Währung

Hoffnungsdämpfer für den Welthandel

Hoffnungsdämpfer, 1. Teil

Wer jetzt, wo

  • die USA und China im Handelskonflikt zu so etwas wie einem Waffenstillstand übergegangen sind und
  • das NAFTA-Nachfolgeabkommen (USMCA) durch ist,

glaubt, der freie Welthandel wäre gesichert, irrt völlig. Gleichzeitig betreibt die US-Regierung nämlich die Sabotage der Welt-Handelsorganisation WTO. Indem die US-Regierung die Neubesetzung von kritischen Entscheidungsgremien der WTO blockiert, macht sie die WTO handlungsunfähig. Die Strategie der US-Regierung ist klar: Sie will bilaterale Handelsvereinbarungen, weil sie – als Regierung der weltgrößten Volkswirtschaft – in solchen Arrangements stets einen Machtvorteil hat, mit dem sie Handelsvereinbarungen zu ihren Gunsten beugen will. Ich bin kein Politologe, aber soweit ich das verstehe, nennt man solch ein Verhalten „Imperialismus“. Nun bin ich FX-Analyst, mir sollte also eigentlich egal sein, ob die US-Regierung Imperialismus betreibt oder nicht. Meine Anarcho-Tage sind nun wirklich sehr lange vorbei. Nur ist das (a) nicht förderlich für den Welthandel und damit auch nicht für die Währungen der Länder, die besonders von gedeihlichem Welthandel abhängen (EMs, AUD etc.). Und darüber hinaus ist es (b) nicht förderlich für das Produktivitätswachstum der USA. Warum?

Protektionismus schützt eine Volkswirtschaft vor dem Anpassungsdruck, der durch internationale Konkurrenz entsteht. Das ist der Sinn des Ganzen. Stahlarbeiter brauchen nicht die Konkurrenz aus China zu fürchten, Hochschulabsolventen nicht die Konkurrenz aus Indien. US-Präsident Donald Trump bedient mit Protektionismus seine Klientel in Unter- und Mittelschicht. Jedoch war – zumindest in meiner Vorstellung – die Fähigkeit der USA, mit solchem Anpassungsdruck besser umzugehen als Europa, stets ein Standortvorteil für die US-Volkswirtschaft. Diesen Vorteil zerstört Trumps Politik aus Rücksicht auf seine Klientel. Das heißt: Langfristig wird der Produktivitätsvorteil der USA relativ zu dem Europas reduziert. Langfristig sind Produktivitätsunterschiede das wichtigste Argument für die Entwicklung realer (preisbereinigter) Wechselkurse.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Hoffnungsdämpfer, 2. Teil

Dass Chinas Regierung nun auch noch mit Vergeltungsmaßnahmen droht, falls nicht ein chinesisches Unternehmen in Deutschland mit der Aufstellung von Mobilfunk-Masten beauftragt wird, ist eine weitere traurige Geschichte für den Welthandel. Nicht, weil ich irgend eine Meinung dazu hätte, ob die chinesischen Geräte besser oder schlechter, sicherer oder unsicherer wären als die europäischer oder amerikanischer Konkurrenten. Sondern, weil genau das ein Fall wäre, für den es eine internationale Schiedsstelle geben müsste, die entscheidet, ob die Argumente der Beteiligten valide sind oder nicht. Die WTO war immer zu träge, zu kompliziert, zu schwach, um diese Aufgabe zufriedenstellend zu erledigen. Jetzt haben wir freilich gar niemand mehr. Und das ist noch viel schlimmer.

Man könnte nun argumentieren, dass chinesische Vergeltungsmaßnahmen (offensichtlich gerichtet gegen Auto-Importe aus Deutschland) den Euro belasten könnten. Doch sind die noch ein gutes Stück weg. Und so dominiert eher das naheliegende Thema des US-chinesischen Handelskonflikts.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLR Long EUR/USD Faktor: 5
CU54YQ Short EUR/USD Faktor: -5
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CNY: Wirtschaftliche Stabilisierung und Handelsdeal

Investoren konnten sich heute noch über frohe Botschaften aus China freuen. Im November waren eine ganze Reihe von Konjunkturzahlen positiv. Das deutet auf eine wirtschaftliche Stabilisierung parallel zum Phase-1-Abkommen. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer erklärte denn auch am Wochenende, der Deal sei vollständig in trockenen Tüchern und werde die US-Exporte nach China in den nächsten beiden Jahren beinahe verdoppeln. Bereits am Freitag gab er eine kurze Erklärung ab. Darin hieß es, beide Seiten hätten ein historisches und umsetzbares Abkommen erzielt, das Strukturreformen und weitere Veränderungen an Chinas Wirtschafts- und Handelssystem erfordere. Ebenso wurden einige Schlüsselbereiche, darunter die Steuerung des CNY-Wechselkurses, Finanzdienstleistungen, Landwirtschaft sowie Dauer-Zankäpfel wie geistiges Eigentum und Technologietransfers, genannt. Außerdem wurde im Statement betont, dass mit der Vereinbarung ein leistungsfähiger Mechanismus zur Streitbeilegung geschaffen werde. Wie tauglich und stabil die einzelnen Vereinbarungen sind, wird sich in den nächsten Monaten an genau diesem Mechanismus messen lassen. Anders gesagt: Die Umsetzung und Durchsetzung der Einigungen aus der Phase 1 müssen aufmerksam überwacht werden. Einzelheiten werden erst im Januar 2020 bekannt gegeben. Immerhin ist bis jetzt durchgesickert, dass China Währungsstabilität garantieren, die Käufe von US-Agrargütern erhöhen und geistiges Eigentum besser schützen wird. Gleichzeitig werden die USA Zölle auf chinesische Waren im Wert von 120 Mrd. $, die im September eingeführt wurden, von 15% auf 7,5% halbieren. Auch die ursprünglich geplanten Dezember-Zölle werden wegfallen. An dem 25%-Zoll auf chinesische Waren im Wert von 250 Mrd. $ werden die USA dagegen festhalten.

Die Daten vom November signalisieren Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung. So verbesserte sich die Industrieproduktion von mageren 4,7% auf 6,2% (ggü. Vorjahr) und legte seit Jahresanfang um 5,6% zu. Die Einzelhandelsumsätze waren bei 8% stärker als erwartet, während die Anlageinvestitionen bei 5,2% (seit Jahresanfang) stabil blieben. Der CNY tendierte nach den Daten fester. Der Onshore-USD-CNY und der Offshore-USD-CNH liegen beide wieder unter 7,00.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU9PUB Call EUR/CNH Hebel: 4,8
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,3
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