Rohstoffe

Hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten

Energie: Ölpreise legen vorerst Pause ein

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug gestern nicht fortgesetzt. Der durch das API berichtete überraschende Lageraufbau dürfte zur kurzfristigen Preiskorrektur beigetragen haben. Laut API sind die US-Rohölbestände in der Woche zum 19. Februar um 1 Mio. Barrel gestiegen. Der Bloomberg-Konsens rechnet für die heutige DOE-Meldung mit einem Lagerabbau von 6,7 Mio. Barrel. Auch bei Benzin hat das API einen (geringfügigen) Aufbau berichtet, während der Konsens einen Rückgang um 3,5 Mio. Barrel erwartet. Wir gehen davon aus, dass die heutigen DOE-Daten einen starken Lagerabbau der Bestände für Rohöl und Ölprodukte in Folge der zahlreichen frostbedingten Schließungen von Raffinerien und Produktionsanlagen in Texas zeigen werden. Allerdings dürfte der Frost auch Auswirkungen auf die Nachfrage, den Transport und den internationalen Handel gehabt haben. Insofern zeichnen die Lagermeldungen in den nächsten Wochen kein klares Bild für die Angebots-/Nachfrage-Situation. Auch überschlagen sich in den USA die Ereignisse. Noch vor ein paar Tagen wurde befürchtet, dass infolge der Frostschäden die Rückkehr der Produktion zur Normalität bis zu zwei Wochen dauern wird. Nun heißt es, dass teilweise bereits 80% der Produktion in Texas wieder zurück sei. Man sollte sich also nicht von kurzfristigen Nachrichten in die Irre treiben lassen. Einzig relevant für den Ölpreis dürfte sein, dass ein langfristiger Schaden für die texanische Ölindustrie ausgeblieben ist. Aktuell sollten die Marktteilnehmer den Blick eher auf die Reaktionen und Produktionsdaten der OPEC und ihrer Alliierten (OPEC+) werfen. Diese beraten nächste Woche über die künftige Strategie. Aus unserer Sicht wird es Saudi-Arabien angesichts der hohen Preise und Erwartung einer schnellen Nachfrageerholung schwerfallen, die anderen Allianzmitglieder von der Notwendigkeit weiterer massiver freiwilliger Produktionskürzungen zu überzeugen. Aktuell “verzichtet” die OPEC+ auf eine Mehrproduktion von rund 7 Mio. Barrel täglich. Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis um 30% gestiegen, seit Anfang November sogar um über 75%.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SD2TALShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD2TAMShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold trotzt anhaltenden ETF-Abflüssen, Platin und Palladium deutlich gefallen

Gold hält sich trotz anhaltender ETF-Abflüsse über der Marke von 1.800 USD je Feinunze. Unterstützung gaben Äußerungen von Fed-Chairman Powell bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. Darin sagte er, dass die US-Wirtschaft weiterhin Unterstützung durch die Geldpolitik benötigen würde, was als klare Absage an eine baldige Rückführung der Anleihekäufe verstanden werden kann. Das ist zwar keine wirkliche Überraschung und deckt sich mit vorherigen Aussagen Powells und anderer Fed-Vertreter. Dennoch gaben die zuletzt stark gestiegenen US-Anleiherenditen leicht nach, was Gold zugute kam. Vollkommen unbeeindruckt davon zeigten sich die ETF-Anleger. Diese zogen auch gestern 6 Tonnen aus den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs ab. In den letzten sechs Handelstagen summieren sich die Abflüsse damit auf 40 Tonnen. Etwa drei Viertel der Abflüsse erfolgte dabei aus dem weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, der bevorzugt von institutionellen Investoren als Anlagevehikel benutzt wird. Offensichtlich hat Gold für diese Anlegergruppe angesichts deutlich höherer Anleiherenditen und von Rekord zu Rekord eilender Aktienmärkte zuletzt stark an Strahlkraft eingebüßt, wobei letztere in den vergangenen Tagen unter Druck standen, ohne dass die ETF-Nachfrage davon profitieren konnte. Wir sehen bei Gold wenig Spielraum nach oben, solange die Abflüsse aus den Gold-ETFs anhalten. Stark unter Druck standen gestern zwischenzeitlich Platin und Palladium. Platin verlor zeitweise bis zu 4,5% auf 1.220 USD je Feinunze, Palladium rutschte ca. 4% auf 2.300 USD ab. Hier dürften Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben, nachdem es Platin zuvor nicht gelungen war, die Marke von 1.300 USD zurückzuerobern. Der überzogen kräftige Preisanstieg in der ersten Februarhälfte fordert offensichtlich seinen Tribut, als sich Platin innerhalb von acht Handelstagen um 20% verteuerte. Dass Palladium nun ebenfalls nach unten gezogen wird, muss als schlechtes Zeichen angesehen werden; schließlich war Palladium zuvor nicht annähernd so stark gestiegen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Nickelmarkt im erwartet hohen Angebotsüberschuss

An den Metallmärkten ging es gestern teilweise zu wie auf einer Achterbahn. Nickel kann hier als gutes Beispiel herangezogen werden: Es stieg im frühen Handel erneut bis auf fast 20.000 USD je Tonne, fiel im weiteren Handelsverlauf dann aber um gut 900 USD zurück. Während der Anhörung des Fed-Vorsitzenden Powell vor dem US-Senat (siehe Edelmetalle oben) drehte Nickel schließlich wieder nach oben und holte einen Großteil der Verluste auf. Heute Morgen handelt es im Einklang mit schwachen asiatischen Aktienmärkten niedriger bei 19.200 USD je Tonne. Wie die International Nickel Study Group (INSG) vorgestern berichtete, wies der globale Nickelmarkt im letzten Jahr einen Angebotsüberschuss in Höhe von 123 Tsd. Tonnen auf. Dies war der höchste Überschuss seit sieben Jahren. Die Prognose der INSG von ihrer Herbsttagung im Oktober wurde damit fast genau getroffen. 2019 war der Markt noch im Defizit (33 Tsd. Tonnen). Zwar hat sich 2020 die Nachfrage trotz der Corona-bedingten Einschränkungen besser gehalten als lange Zeit befürchtet – sie ist nur um 1,3% gefallen –, aber das Angebot ist stärker gestiegen als zunächst angenommen (+5,3%). Für dieses Jahr erwartet die INSG bislang eine deutliche Nachfrageerholung. Das Angebot soll weiter ausgeweitet werden. Unter dem Strich soll der Angebotsüberschuss auf 68 Tsd. Tonnen abschmelzen. Neue Projektionen veröffentlicht die INSG Ende April. Einer der weltgrößten Nickelproduzenten setzt den Überschuss in diesem Jahr bei etwas über 90 Tsd. Tonnen an. Zusätzliches Angebot soll demnach vor allem von neuen Produktionskapazitäten für Nickelroheisen (NPI) in Indonesien kommen, während die Nachfrage durch den Batteriesektor getrieben wird. Unseres Erachtens sollte die Aussicht auf den zweiten Angebotsüberschuss in Folge das weitere Preispotenzial von Nickel begrenzen. Wir sehen Nickel – wie auch die anderen Industriemetalle – heiß gelaufen und eine Korrektur überfällig.

Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!