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Korrigierte USD-Korrektur

Korrigierte USD-Korrektur

Der Dollar wertete gestern weiter auf. Am Devisenmarkt wurde das vor allem auf globale Konjunktursorgen angesichts einer wieder verschärften Pandemielage in China geschoben. Doch in meinen Augen greift diese Erklärung zu kurz. Denn eine schwächelnde Weltwirtschaft würde auch die US-Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen und wäre damit eher geeignet, Zinssenkungserwartungen für die Fed zu befeuert, was den Dollar belasten dürfte.

Ich sehe in der Bewegung daher zumindest teilweise auch eine Gegenbewegung zur USD-Schwäche der letzten Tage. Wir erinnern uns: Die Oktober-Zahlen für die US-Inflation stützten erste Anzeichen, dass die Inflation in den USA ihren Höhepunkt überschritten hat. Das löste eine kleine “Erleichterungsrallye” aus: Die Inflation überrascht nicht mehr nach oben, sondern verhält sich wieder so, wie es Zentralbanker und Analysten erwarten würden.

Das Risiko, dass die Fed ihre Geldpolitik angesichts einer anhaltend ausufernden Inflation deutlich stärker als geplant straffen muss, ist damit zurückgegangen, was sich in einem schwächeren Dollar niederschlägt. Die Hoffnung, dass wir zurück in bekannteren Gefilden sind, zeigt sich meiner Meinung nach auch darin, dass die USD-Schwäche von einem Rückgang der impliziten Volatilität am Devisenmarkt begleitet wurde.

Aber wie geht es jetzt weiter? Dass eine gewisse Korrektur der Korrektur zu erwarten war. Denn in einem wieder “normaleren” Umfeld, in dem die Inflation auch dank der geldpolitischen Straffung zurückgeht, spricht vorerst noch viel für einen starken Dollar. Schließlich bleibt die Fed die tonangebende Zentralbank. Selbst wenn sie ab Dezember ein langsameres Zinserhöhungstempo vorlegt, dürften die EZB und andere Zentralbanken rasch nachziehen, sodass sich an der relativen geldpolitischen Ausrichtung kaum etwas ändert.

Wie lange die USD-Stärke auf aktuellen Niveaus gerechtfertigt ist, dürfte stark daran hängen, bis auf welches Niveau die Fed ihren Leitzins noch anheben wird. Nicht alle in der Fed scheinen überzeugt, dass die vom Markt eingepreisten 5-5,25% ausreichen werden. Vom morgigen Fed-Sitzungsprotokoll dürfte sich der Markt nähere Informationen dazu erhoffen, wie die Meinungen innerhalb der Fed verteilt sind. Erst einmal ist für den Dollar vor allem wichtig, dass es keine grundsätzlichen Zweifel daran gibt, dass der Kampf gegen die Inflation vorerst mit voller Härte weitergeführt wird.

Die Stimmung gegen den Dollar wird wohl erst nachhaltig drehen, falls wir deutliche Anzeichen für eine Rezession der US-Wirtschaft sehen. Denn dann werden Fed-Zinssenkungen schnell auf der Tagesordnung stehen. Das war wohl die eigentliche Nachricht der nach unten überraschenden Oktoberdaten. Wenn die Fed die Inflation in den Griff bekommt, wofür die letzten Inflationszahlen als ein erstes Zeichen gewertet wurden, dann gibt es auch mehr Raum, die Zinsen zu senken, wenn sich die US-Wirtschaft abkühlt. Auch auf die Gefahr hin, dass sie zu früh einknickt und die Inflation längerfristig erhöht bleibt. Der Grundstein für einen mittelfristig schwächeren Dollar ist damit bereits gelegt.

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Japanisches Finanzministerium muss auf USD-Schwäche hoffen

Zu den stärksten Verlierern der gestrigen USD-Rallye gehört der japanische Yen. Das belegt die Anfälligkeit des Währungspaares. Japanische Interventionen können USD-JPY nicht dauerhaft drücken, das haben wir hier bereits mehrfach ausgeführt. Das kann wohl nur ein nachhaltig schwächerer US-Dollar oder eine Kehrtwende der japanischen Geldpolitik.

Letzterer hatte Bank of Japan Gouverneur Haruhiko Kuroda letzten Freitag nach Veröffentlichung der Inflationszahlen für Oktober abermals eine Absage erteilt. Dabei verzeichneten die Daten die höchsten Preisanstiege seit 40 Jahren. Saisonbereinigt signalisiert die von der BoJ favorisierte Kernrate ohne frische Nahrungsmittel seit vier Monaten eine Jahresrate von 5-6%. Doch die Inflation bleibt stark von den Energiepreisen getrieben und auch die von Kuroda gewünschte Lohninflation lässt noch auf sich warten.

Vorerst muss das japanische Finanzministerium also weiter auf einen schwächeren Dollar hoffen, um den Wechselkursanstieg zu begrenzen. Da wir allerdings auch gute Chancen sehen, dass der Dollar sein Hoch erst einmal erreicht hat, könnte das MoF jedoch vorerst um weitere Interventionen herumkommen.

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DAX-Tief erst im März 2023?

In der Vergangenheit markierte der DAX im März 2003, März 2009 und März 2020 jeweils Tiefpunkte infolge von Rezessionen. Zurzeit gibt es gemischte Signale: Ifo-Index, DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis und pessimistische Profi-Investoren sprechen für den Aktienkauf. Dagegen raten die immer restriktivere US-Geldpolitik und ambitionierte Gewinnmargen-Erwartungen, weiterhin abzuwarten. Der Bärenmarkt dürfte noch anhalten. Wiederholt sich also die Geschichte und Anleger sehen das DAX-Rezessionstief erneut im März?

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