsrede hält. Denn bevor sie überhaupt als Ratspräsidentin Mitte Dezember eine erste Zinssitzung mit Pressekonferenz durchgeführt hat, wäre es unpassend, heute schon im Alleingang eine Grundsatzrede zu ihrer Vorstellung der zukünftigen Geldpolitik zu halten. Schließlich dürfte sie als Politikerin eher versuchen, einen solchen Lapsus zu vermeiden und auf mehr Einigkeit im Rat hinzuarbeiten – der Aufruf hierzu war sogar schon dem EZB Protokoll zur Sitzung Ende Oktober zu entnehmen, obwohl diese noch unter der Leitung von Lagardes Vorgänger Mario Draghi abgehalten wurde. Außerdem scheint Lagarde geldpolitisch eher auf der expansiven Seite zu stehen, was sowieso erst einmal für keine großen Änderungen in der Gangart der EZB spricht. Ich fürchte deshalb, dass Lagardes Rede zumindest heute dem Euro kein neues Leben einhauchen wird.

…doch ist sie dennoch ein eher positives Signal für Europas Währung

Was für den heutigen Tag gilt, muss nicht ewig gelten. Auf mittlere Sicht könnte Lagarde einen für die EUR-Wechselkurse relevanteren Unterschied bedeuten. Bei ihrem Vorgänger hatte man den Eindruck, dass er sehr schnell ungeduldig wurde, wenn es realwirtschaftlich und preislich nicht schnell genug in die von ihm gewünschte Richtung ging. Und dann gab’s gleich mehr QE, Negativzins oder was auch immer. Dass Lagarde zumindest den Kritikern dieser Art von Geldpolitik ihr Ohr leiht, heißt sicherlich nicht, dass sie, wenn’s realwirtschaftlich kriselt oder wenn die Inflation auf Sinkflug geht, auf ihren Händen sitzen bleibt. Wie meine Kollegin sagt: Lagarde steht eher auf der expansiven Seite des Zentralbanker-Spektrums. Doch scheint mir, dass sich zunehmend der Eindruck durchsetzt, dass sie, wenn’s realwirtschaftlich einigermaßen läuft und wenn die Inflation – wenn auch quälend langsam – nach oben tendiert, einen Konflikt mit der Falken-Fraktion im Rat scheut und vorsichtiger agiert.

Für den Euro heißt das (zumindest, bis entschieden ist, ob dieser Eindruck von Lagarde richtig ist oder trügt): Die Empfindlichkeit gegenüber signifikant negativen realwirtschaftlichen Neuigkeiten nimmt nicht ab. Doch reichen geringere positive Nachrichten, um den Euro zu unterstützen. Freilich nur moderat. Denn bereits jetzt erwartet der Markt auf Jahresfrist keinen EZB-Zinsschritt mehr. Der Lagarde-Effekt beschränkt sich daher nur darauf, die Konfidenz in diese Sicht zu erhöhen

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

EUR/USD: Die geringe Handelsspanne nährt sich selbst

Anfang der Woche hatte ich orakelt, EUR-USD würde in der 1,10-1,1180-Range gefangen bleiben. Diese Analyse war – ehrlich gesagt – nicht gerade Rocket Science. Darauf ist nicht nur Ihr Commerzbank-FX-Analyst gekommen, sondern auch andere, denke ich. Der Effekt war gestern zu besichtigen: Wenn niemand erwartet, dass EUR-USD auf 1,12 steigen kann, dann gibt’s schon einen Rückschlag, wenn nicht gleich die 1,11-Marke genommen wird. Weil das mittelfristige Potenzial begrenzt ist, sind’s nur die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer, die aktiv sind. Und die werden halt schnell enttäuscht. Das Ergebnis: Die geringe Handelsspanne nährt sich selbst.

Das kann freilich nicht ewig weitergehen. Wenn die kurzfristig erwartete Handelsspanne immer geringer wird, genügen immer kleinere Nachrichten, den Wechselkurs aus dieser Spanne zu katapultieren. Das Problem dabei ist: die sind zufällig. Fundamentale Analyse kann Ihnen nur sagen, auf welcher Seite Nachrichten wahrscheinlicher sind. Doch der berühmte Sack Reis, der immer irgendwo umfällt (z.B. die Einkaufsmanager-Indizes aus Europa heute), kann prinzipiell zu jeder Seite kippen. Dass es dann erstmal deutlich in die eine Richtung geht, hat wenig mit fundamentalen Faktoren zu tun.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLR Long EUR/USD Faktor: 5
CU54YQ Short EUR/USD Faktor: -5
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PLN: MPC-Protokoll zeigt ausgewogen moderaten Kurs

Das gestern veröffentlichte Protokoll der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (MPC) vom 6. November zeigte einen taubenhaften, aber noch immer ausgewogenen Ansatz der polnischen Zentralbank. Es gab eine einzige Stimme für eine Zinssenkung um 25 Bp. Sehr wahrscheinlich stammte sie von Eryk Lon, der auch im September und Oktober für eine Zinssenkung gestimmt hatte, jedoch keine Unterstützung im geldpolitischen Rat (MPC) erhielt. Im Gegensatz zum ungarischen MPC gibt es im polnischen MPC tatsächliche Falken. Diese sorgen sich um die beschleunigte Kerninflation der letzten Monate und würden es vorziehen, dass die Zinsen eher früher als später wieder angehoben werden. Die jüngsten Daten unterstützten aber eher die Tauben im MPC: Der Arbeitsmarkt hat sich etwas abgekühlt und das Lohnwachstum fiel von 6,6% zum Vorjahr auf 5,9% im Oktober. Auch der Einkaufsmanagerindex bleibt auf dem tiefen Stand von 46. Vor diesem Hintergrund können wir Gouverneur Adam Glapinski bzw. seine Ratsmitglieder Jerzy Zyzynski und Grazyna Ancyparowicz nicht kritisieren, wenn sie sagen, dass die Zinsen wahrscheinlich bis zum Jahr 2022 unverändert bleiben werden. Dies soll jedoch keine Garantie darstellen, sondern scheint durchaus davon abzuhängen, dass die Inflationszahlen niedrig bleiben. Falls die Zahlen es verlangen, könnte die Zentralbank also irgendwann eine restriktive Haltung einnehmen. Somit scheint der taubenhafte Kurs der polnischen Zentralbank gegenwärtig nicht so bedingungslos wie die Haltung der ungarischen Zentralbank zu sein. Nach unserer Meinung ist das Protokoll für den Zloty neutral. Der Zloty dürfte kurzfristig seine Outperformance gegenüber dem Forint fortsetzen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU98SP Call EUR/PLN Hebel: 5,1
CU9XR7 Put EUR/PLN Hebel: 4,9
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US-chinesische Handelsgespräche: Jeder braucht ein Geschenk

Es gab zwar während der letzten Tage viele Schlagzeilen zum Handelskonflikt, man könnte aber auch schlichtweg die Meinung vertreten, dass der Status quo fortbesteht. Denn bei den Handelsgesprächen gibt es letzten Endes kaum Fortschritte, und beide Seiten scheinen mit einer erneuten Verzögerung des Phase-1-Deals einverstanden zu sein. Es ist möglich, dass die für den 15. Dezember vorgeschlagenen Zölle verschoben werden. Das wäre auch sinnvoll, weil es sich bei den zugrunde liegenden Produkten hauptsächlich um Konsumgüter handelt und jedes Kind schließlich ein schönes Weihnachtsgeschenk verdient hat, das für die Eltern auch erschwinglich sein muss. Die Medien berichteten zudem, dass China die Vereinigten Staaten zu einer neuen Runde persönlicher Gespräche in Peking eingeladen hat, die nächste Woche stattfinden soll. Weil dann auch Thanksgiving gefeiert wird, erwarten die Amerikaner wahrscheinlich von China ebenfalls ein schönes Geschenk in Form großer Zugeständnisse. Es besteht also ohne Frage ein deutliches Risiko, dass die Gespräche enttäuschend enden könnten. Jetzt sind aber erst einmal Robert Lighthizer und Steven Mnuchin am Zug. Ob sie auf dieses Abenteuer eingehen, würden wir gerne in der nächsten Woche beobachten. Andernfalls könnte es am Devisenmarkt etwas langweilig werden, weil es ansonsten kaum Impulse gibt.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ9ZYA Call USD/CNH Hebel: 74,1
CU9AWM Put USD/CNH Hebel: 84,0
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