Währung

Keine Rückkehr zur Strong Dollar Policy?

Yellen und der Dollar

Wie groß sind die inflationären Risiken des geplanten US-Fiskalpakets und wie wird die Fed darauf regieren? Die Antwort hierauf ist entscheidend dafür, ob der US-Dollar mittel- bis langfristig aufwerten oder abwerten wird. Und ich weiß, meine Kollegen und ich sind in den letzten Tagen aus Ihrer Sicht vermutlich schon zu genüge auf dem Thema rumgeritten. Doch da das Thema jüngst an Brisanz gewonnen hat, nachdem prominente Wirtschaftsexperten wie Larry Summers und der ehemalige New York Fed Präsident Bill Dudley vor der Gefahr einer ausufernden Inflation eindringlich gewarnt haben, muss ich dazu dann doch noch eine Sache loswerden:

Denn eine interessante Frage ist meiner Ansicht nach, was die US-Regierung wohl lieber sehen will, einen starken oder einen schwachen Dollar? Immerhin ist sie für die offizielle US-Wechselkurspolitik verantwortlich. Für einige mag die Antwort auf der Hand liegen. Denn nach dem Machtwechsel in Washington, der in so vielen Bereichen eine Umkehr der Politik der Vorgängerregierung nach sich ziehen wird, scheint doch auch eine Rückkehr zu der „guten alten“ US-Wechselkurspolitik wahrscheinlich. Möglich ist es, aber es kann auch anders kommen. Zumindest scheint es bereits für viele bezeichnend, dass die neue Finanzministerin Janet Yellen in ihrer Senatsanhörung, als sie zum US-Dollar befragt wurde, diesen Wechsel noch nicht einläutete. Klar, sie berief sich zwar wieder wie zuvor gewohnt auf den G7-Konsens, nach dem Wechselkurse marktbestimmt seien und der die Schwächung der Währung für Wettbewerbszwecke verurteilt. Doch der berühmte Satz „a strong Dollar is in the interest of the United States“ fiel nicht. Noch ist die US-Regierung also nicht zur Tradition der Politik eines starken Dollars (Strong Dollar Policy) zurückgekehrt.

War dies nur ein harmloses Versehen oder verzichtete Yellen bewusst auf den Satz? Dazu ist interessant zu wissen, dass allgemein angenommen wird, dass der Begründer der Strong Dollar Policy, der ehemalige US-Finanzminister Robert Rubin, diese im Jahr 1995 ins Leben rief, um den damaligen Abwertungstrend der US-Währung zu beenden, womit er Vorwürfe der kompetitiven Währungsabwertung abzuwehren als auch einen Anstieg der US-Renditen als Reaktion auf den Abwertungstrend zu verhindern versuchte.

Damals war ein starker US-Dollar also durchaus im Interesse der Regierung. Aber ist er dies auch aktuell noch? Die renommierte US-Ökonomin und ehemalige Wirtschaftsberaterin der US-Regierung Christina Romer kritisierte einst die Strong Dollar Policy u.a. mit dem Verweis darauf, dass ein starker Dollar in Zeiten einer schwächelnden Wirtschaft nicht unbedingt wünschenswert wäre („But in a depressed economy, it isn’t so clear that a strong dollar is desirable“). Es ist nicht abwägig, anzunehmen, dass die aktuelle Finanzministerin dies ähnlich sieht und aus diesem Grund bislang das alte Mantra eines starken US-Dollars nicht ausgerufen hat.

Zudem wird Yellen als Vorgängerin des aktuellen Fed-Chefs sicherlich bewusst sein, dass eine Strong Dollar Policy im Konflikt mit der momentan überaus expansiven Geldpolitik stehen und daher entweder ohnehin nicht ernst genommen oder gar als Aufforderung, eine straffere Geldpolitik zu verfolgen, verstanden werden könnte. Anders gesagt: Indem sie auf eine Rückkehr zur Strong Dollar Policy verzichtet, befürwortet sie implizit die expansive Haltung der Fed. Das mag angesichts der aktuellen konjunkturellen Lage selbstverständlich erscheinen. Ist es aber sicherlich nicht, sobald fiskalische Risiken zunehmend eine Rolle spielen. Denn dann dürfte die unterstützende Haltung des US-Finanzministeriums insbesondere für anhaltend niedrige Zinsen ein anderes Geschmäckle erhalten und einer USD-Schwäche gefährlichen Zündstoff bieten.

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Zinssenkungsdrohung der BoJ?

Ist es pure Verzweiflung oder eine ernstzunehmende Drohung? Nach der EZB will laut Gerüchten nun auch die Bank of Japan dem Markt demnächst mit der Zinssenkungskeule drohen. Eine entsprechende Analyse soll Teil ihrer geldpolitischen Prüfung sein, die im März veröffentlicht werden und ihr mehr Handlungsspielraum in ihrer Geldpolitik ermöglichen soll. Denn aktuell stören sich die Notenbanker wohl daran, dass der Markt ihnen keine Zinssenkungen mehr zutraut, was wiederum ihre Einflussmöglichkeiten einschränkt. Nur, den Markt nun vom Gegenteil zu überzeugen, erscheint mir leichter gesagt als getan. Denn die Tatsache, dass die BoJ trotz der aktuellen Krise ihre Zinsen bislang nicht gesenkt hat, spricht natürlich Bände. Mir müsste sie erst einmal glaubhaft erklären, warum sie bislang auf einen solchen Schritt verzichtet hat, und unter welchen Umständen er dann auf einmal doch noch zum präferierten Instrument würde. Verglichen zur EZB kommt bei der BoJ zudem erschwerend hinzu, dass allgemein bekannt ist, dass sie sich bezüglich der negativen Auswirkungen der niedrigen Zinsen auf den Bankensektor Sorgen macht und entsprechend Maßnahmen ergriffen hat, um die Belastung durch den Negativzins so stark wie möglich zu verringern. So waren ihre Ausnahmeregelungen für Bankeinlagen schon von Anfang an weitaus großzügiger als im Euroraum. Es ist somit davon auszugehen, dass die Drohung einer Zinssenkung allein den Markt kaum nachhaltig beeindruckend wird. Die BoJ wird ihren Worten Taten folgen lassen müssen, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Belässt sie es bei den leeren Drohungen, und sollte dies alles sein, was die BoJ in Sachen expansiver Geldpolitik noch in petto hat, sehe ich schwarz. Für Yen-Bullen wäre das aber natürlich eine gute Nachricht.

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CNY: Erstes Telefongespräch zwischen Biden und Xi

Das mit Spannung erwartete Telefongespräch zwischen US-Präsident Biden und dem chinesischen Präsidenten Xi erfolgte am Vorabend des chinesischen Neujahrsfestes. Der Tonfall war insgesamt uneinheitlich. Nach den üblichen Begrüßungsfloskeln auf beiden Seiten machte Biden ebenfalls einige Eckpunkte dessen deutlich, was zum Leitmotiv seiner China-Politik werden dürfte. Biden äußerte sich besorgt über die „unlautere und unfaire Wirtschaftspraxis“ und sprach die Menschenrechte und die geopolitischen Spannungen an. Da der asiatische Markt bereits in Ferienstimmung ist, könnte dieses wichtige Gespräch derzeit ein geringes Echo finden. Allerdings scheint US-Präsident Biden den Weg für seine China-Linie zu ebnen, die sich in einigen wenigen Aspekten leicht von Trump unterscheiden könnte. Doch unterm Strich bleibt alles beim Alten: Für die USA ist und bleibt China ein „strategischer Konkurrent“.

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