Währung

Einkaufsmanager-Indizes im freien Fall

EUR: Die Einkaufsmanager-Indizes für den Euroraum fallen weiter. Besonders für Deutschland ist dieser vorlaufende Indikator im freien Fall. Die Hoffnung einer Stabilisierung ist erstmal dahin. Und damit steigen die Rezessionsängste.

Die Wirkung der fallenden Stimmungsindikatoren für den Devisenmarkt wird dadurch verschärft, dass der EZB zum einen nicht mehr zugetraut wird, mit ihren Instrumenten Wirkung erzielen zu können. Wie sonst wäre erklärbar, dass selbst in der Phase, in der allseits mit extremen Zinssenkungen gerechnet wurde, die langfristigen Inflationserwartungen so drastisch fielen? Und zum anderen entstand nach der letzten EZB-Sitzung der Eindruck, viele Pfeile hätte die EZB eh nicht mehr in ihrem geldpolitischen Köcher. Das Vertrauen, es gäbe im Fall der Fälle einen geldpolitische Put (d.h. eine Versicherung, dass die Geldpolitik es schon richten wird), ist fort. Und ohne den erscheint die potenzielle Fallhöhe unbegrenzt.

Angesichts dieser miesen Lage fiel die negative Reaktion von EUR-USD auf die gestrigen Zahlen eher verhalten aus. Tiefpunkt in EUR-USD war 1,0966. Erklärbar ist das damit, dass auch in den USA die entsprechenden Stimmungs-Indizes in den letzten Monaten deutlich fielen. Zwar stiegen dort die September-Werte leicht, doch ist in den USA der Dienstleistungsbereich schon länger Leidensgenosse des verarbeitenden Gewerbes. Auf einen sektoralen Sondereffekt kann dort niemand mehr hoffen. Solange man nicht weiß, ob Europa diesmal lediglich zyklischer Vorreiter ist, besteht auch wenig Anlass, bei schlechten Euroraum-Daten in den Greenback zu flüchten.

Heute ist freilich wieder eine gute Gelegenheit, umzudenken. Denn mit dem Ifo-Index droht die nächste Horror-Nachricht zur deutschen Konjunktur. Aus guten oder schlechten Gründen vertrauen die Ökonomen dieser Statistik – so ist mein Eindruck – mehr als den Einkaufsmanager-Indizes. Daher könnte ein ähnlichher Absturz des Ifo-Index nachhaltiger wirken.

Aus Sicht der Ökonomik haben wir es beim derzeitigen Vergleich von EUR und USD mit zwei verschiedenen ökonomischen Denkrichtungen zu tun.

  • Aus Sicht der monetären Wechselkurstheorie hat der Euro die Nase vorn. Selbst wenn es diesseits des Atlantiks konjunkturell schlimmer kommt, hat doch die EZB weniger Reaktions-Spielraum als die Fed. Der Zinsvorteil des Dollars zum Euro würde eher schrumpfen, wenn beide Volkswirtschaften in konjunkturelle Kalamitäten gerieten.
  • Die Portfolio-Theorie der Wechselkurse kommt hingegen zum gegenteiligen Ergebnis. Wenn’s (wie es momentan aussieht) in den USA konjunkturell nicht so schlimm wird, sind US-Assets im Vergleich zu Euroraum-Assets attraktiver – und damit auch der Greenback im Vergleich zum Euro.

Sie haben die Wahl zwischen diesen beiden Denkschulen bzw, den ihnen anhängenden Analysten. Für diejenigen, die wissen wollen, ob EUR-USD rauf oder runter geht, ist das zugegebenermaßen eine blöde Situation. Statt gleich die Antwort auszuwürfeln, können Sie jetzt auswürfeln, welchem Analysten-Lager Sie folgen wollen. Das ist nicht wirklich besser. Aber ich kann Ihnen in dieser Hinsicht leider nicht helfen. Von mir bekommen Sie die monetäre Wechselkurs-Theorie geboten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

AUD: Heute in einer Woche steht das Board Meeting der RBA an. Es wird die nächste Zentralbankentscheidung, deren Ausgang im Vorfeld völlig ungewiss ist. Zinssenkung oder nicht? Die Analysten sind in zwei ziemlich gleichgroße Lager gespalten. Daher wird händeringend jedes Signal aufgegriffen, das Hinweise liefern kann. So heute die angekündigte Rede von Gouverneur Philip Lowe, seine letzte geplante Äußerung vor der Sitzung.

Die letzten Daten zum Geschäftsklima (schlecht), die Entwicklung der Arbeitslosenquote (rauf) und die Inflationsrate (unter dem RBA-Zielkorridor) sind gute Gründe dafür, dass sich die RBA nicht dem weltweiten Trend zu expansiver Geldpolitik entzieht. Zugegeben, die Entwicklung der realen AUD-Wechselkurse war trotz einer Geldpolitik, die im G10-Vergleich eher als “straff” bezeichnet werden muss, nicht konjunkturell belastend. Im Gegenteil (Abbildung). Doch ist halt hier (wie stets bei realen Wechselkursen) die Frage, was “normal” ist. Wie viel AUD-Schwäche ist angesichts des Ende des China-Booms, angesichts der globalen Schwäche im verarbeitenden Gewerbe (das Australiens Rohstoffe kauft) gerechtfertigt? Zumindest dürfte die RBA wenig Anlass haben, entspannt zu sein.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ1QH7 Call EUR/AUD Hebel: 5,2
CJ6DF2 Put EUR/AUD Hebel: 5,2
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USD: Die Schlagzeilen zum Handelskonflikt dominieren weiter. Medienberichten zufolge war US-Präsident Trump von der Nachricht überrascht, wonach Steven Mnuchin die chinesische Delegation um eine Absage des Farmbesuchs gebeten hatte. „Nur so aus Neugier: Warum haben wir das verlangt?“ wollte Trump wissen. Mnuchin machte deutlich, dass die US-Seite „keine Verwirrung in Bezug auf die Handelsproblematik stiften wolle“. Trump entgegnete hierauf: „Ja, aber ich will, dass sie unsere Agrargüter kaufen.“ Unterdessen bestätigte Mnuchin, dass die nächste Verhandlungsrunde in der Woche ab dem 7. Oktober stattfinden und Chinas Chefunterhändler Liu He nach Washington reisen werde. Mnuchin erklärte zudem, dass geistiges Eigentum das größte Problem im Dialog mit China darstelle. Zumindest nach meiner Einschätzung haben die USA ihren Tonfall in Bezug auf die Handelsgespräche etwas gemäßigt, da sie im Laufe der Zeit darauf beharren werden, dass der sogenannte „Durchsetzungsmechanismus“ den entscheidenden Knackpunkt darstellt. Gemäß dieser Regelung würde jeglicher Verstoß gegen das Abkommen unilaterale US-Sanktionen unterschiedlichen Ausmaßes nach sich ziehen. China dürfte dies als Beschädigung seiner Souveränität betrachten. Wie das Tauziehen ausgeht, ist offen. Denn Mnuchin verfolgt in den Handelsgesprächen in der Regel einen vergleichsweise gemäßigten Ansatz. Im Vergleich zu den Handelsschlagzeilen ist USD-CNY geradezu behäbig. Das Fixing ist erneut extrem stabil, während USD-CNY bereits seit einigen Handelssitzungen um 7,10 herum schwankt.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ6RH1 Call USD/CNH Hebel: 5,0
CJ9J54 Put USD/CNH Hebel: 6,8
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