Rohstoffe

Impfstoff-Hoffnungen wirbeln Rohstoffmärkte durcheinander

Energie: Impfstoff-Rally treibt Ölpreise

Die Ölpreise sind gestern nach Nachrichten über den vielversprechenden Fortschritt bei der Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 regelrecht explodiert. Der WTI-Ölpreis ist binnen weniger Stunden um 9% von 38 USD auf fast 41,5 USD, der Brentölpreis auf 43,5 USD je Barrel gestiegen. Wenngleich die Ölpreise im Handelsverlauf einen Teil der Gewinne wieder abgegeben haben, notieren sie heute noch immer bei über 40 USD bzw. 42,5 USD je Barrel. Der starke Anlegeroptimismus war mit Sicherheit der wichtigste treibende Faktor dafür. Zuletzt hatten sich die Anleger bei Rohöl zurückgezogen: Bei WTI hatten sie ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 3. November laut CFTC um rund 37 Tsd. Kontrakte bzw. 12% abgebaut, bei Brent sogar um 50 Tsd. Kontrakte bzw. 36%. Eine überzogene Anlegerskepsis wie auch ein überhöhter Optimismus zuvor sind häufig gute Kontraindikatoren. Von der fundamentalen Front gibt es dagegen wenige fundamentale Faktoren, die einen stärkeren Preisanstieg unterstützen. So sind die chinesischen Rohölimporte im Oktober mit nur 42,56 Mio. Tonnen bzw. rund 10 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit April gefallen. Wohl auch wegen einer verhaltenen Nachfrage musste Saudi-Arabien seinen asiatischen Kunden für Dezember-Lieferungen weitere Preisnachlässe gewähren. Mit 0,5 USD je Barrel Preisabschlag ggü. Oman/Dubai Benchmark werden ihnen die höchsten Rabatte seit Juni eingeräumt. Die heutige Veröffentlichung der US-Energiebehörde EIA dürfte die Nachfrageschwäche bestätigen. Es steht also außer Frage, dass die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+) schnell etwas unternehmen müssen, um einen erneuten Preisrutsch zu verhindern. Der saudische Ölminister hat sich gestern optimistisch geäußert, dass die Vereinbarung über die Ölfördermengenkürzung angepasst werden könnte, wenn sich ein Konsens zwischen den Ländern fände. Ob eine Verschiebung der jetzigen Kürzungen um drei oder sechs Monate, die aktuell im Raum steht, ausreicht, wagen wir zu bezweifeln. Insbesondere der Anstieg der libyschen Ölproduktion auf mehr als 1 Mio. Barrel und bald wohl auf 1,3 Mio. Barrel täglich gibt Anlass zur Sorge.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold fällt binnen weniger Stunden um 100 USD

Der Goldpreis geriet gestern Mittag nach Meldungen über Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes massiv unter Druck. Binnen weniger Stunden sackte der Preis bis auf 1.850 USD je Feinunze ab. Zwischenzeitlich lag das Minus bei rund 100 USD bzw. 5%, was dem stärksten Tagesverlust seit drei Monaten entsprach. Gold gab im Zuge dessen auch sämtliche Gewinne seit Ende Oktober auf einen Schlag wieder ab, während Aktien wegen des steigenden Risikoappetits kräftig zulegten. Damit brach auch die zuvor positive Korrelation zwischen Gold und Aktien zusammen. Dies erklärt sich vor allem mit der geringeren Notwendigkeit für weitere Stimulierungsmaßnahmen, sollte ein effektiver Impfstoff verfügbar sein. Gold würde dann einer wichtigen Antriebskraft beraubt. Der steigende Risikoappetit löste zudem einen kräftigen Anstieg der Anleiherenditen aus. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sprang gestern um 15 Basispunkte auf 0,97%, den höchsten Stand seit März, was wegen der steigenden Opportunitätskosten ebenfalls auf Gold lastete. Gold war daher als zinslose Anlage weniger gefragt. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, verzeichnete gestern mit 10,5 Tonnen den stärksten Tagesabfluss seit sechs Wochen. Noch ist es aber verfrüht, Corona zu den Akten zu legen. Bis ein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht und eine flächendeckende Immunisierung erreicht ist, wird es noch dauern. Auch ist nicht zu erwarten, dass die Zentralbanken nun zu einer halbwegs normalen Geldpolitik zurückkehren. Momentan deutet die Richtung eher auf weitere Lockerung. Wir erachten in dem gestrigen Preisrutsch bei Gold deshalb eher einen kurzzeitigen Rücksetzer als den Beginn einer länger anhaltenden Schwächephase. Dies zeigt auch die heutige Preisentwicklung. Der Goldpreis notiert inzwischen wieder bei 1.890 USD. Auch an den Aktienmärkten ist die Euphorie von gestern weitgehend verflogen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Ausgelassene Stimmung nicht auf Metalle übergeschwappt

Positive Nachrichten über die Wirksamkeit eines in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs gegen Covid-19 haben gestern zu Euphorie an den Finanzmärkten geführt. Die Aktienmärkte rund um den Globus haben die Raketen gezündet. Die Ölpreise sprangen zwischenzeitlich um über 10% nach oben. Dagegen gaben die Industriemetallpreise sogar nach. Gemessen am LME-Industriemetallindex (LMEX) verloren sie 0,2%. Der LMEX bleibt damit dennoch in unmittelbarer Nähe seines höchsten Standes seit Mitte 2018. Die Metalle waren in den Tagen zuvor spürbar gestiegen und hatten die positiven Nachrichten quasi vorweggenommen. Größter Gewinner war gestern Nickel mit einem Plus von zeitweise fast 4% auf knapp 16.000 USD je Tonne. Neben der allgemein ausgelassenen Stimmung an den Märkten profitierte Nickel unseres Erachtens dabei von Nachrichten aus China. Das China Metallurgical Industry Planning and Research Institute hat dazu aufgerufen, strategische Reserven von Rohmaterialien für die Stahlproduktion aufzubauen. Explizit wurden Manganerz, Chromerz, Nickelerz und Kokskohle genannt. Bereits letzte Woche hatte das staatliche Research-Institut Antaike eine Einschätzung veröffentlicht, wonach sich der diesjährige hohe Angebotsüberschuss am globalen Nickelmarkt im nächsten Jahr merklich reduzieren soll. Antaike hat dabei die Zahlen der International Nickel Study Group von Oktober verwendet und führt den Abbau des Überschusses auf eine starke Nickelnachfrage zurück. Gleichzeitig erwartet Antaike, dass Indonesien wegen des Exportverbots von unbehandelten Erzen in diesem Jahr China als größter Nickelroheisenproduzent (NPI) überholen wird. Im nächsten Jahr soll Indonesien demnach die NPI-Produktion um rund 25% auf 685 Tsd. Tonnen steigern. Davon dürfte wiederum der Großteil nach China verschifft werden.