Rohstoffe

IEA sieht Ölmarkt im zweiten Halbjahr überversorgt

Energie: IEA sieht Ölmarkt im zweiten Halbjahr überversorgt

Die Ölpreise sind gestern aufgrund von Nachfragesorgen deutlich unter Druck geraten. Brent fiel im Tief bis auf 116 USD je Barrel, WTI auf 112 USD je Barrel. Von den am Dienstag verzeichneten Hochs bedeutet das bei Brent einen Rückgang um mehr als 9 USD, bei WTI sogar um mehr als 11 USD. Zwar konnten sich die Preise von diesen Niveaus wieder erholen. Brent handelt aber weiterhin unter der Marke von 120 USD und steht vor dem ersten Wochenverlust seit Mitte Mai. Deutlich besser hält sich dagegen der Gasölpreis, der sich oberhalb von 1.300 USD je Tonne behauptet. Dies ist auf eine deutliche Ausweitung des Crackspreads zurückzuführen, der am Morgen ein Rekordniveau von 54 USD je Barrel erreichte. Begünstigt wird die Spreadausweitung durch die angespannte Marktlage bei Mitteldestillaten. Die ARA-Gasölbestände fielen in dieser Woche laut Daten von PJK International auf das niedrigste Niveau seit April 2014 und sind so niedrig wie zuletzt zu dieser Jahreszeit 2008. Laut Prognose der IEA dürfte der Ölmarkt im zweiten Halbjahr überversorgt sein. Damit stellt sich die IEA gegen die Ansicht der OPEC und des Marktes. Der Angebotsüberschuss soll im dritten Quartal sogar beträchtlich ausfallen. Das liegt an einem deutlich höheren Nicht-OPEC-Angebot als zuvor erwartet wurde. Zum einen fällt die Ölproduktion in Russland weniger stark als zuvor unterstellt. Zum anderen steigt die Ölproduktion in den USA und Kanada deutlich. Dazu reduzierte die IEA ihre Nachfrageprognose leicht. Dass die OPEC+ immer weiter hinter ihrem Produktionsplan zurückbleibt, kann das Überangebot nicht verhindern. Im Mai erhöhte die OPEC+ die Produktion nur um 130 Tsd. Barrel pro Tag, was auf Russland zurückzuführen war, das seine Produktion um 150 Tsd. Barrel pro Tag steigern konnte. Die OPEC förderte sogar 210 Tsd. Barrel pro Tag weniger als im April. Die Diskrepanz zur geplanten Produktionsmenge beläuft sich mittlerweile auf 2,8 Mio. Barrel pro Tag. Für 2023 zeichnet sich dagegen ein Angebotsdefizit ab. Um den von der IEA erwarteten Anstieg der Nachfrage zu kompensieren, müsste die OPEC ihre Ölproduktion auf mehr als 30 Mio. Barrel pro Tag erhöhen, was vom aktuellen Niveau eine Steigerung um mehr als 1,5 Mio. Barrel pro Tag bedeutet. Ob dies gelingen wird, muss nach den Erfahrungen der letzten Monate bezweifeltwerden.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T5MLongOil Brent FutureFaktor: 3
SH2HFPShortOil Brent FutureFaktor: -3
SD2S7RLongOil WTI Light Crude FutureFaktor: 3
SH1YFNShortOil WTI Light Crude FutureFaktor: -3
SH71GYLongGas Oil FutureFaktor: 3
SH0GUQShortGas Oil FutureFaktor: -3
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Edelmetalle: Gold unter dem Einfluss der Zentralbanksitzungen

Da in Teilen Deutschlands gestern ein Feiertag war, werfen wir heute noch einen Blick zurück auf die Sitzung der US-Notenbank Fed. Wie vom Markt erwartet, hat die Fed die Zinsen um 75 Basispunkte auf jetzt 1,75%angehoben, um der hohen Inflation entgegenzuwirken. Einen solchen Zinsschritt gab es zuletzt 1994, man könnte ihn also als historisch bezeichnen. In ihrem Kommuniqué betonte die Fed zudem, dass sie „fest entschlossen“ ist, die Inflation wieder auf das 2%-Ziel zu bringen. Der Fed-Vorsitzende Powell hat entsprechend weitere Zinserhöhungen angekündigt. Für die kommende Sitzung stellte er entweder 50 oder 75 Basispunkte in Aussicht. Er betonte allerdings, dass Zinsschritte von 75 Basispunkten außergewöhnlich sind. Der Markt sieht das ähnlich, auch wenn die Zinserwartungen leicht zurückgenommen wurden: Für die nächsten drei Fed-Sitzungen sind Zinserhöhungen von rund 170 Basispunkten eingepreist, das heißt auch eine weitere von 75 Basispunkten. Bis Ende des Jahres erwartet der Markt Zinserhöhungen um 200 Basispunkte und damit etwas mehr als die neuesten Projektionen der FOMC-Mitglieder. Die Fed nimmt mit ihrem eingeschlagenen Kurs offenbar bewusst eine Wirtschaftsabschwächung in Kauf, wobei sie selbst nicht von einer Rezession in den USA ausgeht. Der US-Dollar reagierte auf die Fed-Entscheidung mit Abschlägen und auch die Anleiherenditen sind gefallen, was dem Goldpreis wiederum Unterstützung gab. Dieser ist bis gestern Abend immerhin auf rund 1.855 USD je Feinunze gestiegen, gibt aber heute Morgen bereits wieder etwa 10 USD nach. Dass die EZB für Mittwoch wegen den Verwerfungen an den Anleihemärkten kurzfristig eine außerreguläre Ratssitzung anberaumt hatte, war im Markt nur eine Randerscheinung. Sie hat ihre Experten mit der Ausarbeitung eines neuen Hilfsprogramms beauftragt, um die Papiere hochverschuldeter Länder wie zum Beispiel Italien zu stützen. Die EZB versucht damit, den auseinanderlaufenden Spreads in der Eurozone (sog. Fragmentierung) entgegenzuwirken. Nach der Fed haben gestern die Bank von England (25 Basispunkte) und völlig überraschend die Schweizer Nationalbank (50 Basispunkte) ihre Zinsen erhöht.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD4V33 LongGold FutureFaktor: 7
SF5DDAShortGold FutureFaktor: -7
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Industriemetalle: Rezessionsängste schicken Metallpreise weiter auf Talfahrt

An den Metallmärkten trübt sich die Stimmung offenbar weiter ein. Der LME-Industriemetallindex hat gestern 2% verloren und ist auf ein 6-Monatstief gefallen. Mit einem Minus von über 3% stach der Aluminiumpreis erneut negativ hervor. Er notierte erstmals seit Juli letzten Jahres sogar kurzzeitig unter der Marke von 2.500 USD je Tonne. Auch der Kupferpreis gab deutlich nach: Er hat seinen Fall knapp oberhalb von 9.000 USD je Tonne gestoppt – vorerst. Belastet wurden die Metallpreise wohl unter anderem durch die stark gefallenen Aktienmärkte, die Ausdruck einer hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer sind. Es machen sich offenbar zunehmend Rezessionsängste breit. Diese bekommen in erster Linie Nahrung durch die Straffung der Geldpolitik vieler Zentralbanken, allen voran der Fed. Sie wurden gestern zusätzlich geschürt durch schwächer als erwartete Konjunkturdaten aus den USA: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren etwas höher und die Neubaubeginne sowie Baugenehmigungen im Mai blieben deutlicher hinter den Erwartungen zurück. Auch in China kommt der Immobilienmarkt noch nicht wieder so recht auf die Beine: Die Preise für Neubauten sind im Mai den neunten Monat in Folge gefallen. Mittlerweile haben die chinesischen Behörden allerdings Maßnahmen ergriffen, um den Immobilienmarkt zu stützen. Denn dieser ist entscheidend für die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr. Am Aluminiummarkt scheinen sich die Erwartungen der Marktteilnehmer in den letzten Wochen völlig gewandelt zu haben: Ging man vor einiger Zeit noch von einer Knappheit aus, wird der Markt nun offenbar als ausreichend bzw. gut versorgt angesehen. Dies spiegelt sich in der Terminkurve wider: Sie hat innerhalb von vier Wochen aus einer starken Backwardation in Contango gedreht. Das World Bureau of Metal Statistics hatte vorgestern berichtet, dass der globale Aluminiummarkt in den ersten vier Monaten des Jahres mit rund 400 Tsd. Tonnen im Angebotsüberschuss war.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SH0ETJShortCopper FutureFaktor: -5
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