Währung

Kein Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen

GBP: Den “Hulk”, den UK Premierminister Boris Johnson am Wochenende in einem Interview beschworen hatte, hat er bei seinem gestrigen Besuch in Brüssel gut versteckt gehalten. Stattdessen mutete es eher etwas hilflos an, wie Johnson nach dem Mittagesse mit Juncker auf Kommentare verzichtete und eine geplante gemeinsame Pressekonferenz mit seinem Luxemburger Amtskollegen mit Verweis auf eine kleine (wenn auch zugegebenermaßen deutlich hörbare) Gruppe von Brexit-Gegnern kurzfristig platzen ließ. Klar war auf jeden Fall, dass der erhoffte Durchbruch in den Gesprächen ausblieb. Für mich ist daher absolut unverständlich, warum das Pfund weiterhin zumindest an einem guten Teil seiner Gewinne von Freitag festhalten kann.

Denn tatsächlich scheinen sich die EU und das Vereinigte Königreich seit Johnsons Amtsantritt keinen Schritt näher gekommen zu sein. Johnson betont zwar weiterhin, dass er nach wie vor die Chance für einen Brexit-Deal sieht, doch dafür sei Bewegung auf Seiten der EU notwendig. Die EU sicherte ihrerseits zu, dass man “rund um die Uhr” für Gespräche zur Verfügung stehe, beharrt jedoch weiterhin darauf, dass man erst einen konkreten Verhandlungsvorschlag der britischen Seite benötige, der weiterhin auf sich warten lässt.

Gut sechs Wochen vor dem Brexit-Termin und einen Monat vor dem alles entscheidendend EU-Gipfel stecken die Verhandlungen weiterhin in einer Sackgasse. Die Gefahr eines Ende Oktober anstehenden ungeordneten (“No-Deal”-)Brexits können GBP-Investoren angesichtsdessen nur dann ruhigen Gewissens ignorieren, wenn sie sich sicher sind, dass Johnson sich an die ihm vom Parlament aufgezwungene rechtliche Verpflichtung hält, und die EU am 19. Oktober um eine Verlängerung der Brexit-Deadline bittet, sollte das Parlament bis dahin weder einen Brexit-Deal noch einen No-Deal abgesegnet haben. Aber genau das ist die Krux – Johnsons Regierung hat zu verstehen gegeben, dass sie genau dies nicht zu tun gedenkt, sondern plant, das Gesetz anzufechten. Einen ersten Eindruck, wie das aussehen könnte, könnte der Rechtsstreit über das von Johnson erzwungene Ende der parlamentarischen Sitzungsperiode, bieten. Heute beginnt die dreitägige Anhörung vor dem Verfassungsgericht an. Der Druck für ein schnelles Urteil ist hoch, auch wenn dieses zwar aus verfassungsrechtlicher Sicht interessant aber für den Devisenmarkt kaum relevant sein dürfte.

Für die GBP-Wechselkurse bleibt die entscheidende Frage, ob ein No-Deal Ende Oktober vom Tisch ist, oder nicht. Ein Blick auf den EUR-GBP-Kurs könnte interessierte Marktbeobachter dabei schnell auf eine falsche Fährte führen. Denn die Brexit-Entwicklungen rechtfertigen bis auf weiteres in unseren Augen keine GBP-Rallye, auch wenn wir genau das seit Mitte August sehen. Wir empfehlen stattdessen den Optionsmarkt genau im Blick zu behalten. Für einen Versicherung gegen einen GBP-Absturz ist nach wie vor eine erhebliche Prämie zu zahlen. Zumindest Options-Händler schließen einen großen GBP-Knall nicht aus. Wobei auch sie den Fokus vor allem auf die Zeit nach dem EU-Gipfel, also ab Mitte Oktober legen. Weder Boris Johnson noch GBP-Händler sollten vergessen, dass der Hulk auf seinem Weg zum Ziel schnell eine Spur der Verwüstung hinterlässt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CV0V4A Short EUR/GBP Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CNY: Laut dem US-Handelsbeauftragten sollen Vertreter beider Länder diesen Donnerstag die Gespräche wieder aufnehmen. Ziel ist, die offiziellen Verhandlungen vorzubereiten, die Anfang Oktober zwischen den Chefunterhändlern erfolgen sollen. Dies wird die erste persönliche Unterredung seit Ende Juli darstellen, als die Gespräche in Shanghai scheiterten. Es gibt bereits erste Zweifel an der Idee eines sogenannten „vorläufigen Abkommens“ – nach meiner Einschätzung zu Recht. Doch am Devisenmarkt dürften diese Nachrichten auf taube Ohren stoßen, sollte es nicht greifbare Neuigkeiten von Seiten der Handelsgespräche geben.

In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass Chinas Immobilienpreise im Vorjahresvergleich eine gewisse Abschwächung der Dynamik zeigen. Hauptgrund ist die jüngste Verschärfung der Finanzierungskonditionen, um die Stabilität des Finanzsystems zu wahren. Für die bereits angeschlagene Wirtschaft ist dies ohne Frage eine weitere Hiobsbotschaft.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ6JNL Call EUR/CNH Hebel: 6,3
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.