Rohstoffe

Kurzzeitige Verunsicherung an den Rohstoffmärkten

Energie: Schiffskraftstoff-Kontrakt in Shanghai steigt stark an

Die Preise für WTI und Brent liegen mittlerweile in der Nähe der Hochs von Anfang März, als die Nicht-Einigung der OPEC mit ihren Verbündeten einen Ölpreiskrieg und daraufhin einen Preissturz ausgelöst hatte. Seit Anfang Mai werden jedoch seitens der Mitglieder des Kartells und seiner Verbündeten weitaus größere Produktionskürzungen umgesetzt. Doch nicht jeder Produzent wird in diesem Jahr seine Ölproduktion senken. China will in diesem Jahr laut der Nationalen Energiebehörde mit umgerechnet 3,85 Mio. Barrel täglich 1% mehr Rohöl als im Vorjahr produzieren. Neben der Rohölproduktion strebt China auch bei einigen wichtigen Ölprodukten Unabhängigkeit an. So will China seinen Hafen Zhoushan zu einem überregionalen Schiffskraftstoffmarkt ausbauen und damit Singapur Paroli bieten. Chinesische Raffinerien wären schon in diesem Jahr in der Lage, mit über 18 Mio. Tonnen schwefelarmen Treibstoffs (LSFO) ausreichend für den eigenen Verbrauch zu produzieren. Seit Beginn des Jahres dürfen Schiffe ohne eingebaute Abgasfilter nach der IMO2020-Verordnung der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) nur noch Treibstoffe wie Marinegasöl und LSFO mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5% verwenden. Zur angestrebten Unabhängigkeit könnte auch die Einführung eines LSFO-Terminkontrakts am Montag an der SHFE beitragen. Der Kontrakt fand reges Interesse der Marktteilnehmer, wobei sein Preis (Fälligkeit Januar 2021) nach der Einführung um rund 10% auf 367 USD je Tonne gestiegen ist. Man sollte den Preissprung aber nicht überinterpretieren. Zwar liegt der Kassakurs in Singapur (SGX) bei rund 310 USD je Tonne. Jedoch notiert der Januar-Kontrakt an der SGX bei 347 USD, sprich die Terminkurve ist stark ansteigend. Außerdem hat sich der LSFO-Preis wegen der schwachen Nachfrage von der Schifffahrt nicht ganz so dynamisch erholt wie der Ölpreis. Zum Jahresbeginn lag er bei fast 600 USD je Tonne. Ein gewisser Optimismus ist angesichts der jüngsten starken Nachfrageerholung in China also nachvollziehbar.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB1NSCCall Low Sulphur Gasoil FuturesHebel: 7,0
CL43BUPut Low Sulphur Gasoil FuturesHebel: 7,0
SB9B6TCallOil Brent FutureHebel: 7,0
CL98R4PutOil Brent FutureHebel: 7,0
SB9B6GCallOil WTI Light FutureHebel: 7,0
CL470SPutOil WTI Light FutureHebel: 7,0
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold kommt 7½-Jahreshoch immer näher

Der Goldpreis stieg gestern zeitweise auf 1.763 USD je Feinunze. Das 7½-Jahreshoch von Mitte Mai war damit nur noch gut 2 USD entfernt. In der Nacht sorgte Trumps Wirtschaftsberater Navarro kurzzeitig für einen neuerlichen Anstieg auf 1.760 USD, als er das Handelsabkommen mit China zunächst für beendet erklärte (“is over”). Das wenig später folgende Dementi führte dann zu einem Preisrückgang. Am Morgen handelt Gold ca. 10 USD unter dem gestrigen Hoch. Ein neuerlicher Anlauf im Tagesverlauf ist aber durchaus wahrscheinlich. Denn die Sorge vor einer weiteren Zunahme der Corona-Neuinfektionen sorgt für Verunsicherung und damit auch für eine rege Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold. Auch gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs wieder Zuflüsse von 6 Tonnen. Diese erfolgten erneut größtenteils in den vornehmlich von Großanlegern genutzten SPDR Gold Trust. Dessen Bestände liegen mittlerweile bei 37,5 Mio. Unzen bzw. 1.166 Tonnen, dem höchsten Niveau seit April 2013. Innerhalb von drei Monaten sind dem SPDR Gold Trust 258 Tonnen Gold zugeflossen. Die steigenden globalen Corona-Neuinfektionen sind aber nicht uneingeschränkt positiv für Gold. Denn eines der stark betroffenen Länder ist Indien. Der dortige Lockdown wird daher wohl noch eine ganze Weile bestehen bleiben und die indische Goldnachfrage weiterhin weitgehend lahmlegen. Der Silberpreis ist gestern zunächst daran gescheitert, die Marke von 18 USD je Feinunze zu überwinden. Nach einem kurzzeitigen Ausflug darüber rutschte der Preis wieder deutlich darunter. Heute Morgen scheint Silber aber bereits einen neuen Anlauf zu nehmen. Noch deutlicher als Gold und Silber legten gestern Platin und Palladium zu. Platin verteuerte sich auf 825 USD je Feinunze, Palladium auf 1.945 USD je Feinunze. Damit machten sie aber lediglich vorherige Verluste wett.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Angebotsüberschüsse am Blei- und Zinkmarkt

Wie die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) gestern berichtete, wies der globale Bleimarkt in den ersten vier Monaten des Jahres einen Angebotsüberschuss von 12 Tsd. Tonnen auf. Zur gleichen Zeit im Vorjahr bestand noch ein Defizit von 7 Tsd. Tonnen. Die Nachfrage ist von Januar bis April etwas stärker gefallen als das Angebot, so dass der Markt in einen Überschuss drehte. Nichtsdestotrotz hat sich der Bleipreis im Einklang mit den anderen Industriemetallpreisen zuletzt erholt. Die Erholung setzte bei Blei allerdings später ein und war nicht so ausgeprägt wie zum Beispiel bei Kupfer. Heute Morgen handelt Blei bei 1.770 USD je Tonne, gut 10% höher als Mitte Mai. Am globalen Zinkmarkt sind die Dimensionen andere: Hier belief sich gemäß ILZSG-Daten der Angebotsüberschuss in den ersten vier Monaten des Jahres auf 241 Tsd. Tonnen, nach einem Defizit von 81 Tsd. Tonnen im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Wie bei Blei ist auch bei Zink die Nachfrage deutlich gefallen. Gleichzeitig wurde aber das Zinkangebot ausgeweitet. Dies hat den Zinkpreis jedoch nicht davon abgehalten, in den letzten Monaten zu steigen. Er befindet sich seit mittlerweile Mitte März im Erholungsmodus und hat seitdem um fast 15% zugelegt. Gestern erreichte der Zinkpreis knapp unter 2.100 USD je Tonne ein 4-Monatshoch, in dessen Nähe er auch heute Morgen noch notiert. Wir erachten die Preiserholung von Zink und die der anderen Metalle als nicht gerechtfertigt. Das Coronavirus hat vor allem Zink-intensive Sektoren getroffen, so dass die Nachfrage stark leidet und es wohl lange dauern dürfte, bis sie sich vollständig erholt hat. Manche Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Zinknachfrage in diesem Jahr stärker fällt als während der Wirtschaftskrise 2009. Das Angebot scheint sich dagegen bereits wieder zu erholen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7JLongCopper FutureFaktor: 5
CJ3D7RShortCopper FutureFaktor: -5
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