Rohstoffe

Kräftemessen am Ölmarkt

Energie: Konflikt zwischen Ölverbrauchsländern und OPEC+

Die Ölpreise haben sich bislang nicht vom kräftigen Rückschlag in der letzten Woche erholt. Brent handelt bei 79 USD je Barrel, WTI bei 76 USD. Am Ölmarkt könnte es zu einem offenen Kräftemessen zwischen einigen großen Ölverbrauchsländern und den Ölproduzenten der OPEC+ kommen. Wie gut informierte Quellen berichten, könnten die USA schon heute eine konzertierte Freigabe von Öl aus den strategischen Reserven bekanntgeben. Ebenfalls an der Aktion beteiligt sein sollen demnach Japan, Südkorea und Indien. Davon unabhängig arbeitet auch China an weiteren Verkäufen aus seinen staatlichen Ölreserven. Über die im Raum stehende Menge gibt es keine Informationen. Die Freigabe in den USA soll durch ein Swapgeschäft erfolgen. Demnach erhalten die Ölunternehmen Rohöl aus den strategischen Reserven, das sie später oder in Form von Ölprodukten wieder einliefern müssen, einschließlich Zinszahlungen. Dies ist in den USA gängige Praxis, wenn Ölunternehmen aufgrund von Pipelineausfällen oder Hurrikans Angebotsengpässen ausgesetzt sind. Direkte Verkäufe aus den Reserven, wie sie in China praktiziert werden, sind hingegen in den USA weniger üblich. Die OPEC+ sah sich angesichts der Aussicht auf mehr Ölangebot seitens der Verbrauchsländer zu einer Reaktion veranlasst: Delegierte der OPEC+ bezeichneten die Freigabe von Millionen von Barrel aus den Lagerbeständen der größten Verbrauchsländer als ungerechtfertigt in Bezug auf die aktuellen Marktbedingungen. Man würde daher das eigene Vorhaben überdenken, die Ölproduktion weiter zu erhöhen. Dies kann als Warnung im Vorfeld der OPEC+ Sitzung in der nächsten Woche verstanden werden. Bislang ist geplant, die Ölproduktion jeden Monat um 400 Tausend Barrel pro Tag auszuweiten. Die OPEC+ könnte als Reaktion auf eine Freigabe der strategischen Ölreserven in den USA und anderen Verbrauchsländern ihre Produktion weniger stark erhöhen. Angesichts des sich im nächsten Jahr abzeichnenden Überangebots müsste sie dies aber ohnehin in Erwägung ziehen. Die Drohung ist daher nicht sonderlich glaubwürdig.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent Future Faktor: 6
SF475RShortOil Brent Future Faktor: -6
SB3T5JLongWTI Light Crude Future Faktor: 3
SD2TASShortWTI Light Crude FutureFaktor: -3
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Edelmetalle: Powell-Nominierung lässt Goldpreis abstürzen

Gold ist gestern deutlich um über 2% beziehungsweise rund 40 USD auf nur noch knapp über 1.800 USD je Feinunze gefallen. Dies war der größte Tagesverlust seit mehr als zwei Monaten. Damit hat Gold auch seine Gewinne der letzten 2½ Wochen wieder abgegeben. US-Präsident Biden hat den amtierenden Fed-Vorsitzenden Powell für eine zweite Amtszeit nominiert. Daraufhin hat der US-Dollar weiter aufgewertet und die Anleiherenditen sind gestiegen sowohl nominal als auch real. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt jetzt wieder bei 1,63%, die auf den Markterwartungen basierende Realrendite ist um 11 Basispunkte auf -1% geklettert. Auch sind die Zinserhöhungserwartungen gemessen an den Fed Fund Futures merklich gestiegen. Der Markt erwartet nun die erste Fed-Zinserhöhung im Juni nächsten Jahres, und fast drei bis Ende nächstes Jahr. Dass der Markt so stark auf die Nominierung von Powell für eine zweite Amtszeit reagiert, hat uns überrascht. Denn der Pfad der zukünftigen Geldpolitik der Fed dürfte sich mit Powell nicht grundlegend ändern. Sie wird restriktiver gestaltet werden das sogenannte Tapering wurde bereits begonnen und nach dessen Ende dürfte die erste Zinsanhebung relativ bald folgen. Mit Powells Gegenkandidatin Brainard, die nun Powells Vize werden soll, wäre das unseres Erachtens übrigens nicht viel anders gewesen. Der Preisrückgang gestern dürfte auch durch den Rückzug spekulativer Finanzinvestoren verstärkt worden sein, nachdem diese in den letzten Wochen wohl maßgeblich zum Preisanstieg beigetragen haben. Wir hatten gestern Morgen noch davor gewarnt, dass der Preisanstieg von Gold auf wackeligen Beinen steht. Sollte der Goldpreis unter die Marke von 1.800 USD fallen, verlaufen nur wenig tiefer die charttechnisch wichtigen 100- und 200-Tage-Linien. Falls diese dem Goldpreis keine Unterstützung geben, könnte sich der Verkaufsdruck verstärken und Gold weiter abrutschen. Aktuell scheint sich Gold aber erst einmal zu stabilisieren. Die anderen Edelmetalle sind im Fahrwasser von Gold abgerutscht. Palladium war dabei mit einem Minus von 5% der größte Verlierer.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SF5DDWLongGold Future Faktor: 6
SF5DDCShortGold Future Faktor: -6
SF4YAPLongPalladium FutureFaktor: 5
SD5NLUShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Europäische Zinkproduktion wird weiter gekürzt, höhere globale Aluminiumproduktion

Der Zinkpreis ist gestern Nachmittag um 3,5% auf 3.350 USD je Tonne nach oben gesprungen. Grund dafür war die Meldung eines der führenden Zinkproduzenten, seine Schmelze in Italien bis Ende des Jahres vorübergehend komplett stillzulegen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der hohen Energiepreise. Laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Schmelze eine Produktionskapazität von jährlich 100 Tausend Tonnen. Der Produzent hat damit seine Ankündigung von Mitte Oktober konkretisiert, die Produktion in seinen europäischen Werken drosseln zu wollen. Da ebenfalls Mitte Oktober ein weiterer führender Zinkproduzent angekündigt hatte, seine Produktion in Europa massiv um bis zu 50% zu kürzen, erachten wir den Zinkmarkt zukünftig als sehr angespannt. Die International Lead and Zinc Study Group hatte auf ihrer Herbsttagung nur noch geringe Angebotsüberschüsse auf globaler Ebene für dieses und nächstes Jahr in Aussicht gestellt. Dies war allerdings noch vor den mittlerweile angekündigten Kürzungen der Produzenten. Wir denken, dass der Markt in den nächsten Monaten stark unterversorgt ist sowohl global, vor allem aber in Europa.

Das International Aluminium Institute (IAI) hat gestern etwas überraschend einen moderaten Anstieg der globalen Aluminiumproduktion im Oktober berichtet (auf ein 3-Monatshoch). Demnach wurde letzten Monat 1,3% mehr Aluminium hergestellt als im Vorjahr (5,69 Millionen Tonnen beziehungsweise 183,5 Tausend Tonnen pro Tag). Das IAI hat dabei zum einen die chinesische Aluminiumproduktion wiederholt höher angesetzt als das Nationale Statistikbüro. Zum anderen wurde im Oktober außerhalb Chinas mehr produziert. Global betrachtet liegt die Aluminiumproduktion nach zehn Monaten des Jahres 4% über Vorjahr. Es ist damit unseres Erachtens schon fast so gut wie sicher, dass trotz der zahlreichen Einschränkungen (vor allem in China) in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreicht wird.

Space Economy: Wettlauf ins All

China landet auf dem Mond, die USA liebäugeln mit dem Mars und sogar Touristen kreisen mittlerweile schwerelos um unseren Planeten. Die Raumfahrt boomt wie nie zuvor und die Space Economy ist auf dem Weg zu einer Billionen-Industrie. Noch handelt es sich zwar um einen relativ jungen Markt, doch ist dieser außergewöhnlich innovations- und wachstumsstark. Erfahren Sie, welche Unternehmen besonders vom Raumfahrt-Boom profitieren und wie Anleger partizipieren können. Jetzt lesen!