Rohstoffe

Höhere Unsicherheit und Risiken an den Rohstoffmärkten

Energie: Risiken am Ölmarkt, wo man auch hinschaut

Zuletzt konnte man am Ölmarkt eine größere Verunsicherung und stärkere Stimmungs- und Preisschwankungen feststellen. Die Risiken lauern sowohl auf der Nachfrage- (Stichwort „Coronakrise“) als auch auf der Angebotsseite (Stichwort „OPEC+-Abkommen“). Die heutige Meldung über die Covid-Erkrankung des US-Präsidenten Trump und der First Lady hat dem Ganzen zusätzliche Schärfe gegeben und sämtliche Risikoanlagen, inklusive Öl-Futures auf Talfahrt geschickt. Der WTI-Ölpreis, der gestern in der Spitze noch an 40,5 USD kratzte, fällt heute Morgen auf 37 USD, der Brentölpreis erstmals seit Juni unter 39,5 USD je Barrel. Ein Paradebeispiel für die unklare Nachfragesituation ist Indien, das drittgrößte Ölverbraucher- und Importland weltweit. Die Nachfrage nach Diesel, Indiens meistverbrauchtem Ölprodukt, belief sich im September auf durchschnittlich 1,2 Mio. Barrel täglich, verglichen mit 955 Tsd. im August und 1,3 Mio. Mio. Barrel täglich ein Jahr zuvor. Der Benzinverbrauch ist im September im Jahresvergleich sogar von 608 Tsd. auf 620 Tsd. Barrel täglich gestiegen (von 542.000 Tsd. Barrel im August). Der wichtigste Grund für den jüngsten Nachfrageanstieg ist, dass aus Angst vor einer Infektion mehr Menschen ihre eigenen Fahrzeuge statt öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Und damit stehen hinter dieser Erholung viele Fragenzeichen. Genauso unsicher ist der Ausgang der Strategie der OPEC+. Die freiwilligen massiven Produktionskürzungen in den Monaten Mai bis Juli haben den Ölpreisanstieg auf über 40 USD je Barrel ausgelöst. Doch in letzter Zeit sind vermehrt Risse im Konstrukt sichtbar geworden. Zwar haben die OPEC-Länder, die sich zu Kürzungen verpflichtet haben, diese auch nach einer Bloomberg-Umfrage strikt umgesetzt. Doch dürften die Produktionserhöhungen durch Russland, Iran und Libyen – ersteres gehört zur OPEC+, die beiden letzteren gehören zwar der OPEC an, sind aber nicht an das OPEC+-Abkommen gebunden – für Unruhe im Kartell sorgen und womöglich “Schwindel”, d.h. eine höhere Produktion durch die Hintertür begünstigen. Die Situation am Ölmarkt bleibt weiterhin sehr herausfordernd.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold als Fels in der Brandung

Gold erweist sich heute in einem äußerst stürmischen Marktumfeld als Fels in der Brandung. Während Öl und Metalle deutlich nachgeben (siehe Absätze zu Energie und Industriemetallen), steigt Gold am Morgen wieder über die Marke von 1.900 USD je Feinunze. Wir hatten gestern die US-Wahlen als größtes kurzfristiges Aufwärtsrisiko für den Goldpreis genannt. Die Meldung, wonach US-Präsident Trump und seine Ehefrau Melania positiv auf Covid-19 getestet worden sind, hat dieses Thema deutlich in den Fokus gerückt. Schließlich liegt der Wahltermin nur noch einen Monat entfernt. Entsprechend nervös reagieren heute die Märkte auf diese Nachricht. Dass Gold nicht stärker zulegen kann, liegt am erstaunlich stabilen US-Dollar, der bislang kaum unter Druck geraten ist, obwohl die Ursache für die Unsicherheit in den USA liegt. Immerhin kann Gold erstmals seit Wochen auch ohne Zutun des US-Dollar zulegen. Dies könnte durchaus so bleiben. Denn nicht nur die Corona-Erkrankung Trumps sorgt für Verunsicherung. Auch sonst scheint die Corona-Pandemie weiter an Dynamik zu gewinnen, wie steigende Infektionszahlen insbesondere in Europa verdeutlichen. Mehr und mehr Länder melden rekordhohe Neuinfektionszahlen und lokale Lockdowns. Gleichzeitig ist die EU mit anderen Themen wie dem richtigen Umgang mit der Türkei im Streit um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer sowie dem leidigen Thema Brexit beschäftigt. Der Streit um die Rechtsstaatlichkeit könnte wiederum den Start des EU-Wiederaufbaufonds verzögern. Dass der Euro in diesem Umfeld an Stärke gewinnen kann, ist zumindest fraglich. Gold stellt sich somit auch hier als überlegen dar. Dies zeigt sich auch im steigenden Goldpreis in Euro, der heute auf 1.630 EUR je Feinunze zulegen kann. Wenig überraschend verzeichnen die Gold-ETFs im aktuellen Marktumfeld Zuflüsse. Gestern waren es laut Bloomberg gut 6 Tonnen. Es spricht somit vieles für einen weiteren Goldpreisanstieg

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Hiobsbotschaften am Kupfermarkt

In Abwesenheit Chinas – das gesamte Land hat sich gestern für eine ganze Woche in die sog. Goldene bzw. Nationaltagswoche verabschiedet – ist der Einfluss externer Faktoren, wie z.B. des USD-Wechselkurses oder der Anlegerstimmung auf die Metallpreise tendenziell noch stärker. Heute sind außerdem die Märkte in Taiwan, Indien, Hongkong und Südkorea wegen Feiertagen geschlossen. Es überrascht also nicht, dass die heute vermeldete Corona-Erkrankung des US-Präsidenten die Metallmärkte unter Druck setzt. Der Kupferpreis ist seit gestern um 400 USD gefallen damit so stark wie seit dem Hoch der Pandemie im März nicht mehr. Heute rutschte der Preis erstmals seit August unter 6.300 USD je Tonne. Auslöser waren womöglich neben Sorgen vor einer schwachen Nachfrage, enttäuschenden US-Wirtschaftsdaten und der gestiegenen Risikoaversion die zuletzt hohen Anlieferungen in die LME-Lagerhäuser. Die LME-Kupferbestände, die zuvor unter 74 Tsd. Tonnen und damit auf den niedrigsten Stand seit 2005 gefallen waren, sind Montag bis Mittwoch diese Woche um 92 Tsd. Tonnen gestiegen. Der jüngste Sprung der Lagerbestände war sogar der stärkste seit mindestens 1970. In China sind die Kupferbestände zuletzt ebenfalls gestiegen. Die zollfreien Lager in Shanghai sind laut SMM per Ende September die neunte Woche in Folge um 17,8 Tsd. auf 300 Tsd. Tonnen gestiegen, den höchsten Stand seit April. Außerdem ist der Einkaufsmanagerindex für die chinesische Kupferindustrie im September überraschend unter 50 gefallen, was auf einen Abschwung hindeutet und das in einer typischerweise starken Jahreszeit. Dementsprechend dürfte auch der jüngste Schwächeanfall die Ängste vor einer Konjunkturabkühlung schüren. Während die Nachfragesorgen bei Kupfer zunehmen, scheinen die Ängste vor größeren Produktionsunterbrechungen wie im Frühjahr in Peru, Mexiko und Südafrika zu verschwinden, wobei die Marktteilnehmer mit einer stärkeren Produktionszunahme in den kommenden Jahren rechnen. Die Hiobsbotschaften am Kupfermarkt dürften einer raschen Preiserholung im Wege stehen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6BLongCopper FutureFaktor: 5
SB3T94ShortCopper FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.