Währung

Ist das Wort “Währungskrieg” übertrieben?

Ist das Wort “Währungskrieg” übertrieben?

Einige halten es für übertrieben und für Panikmache, das Wort “Währungskrieg” in den Mund zu nehmen, wenn man die verbale Intervention durch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane kommentiert. Ich gebe zu: Manchmal neige ich zu Übertreibungen, vor allem, wenn ich mich aufrege. Mittlerweile habe ich mich bezüglich Lanes Kommentaren einigermaßen beruhigt, finde aber weiterhin den Hinweis “Währungskrieg” gerechtfertigt.

Alles, was Lane gesagt hat, sind triviale Truismen: Natürlich spielt der EUR-USD-Wechselkurs eine Rolle für die Inflationsentwicklung (über die Preise importierter Güter und solcher, die mit Ex- und Importen konkurrieren). Natürlich ist EUR-USD bezüglich der Geldpolitik “endogen”: Der Wechselkurs ändert sich, wenn sich (Erwartungen von) Geldpolitiken ändern. Und natürlich ist davon auszugehen, dass die EZB die Entwicklung der EUR-Wechselkurse in den letzten Monaten mit Sorge betrachtet. Aber sich sorgen und laut darüber reden sind zwei verschiedene Dinge. Zumindest für aktive Zentralbanker. Lane hat mit seinen Äußerungen EUR-USD um zwei Cent nach unten geprügelt. Und niemand soll behaupten, er hätte nicht gewusst, was er tat. Seine Äußerungen zielten darauf, den Euro zu schwächen und sind damit ein Bruch des Versprechens, das sich die G7-Zentralbanken schon vor langer Zeit gaben: die Finger von den Wechselkursen zu lassen. Zuletzt wurde das Versprechen 2013 erneuert, weil die Zentralbanken überzeugt waren, dass die Manipulationen von Wechselkursen sich zu einem Währungskrieg aufschaukeln können. Natürlich, da sind wir noch nicht. Aber solches Verhalten wie das von Herrn Lane kann dazu führen. Daran zu erinnern ist aus meiner Sicht nur angemessen und gehört zu meinen Aufgaben.

In dieser Woche wird sich zeigen, wie ernst es der EZB mit den verbalen Interventionen ist. Einen Chefvolkswirt schickt eine Zentralbank gerne mal als Versuchsballon voraus. Und auch die Gerüchte in der Presse (über ähnliche Haltung anderer Ratsmitglieder) mögen Versuche gewesen sein. Der Devisenmarkt könnte das schnell ad acta legen, wenn EZB-Chefin Christine Lagarde die Pressekonferenz am Donnerstag nicht dazu nutzt, Lanes Botschaft zu wiederholen. Bläst sie allerdings ins selbe Horn wie ihr Volkswirt, würden verbale Interventionen quasi semi-offizielle EZB-Politik.

Ja, alle haben Recht, die darauf hinweisen, dass der EZB die politisch opportunen Mittel fehlen, direkt am Devisenmarkt einzugreifen. Doch könnte es hinreichend viele Marktteilnehmer geben, denen es so geht wie mir. Ich erinnere mich nur allzu gut daran, wann die EZB zuletzt verbal intervenierte: im Sommer 2014. Was folgte, war ein Rutsch des EUR-USD-Kurses von 1,40 auf 1,05. Klar, der Kursrutsch geschah nicht ursächlich aufgrund der verbalen Intervention. Aber er geschah auch deshalb, weil absehbar wurde, dass die EZB expansiver werden würde. Ein Motiv für dieses expansivere Verhalten mag der starke EUR-Kurs Mitte 2014 gewesen sein. Was, wenn die EZB-Schmerzgrenze diesmal bei 1,20 liegt?

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Brexit: Will Johnson den Austrittsvertrag kopenhagisieren?

1801 griff die britische Flotte unter Lord Nelson (der auch dafür als Held gefeiert wird!) ohne Kriegserklärung die Flotte des neutralen Dänemark an und vernichtete sie (Seeschlacht von Kopenhagen). Seitdem hatte die britische Außenpolitik in Europa das Image der Trickserei, Doppelzüngigkeit, Vertragsbrüchigkeit und Unzuverlässigkeit weg. Zusammengefasst wurde dieses Vorurteil im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter der Bezeichnung des Vereinigten Königreiches als “perfides Albion”. Glaubt man Presseberichten, will die britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson an diese Tradition anknüpfen. Diesmal nicht mit Fregatten und Kanonen. Wenigstens das.

Laut der Gerüchte plant sie, schon an diesem Mittwoch einen Gesetzentwurf vorzulegen, der bezüglich der Nordirland betreffenden Regelungen einen Bruch der Austrittsverträge (genauer: des Nordirland-Protokolls) beinhaltet. Das wäre in der Tat für die Beziehungen der EU zum Königreich fatal. Nicht nur, dass die Tinte unter diesem Vertrag kaum getrocknet ist. Der Vertragsbruch würde auch einen der sensibelsten Punkte des Vertragswerkes betreffen. Träfen diese Gerüchte zu, müsste der aktuelle Versuch, die Langfrist-Beziehungen zwischen EU und UK vertraglich zu regeln, als gescheitert betrachtet werden. Denn gerade das Timing des Gesetzentwurfes – mitten in der entscheidenden Phase der aktuellen Verhandlungen – müsste der EU-Seite signalisieren, dass die Briten sich einen Dreck um konstruktive Beziehungen zum Kontinent scheren.

Nun waren die Europäer in all den Verhandlungen seit 2016 zu allen möglichen Beschwichtigungen bereit. Und es ist vorstellbar, dass sie auch nach solch einem Vertragsbruch weiter verhandeln. Für den Devisenmarkt sollte das kein Hoffnungsschimmer sein. Denn ein wirtschaftlich relevantes Ausmaß könnte ein Vertrag über die Langfristbeziehungen dann kaum noch haben. Und selbst wenn: “langfristig” wäre eine Regelung eh nicht, wenn die Briten sich auch in Zukunft nur sieben Monate an Verträge halten. Planungs- und Investitionssicherheit schafft man so nicht. Dass das Pfund heute Morgen nur wenig nachgibt, ist eher ignorant als gerechtfertigt.

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CNY: Erneute Befürchtungen

Nach einer endlos anmutenden Rally stieß der CNY-Kurs nun bei 6,80 pro USD auf Widerstand. Da es in Hongkong am Wochenende wieder zu Protesten kam, ist die politische Unsicherheit sicherlich erneut gestiegen. Zuvor hatte sie der Markt für eine ganze Weile ignoriert. Dies ist eine erneute Warnung an die Anleger, dass die Risiken für die chinesische Währung und Wirtschaft fortbestehen. Nach meiner Meinung wird dadurch angedeutet, dass es im Moment nicht sinnvoll wäre, der CNY-Rally hinterherzueilen. Dies gilt umso mehr, weil die Währung seit Mai, als China das nationale Sicherheitsgesetz in Hongkong verabschiedete, bereits um rund 5% aufgewertet hat.

Vor diesem Hintergrund waren die Handelsdaten Chinas im August uneinheitlich. Die Exporte lagen etwas über den Erwartungen, während die Importe deutlich niedriger ausfielen. Alles in allem steht uns wohl keine reibungslose Entwicklung bevor.

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