Währung

Japanische Yen: Ebnet Kuroda den Weg für höhere Zinsen?

JPY: Der japanische Yen zählt bislang zu den Outperformern in diesem Jahr. Der initiale Grund für die Yen-Stärke waren die globalen Rezessionsängste, die zuletzt aufgekommen waren. Spätestens seit dem starken US-Arbeitsmarktbericht haben sich die Gemüter wieder etwas beruhigt. Auch die neusten konzilianteren Töne aus den USA hinsichtlich des Handelskrieges mit China tragen heute früh zu einer positiveren Stimmung an den Märkten bei. Entsprechend hat die japanische Währung bereits wieder einen Teil ihrer Gewinne abgeben müssen. Doch unserer Ansicht nach gibt es gute fundamentale Gründe dafür, dass die Währung ihren Aufwertungstrend in absehbarer Zeit wieder aufnimmt. Denn unsere mittel- bis langfristige Prognose für einen deutlich stärkeren Yen beruht in erster Linie auf der Aussicht auf eine langsame Normalisierung der Geldpolitik seitens der Bank of Japan (BoJ). Wir hatten dies lange Zeit ausgeschlossen, da die Inflation in Japan keinerlei Anzeichen gegeben hatte, sich dem 2%-Inflationsziel der BoJ anzunähern. Und die neusten Preisdaten haben heute Morgen bestätigt, dass sich daran nichts geändert hat. Allerdings hat die BoJ mit ihrer Entscheidung vergangenes Jahr, ihr Renditeziel zu flexibilisieren und damit einen höheren Marktzins zuzulassen, uns eindeutig gezeigt, dass sie die ultra-expansive Geldpolitik der letzten Jahre nicht mehr für tragbar hält. So leide insbesondere der Bankensektor unter den niedrigen Zinsen, was sich negativ auf die Finanzstabilität auswirken könne. Wir hatten damals argumentiert, dass die BoJ früher oder später die Zinsen weiter steigen lassen müsse, wenn sie den Bankensektor tatsächlich entlasten will. Höhere Zinsen bei gleichbleibender niedriger Inflation sind ein unschlagbares Argument für eine stärkere Währung.

Es zeichnet sich nun ab, dass genau dieses Szenario früher eintreten könnte als wir bislang angenommen hatten (wobei man sagen muss, dass wir beim Timing nie eine starke Sicht hatten). So hat BoJ-Chef Haruhiko Kuroda jüngst in einer Rede darauf angespielt, dass die alternde Bevölkerung Japans ein Grund für höhere Zinsen sein könnte. Er weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Schwierigkeiten für den Bankensektor hin, der zunehmend risikoreichere Aktivitäten eingehen muss, um höhere Erträge zu erzielen. Einige Marktteilnehmer sind bereits auf Kuroda’s Äußerungen angesprungen und sehen hierin erste Andeutungen für eine baldige Zinserhöhung. Abwegig ist dies tatsächlich nicht. So hatte Kuroda schon den Weg für die Anpassung des Renditeziels geebnet, in dem er das Konzept der „Reversal Interest Rate“ einige Monate zuvor ins Spiel gebracht hatte. Manchmal lohnt es sich also, dem BoJ-Chef genau zuzuhören.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CE27Q0 Long EUR/JPY Faktor: 5
CE27Q1 Short EUR/JPY Faktor: -5

GBP: Die von der britischen Regierung eingeleiteten parteiübergreifenden Gespräche laufen – gelinde gesagt – suboptimal. Das ist zumindest der Eindruck, den man aktuell erhält. So äußerten sich die bisher beteiligten Politiker insbesondere über die harte Haltung von Premierministerin Theresa May überaus frustriert. Und das ist durchaus verständlich. Denn aktuell schließt sie eine Verschiebung des Austrittstermins, ein zweites Referendum als auch eine engere Handelsbeziehung zur EU – wie von der Labour-Partei vorgeschlagen – aus und will gleichzeitig einen No-Deal-Brexit als Option auf dem Tisch behalten, womit sie in der Tat nicht gerade viel Verhandlungsspielraum zulässt. Für GBP-Investoren ist dies mindestens genauso frustrierend, da sich aktuell nicht absehen lässt, was für einen Plan B May kommenden Montag denn vorstellen möchte, womit auch vollkommen unklar bleibt, wie es auf dem Weg zum Brexit und damit für das Pfund weitergehen soll. Ich halte vor diesem Hintergrund die jüngste GBP-Rallye daher für sehr gewagt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

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