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Ist der Dollar ausgelutscht?

US-Konsumentenpreise im September

Ich hatte gestern bereits gemutmaßt, dass die Statistik der US-Konsumentenpreise, die gestern zur Veröffentlichung anstand, nicht die große fundamentale Neueinschätzung der USD-Wechselkurse bewirken könne. So ist’s auch gekommen.

Das große Bild passt weiterhin sowohl zu dem, was unsere US-Ökonomen prognostizieren, als auch dazu, was der Markt erwartet: Abgesehen von eh volatilen Energie- und Lebensmittelpreisen sinkt die Güterpreis-Inflation weiter, die für Dienstleistungen zieht moderat an (Abbildung 1). Das sagt aber noch nichts darüber aus, wo die Gesamtinflation in ein paar Monaten endet.

Klar, in einigen Produktkategorien fallen die Preise bereits. Insbesondere dort, wo die vorherigen Preissteigerungen ganz extrem waren: bei Gebrauchtwagen, bei Fernsehern etc. Nur halt noch nicht genügend, um die Güterpreise insgesamt zu drücken.

Mehr wäre auch momentan nicht drin. Denn die Nachfrage nach dauerhaften Konsumgütern ist nicht mehr auf Extremniveaus, aber halt auch noch längst nicht wieder auf Normalniveaus. Und erst recht nicht darunter. Hierzu gibt’s übrigens die September-Daten vom Bureau of Economic Analysis erst Ende des Monats.

Noch widersprechen die Daten nicht einem Szenario, in dem auch 2022 die US-Inflation über dem 2%-Fed-Ziel liegt. Daher gibt’s auch wenig Anlass, die Liftoff-Erwartungen (die einer ersten Fed-Zinserhöhung) zu verschieben. Und deshalb waren die gestrigen Zahlen keine USD-negative Nachricht.

Dass der Dollar (nach kurzfristigen Schwankungen) letztendlich doch im Nachgang zur Preisstatistik schwächer notierte, könnte darauf hindeuten, dass sich unter den Devisenhändlern doch viele Inflations-Apokalyptiker befinden, die von all den Presseberichten über Inflationsgefahren mehr beeindruckt waren als eigentlich zu rechtfertigen ist. Und die sahen sich halt nicht vom gestrigen Report bestätigt.

Das heißt aber auch: Die USD-Stärke der letzten Wochen ist schon ziemlich ausgelutscht. Es muss schon viel passieren, damit der Dollar noch weiter zulegen kann. Ich bin gerne dabei, zuzugeben, dass die gegenwärtige USD-Stärke noch eine Weile anhält. Dass der Greenback deutlich weiter zulegen kann, bestätigte zumindest die gestrige Marktreaktion jedoch nicht.

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Warum ist das Pfund nicht stärker?

So richtig kommt das Pfund nicht aus dem Quark. Da haben die Offiziellen der Bank von England immer mehr auf die Tube gedrückt. So sehr, dass man sich schon weit “hinter der Kurve” wähnt, wenn man einen Liftoff nicht schon für den kommenden Monat erwartet. Doch konnte das Pfund gerade einmal die Verluste von Ende September wettmachen. Viel geholfen hat es dem Pfund also nicht.

So ist’s halt, wenn der Eindruck nicht verschwindet, dass neben all den Widrigkeiten, mit denen der Rest der Welt zu kämpfen hat, im Vereinigten Königreich alles besonders schlimm zu sein scheint: besonders drastische Lieferengpässe, besonders hoher Arbeitskräftemangel, auf kurze Frist besonders hohe Inflationsrisiken.

Ich rede stets sehr viel über Zinsen, Inflation und die entsprechenden Markterwartungen. Weil sie momentan die volatilsten Komponenten unter den wechselkursrelevanten Variablen sind. Aber das ist natürlich längst nicht alles, was den Devisenmarkt umtreibt.

Viele der Angebotsengpässe, die wir momentan im Rest der Welt sehen, sind temporär. Normalisiert sich die Nachfrage (nicht unbedingt auf Muster wie vor Corona, aber weg von extremen Mustern, die in diesem Jahr dominierten), verschwinden sie auch wieder. Das ist so ziemlich Konsens. Unterschiede bestehen nur in Details.

Für das Vereinigte Königreich ist solch ein Konsens nicht gegeben. Weil nicht klar ist, welche der Engpässe nicht doch durch Brexit bedingt sind. Und der “normalisiert” sich nicht. Im Gegenteil.

Die EU-Kommision kommt den Briten im Streit über Nordirland mal wieder weit entgegen. Viele Güter, die von Großbritannien nach Nordirland verschifft werden, bedürfen laut neuestem EU-Vorschlag keiner Kontrolle. So das neue Angebot aus Brüssel. Doch ist halt fraglich, ob solch ein Entgegenkommen der britischen Seite genügt oder ob man nicht in Downing Street in Wahrheit den gesamten Nordirland-Kompromiss kippen will. Weil man darauf hoffen könnte, jetzt, nach dem Brexit werde es schon keine heftige Gegenwehr aus Brüssel geben.

Doch hat sich der britische Premier in den Brexit-Verhandlungen schon so oft verkalkuliert, dass eine sture britische Position nur weitere politische und ökonomische Risiken birgt. Und die stehen halt einem stärkeren Pfund entgegen. Trotz schneller Zinserhöhungen der Bank von England.

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