Rohstoffe

Hoffnungen auf Annäherung im Handelskonflikt

Energie: Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelskonflikts zwischen den USA und China geben den Ölpreisen Auftrieb. Brent stieg am Morgen auf 59,5 USD je Barrel, WTI kostet erstmals seit Mitte Dezember wieder mehr als 50 USD. US-Präsident Trump äußerte sich optimistisch über den Verlauf der Gespräche. Quellen mit Zugang zu Informationen aus dem Weißen Haus zufolge ist Trump offensichtlich bestrebt, zu einem Ergebnis zu kommen, damit die zuletzt kräftig unter Druck geratenen Aktienmärkte wieder steigen. Der Ölpreisrückgang Ende 2018 war neben dem Überangebot auch durch den Ausverkauf an den Aktienmärkten getrieben. Dahinter steckte die Sorge, dass der Handelskonflikt das Wirtschaftswachstum in den USA und China belastet und dies letztlich auch die Ölnachfrage in den beiden größten Ölverbrauchsländern dämpft. Bei einer weniger dynamischen Ölnachfrage würden die von der OPEC und einigen Nicht-OPEC-Ländern beschlossenen Produktionskürzungen nicht ausreichen, damit der globale Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht kommt. Im Gegensatz zu vielen Regierungsbehörden veröffentlicht das USEnergieministerium seine Berichte weiterhin planmäßig. Dazu zählen auch die wöchentlichen Lagerdaten, die heute Nachmittag zur Veröffentlichung anstehen. Das API berichtete bereits gestern Abend einen Rückgang der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 6,13 Mio. Barrel, nachdem sie in der Woche zuvor bereits um 4,5 Mio. Barrel gefallen waren. Am Jahresende fällt in einigen US-Bundesstaaten eine Steuer an, die sich am Niveau der Lagerbestände orientiert. Entsprechend besteht ein Anreiz zum Lagerabbau.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gewinnmitnahmen im Zuge der besseren Marktstimmung nach dem kräftigen Preisanstieg der letzten Wochen sowie feste Aktienmärkte und steigende Anleiherenditen haben zu einem weiteren Preisrückgang von Gold geführt. Heute Morgen kostet Gold rund 1.280 USD je Feinunze. Die psychologisch wichtige 1.300 USD-Marke scheint nicht so einfach zu überwinden zu sein. Einige Goldkäufer zeigen sich offenbar preissensitiv, so zum Beispiel in Indien. Indien hat im letzten Jahr angeblich „nur“ 762 Tonnen Gold importiert. Laut Angaben der von Bloomberg zitierten Quelle seien dies 20% weniger als im Vorjahr. Die durch die schwache Indische Rupie hohen lokalen Goldpreise haben dabei potenzielle Käufer abgehalten. Die Zahlen zu den Importen, die vom Finanzministerium noch nicht bestätigt wurden, liegen im Rahmen der Erwartungen des World Gold Councils (700-800 Tonnen). Gemäß den WGC-Daten sind die angegeben Importe von 762 Tonnen aber nur ein marginaler Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat eigenen Angaben zufolge im Dezember 320 Tsd. Unzen bzw. rund 10 Tonnen Gold gekauft. Dies waren die ersten Goldkäufe der PBoC seit über zwei Jahren. Dies könnte zugleich der Auftakt einer neuen Serie von Goldkäufen der chinesischen Zentralbank sein, da sie in der Vergangenheit für gewöhnlich mehrere Monate hintereinander Gold gekauft hat. Generell ist das Interesse der Zentralbanken an Gold in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Die Zentralbanken sind damit wieder eine wesentliche Stütze der Goldnachfrage und damit auch des Goldpreises.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: In Peking machen die Handelsgespräche zwischen den USA und China offenbar Fortschritte: Sie wurden um einen Tag verlängert, was zu einer positiven Stimmung bei den Marktteilnehmern führt. Daher legen auch die Metalle heute Morgen zu. Kupfer nähert sich wieder der 6.000 USD-Marke, Zink kostet rund 2.500 USD je Tonne. Wenig beachtet ist der Zinnpreis in den letzten Wochen deutlich gestiegen, entgegen der Bewegung im restlichen Industriemetallsektor. Heute Morgen hat er erstmals seit Ende Juli wieder die Marke von 20.000 USD je Tonne überschritten. Von seinem Tief im November ist der Preis mittlerweile um über 10% gestiegen. Gestern hat er die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überwunden, was technische Anschlusskäufe nach sich zog und zusätzlichen Auftrieb gab. Auslöser des Preisanstiegs dürften Angebotssorgen sein. Denn Indonesien, der weltweit größte Zinnexporteur, führt seit Oktober deutlich weniger Zinn aus. Die November-Exporte waren sogar die niedrigsten seit fast 2½ Jahren. Daten für Dezember werden in Kürze veröffentlicht. Die Indonesia Commodity & Derivatives Exchange (ICDX), über die das Zinn gehandelt warden muss, bevor es exportiert wird, hat seit Mitte Oktober wegen Unregelmäßigkeiten bei der Überprüfung des Zinns den Handel weitgehend ausgesetzt. Da sich derzeit in Indonesien Ware staut, dürften die Exporte deutlich anziehen, sobald der Handel wieder uneingeschränkt möglich ist. An der LME sind die Zinnvorräte mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gefallen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Kupfer-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Kupfer-Future Faktor: -5

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