Rohstoffe

Längere Durststrecke bei Gold

Energie: Korrektur am Ölmarkt nach (vor-)schnellem Preissprung

Nach einer fulminanten Woche, in der die Ölpreise um über 10% zugelegt haben, wobei Brent erstmals seit März auf über 49 USD je Barrel stieg, korrigieren sie nun. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ein leichter Rücksetzer am Aktienmarkt, anhaltend negative Rekorde in Bezug auf Covid-19, Geschäfts- und Mobilitätseinschränkungen sowie mögliche Spannungen auf dem OPEC-Treffen nächste Woche haben für eine höhere Risikowahrnehmung gesorgt. Am Montag und Dienstag treffen sich die OPEC-Länder und ihre Unterstützer außerhalb des Kartells (sog. OPEC+); sie dürften in erster Linie über eine Verlängerung der aktuellen Produktionkürzungen diskutieren. Die Einigung über deren Beibehaltung im 1. Quartal 2021 scheint mittlerweile eingepreist, wobei ein Dissens seitens des Irak oder der VAE die Stimmung und die Ölpreise stärker belasten könnte. Die OPEC+ selbst hat für ein großes mediales Echo und dafür gesorgt, dass ihre Förderdisziplin und Beschlüsse intensiv beobachtet werden. Der OPEC+ ist damit zwar gelungen, den Fokus des Marktes von der Gegenwart in die Zukunft und von der Nachfrage auf das Angebot zu lenken. Doch birgt diese Strategie auch Risiken, wenn die Umsetzung nicht komplett nach Plan verläuft. Im Übrigen wäre die OPEC+ im Falle einer Nicht-Einigung auch Opfer ihres eigenen Erfolges, weil der jüngste Ölpreissprung auch der koordinierten und disziplinierten Umsetzung der Produktionsquoten zu verdanken ist. Denn bei einem höheren Ölpreis bestehen für die Länder wohl mehr Anreize zum “Schwindeln”. Hinzu kommt eine starke Ausweitung der Ölproduktion in Libyen auf 1,25 Mio. Barrel täglich, wobei Libyen keinen Produktionseinschränkungen unterliegt. Wenngleich eine weitere kurzfristige Ausweitung der Fördermenge Libyens unwahrscheinlich ist, müsste der Zuwachs sozusagen auf die anderen Länder der Allianz umgelegt werden, damit die Lagerbestände wie erhofft abgebaut werden. Alles in allem sehen wir aktuell beim Ölpreis mehr Risiken als Chancen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold dürfte 2.000 USD erst nächstes Jahr wieder erreichen

Der kräftige Preisrückgang zu Wochenbeginn steckt den Marktteilnehmern weiterhin in den Knochen. Gold handelt seit drei Tagen in einer engen Spanne zwischen 1.800 und 1.820 USD je Feinunze. Auch der Absturz von Bitcoin gestern um knapp 10% hauchte Gold kein neues Leben ein. Damit dürfte Gold den dritten Wochenrückgang in Folge einfahren (aktuell -3,3%). Keine Trendwende gibt es bei den Gold-ETFs zu beobachten. Diese vermeldeten auch gestern Abflüsse von 1,4 Tonnen, obwohl der für die Abflüsse im November hauptverantwortliche SPDR Gold Trust wegen des US-Feiertages Thanksgiving gestern keinerlei Bestandsveränderungen verzeichnete. Die ETF-Nachfrage, die den Goldpreis in den ersten acht Monaten des Jahres nach oben getrieben hat, fällt derzeit weg. Auch die physische Goldnachfrage vermag nicht in die Bresche zu springen. Wie die Statistikbehörde Hongkong Mitte der Woche berichtete, betrugen die Netto-Goldimporte Chinas aus Hongkong im Oktober weniger als 2 Tonnen. Im September hatten sie noch bei 11 Tonnen gelegen, was Hoffnungen auf eine Belebung der Nachfrage im Herbst schürte. Die Daten aus der Schweiz hatten in der vorherigen Woche bereits angedeutet, dass China zuletzt so gut wie kein Gold importiert hat. Somit fehlt es derzeit an Argumenten für deutlich höhere Goldpreise. Wir tragen dieser Entwicklung Rechnung und reduzieren unsere Goldpreisprognose für das laufende Quartal auf durchschnittlich 1.850 USD je Feinunze. Die bislang von uns am Jahresende erwartete Marke von 2.000 USD dürfte erst im Laufe des nächsten Jahres wieder erreicht werden.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Eisenerzpreis steigt auf 7-Jahreshoch, auch dank hoher Stahlproduktion

Der Weltstahlverband (WSA) hat diese Woche seine neuesten Zahlen zur globalen Stahlproduktion veröffentlicht. Demnach ist sie im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf 161,9 Mio. Tonnen gestiegen. Dies war bereits der dritte Anstieg in Folge (gegenüber Vorjahr). Es wurde zugleich die größte Menge Stahl seit Mai 2019 hergestellt. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die Produktionsausweitung wurde maßgeblich durch China getragen, dessen Zahlen bereits Anfang letzter Woche berichtet wurden. Es gibt aber auch den ein oder anderen Lichtblick außerhalb Chinas: Die deutsche Stahlproduktion lag im Oktober erstmals seit Februar wieder über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Auch zum Beispiel in der Türkei, Brasilien und Indien wurde die Stahlproduktion zuletzt wieder ausgeweitet. Dank China liegt die globale Stahlproduktion in den ersten zehn Monaten des Jahres gemäß WSA-Daten nur noch 2% unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass für viele Regionen wie zum Beispiel die EU und Nord-Amerika noch zweistellige Rückgangsraten zu Buche stehen. Die hohe Stahlproduktion insbesondere in China hält die Nachfrage nach Eisenerz hoch bzw. lässt sie weiter steigen. Dies hat sich in den letzten Monaten in den chinesischen Importen widergespiegelt und macht sich weiterhin im Preis bemerkbar: In Singapur kostet eine Tonne Eisenerz fast 128 USD und damit knapp 10% mehr als zu Monatsbeginn. Auf Schlusskursbasis wurde dort gestern das höchste Niveau seit fast sieben Jahren erreicht. An der DCE in Dalian beträgt das Plus sogar knapp 15%. Neben der robusten Nachfrage trägt die gute Stimmung an den Finanzmärkten den Eisenerzpreis, da riskantere Anlage-Klassen wie Aktien und zyklische Rohstoffe, zu denen Eisenerz zählt, gesucht sind.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.