Rohstoffe

Höhere Risikoaversion am Rohstoffmarkt

Energie: Anstieg der Risikoaversion bringt die Ölpreise unter Druck

Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass der Ölmarkt in den letzten Wochen eine selektive Wahrnehmung hatte und partout nur preispositive Nachrichten zur Kenntnis nehmen wollte. Das größte Risiko ist und bleibt die Nachfrageerholung, die in Folge eines starken Anstiegs an Neuinfektionen mit Covid-19 nun auf der Kippe steht. Vor allem die Entwicklung in den USA, wo die Zahl der Neuinfektionen in sieben Bundesstaaten auf einen Rekord gestiegen ist, hat wohl zu einer Neubewertung der Lage und einem Anstieg der Risikoaversion geführt. Außerdem hat der IWF den Ausblick für die Weltwirtschaft deutlich nach unten revidiert. Für dieses Jahr erwartet der IWF nun eine Schrumpfung um 4,9% statt wie bislang um 3%. Im nächsten Jahr liegt die Erholung mit 5,4% unter der vorherigen Erwartung von 5,8%. In Folge dessen sind die Ölpreise stark unter Druck gekommen. Der Brentölpreis ist vom 3½-Monatshoch bei 44 USD am Dienstag mittlerweile auf 40 USD, der WTI-Preis unter 38 USD je Barrel gefallen. Die wöchentlichen US-Lagerdaten, die bis auf den kleinen Anstieg der Destillatebestände im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sind, sind angesichts des nervösen Handels zu einer Nebensache mutiert. Sie enthielten allerdings einige interessante Aspekte. So ist die Schätzung für die US-Ölproduktion auf 11 Mio. Barrel täglich gestiegen, womit sich der starke Rückgang in der Vorwoche als hurrikanbedingt und nicht als nachhaltig erwiesen hat. Die strategischen Ölreserven (SPR) wurden um weitere 2 Mio. Barrel aufgebaut und liegen mit 653,7 Mio. Barrel fast 20 Mio. Barrel höher als vor zwei Monaten. Die US-Benzinnachfrage ist letzte Woche deutlich auf 8,6 Mio. Barrel täglich gestiegen, womit sie aber weiterhin 11% unter dem saisonüblichen Niveau liegt. Neuerliche Beschränkungen in den besonders von steigenden Neuinfektionen betroffenen US-Bundesstaaten könnten die weitere Erholung der Benzinnachfrage ausbremsen.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6RCallOil Brent FutureHebel: 12,5
CL98R2PutOil Brent FutureHebel: 5,0
SB9B6JCallOil WTI Light FutureHebel: 12,0
CL5NRRPutOil WTI Light FutureHebel: 5,0
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Geringer Rücksetzer bei Gold, stärkere Rückgänge bei Silber, Platin und Palladium

Der Goldpreis handelte am Morgen bei 1.760 USD je Feinunze, nachdem er gestern bei 1.780 USD den höchsten Stand seit Oktober 2012 verzeichnet hatte. Fallende Aktienmärkte und Anleiherenditen sowie ein festerer US-Dollar deuten auf eine höhere Risikoaversion hin (siehe auch Energie oben). Dass Gold dennoch leicht unter Druck geriet, könnte auf neuerliche Zwangsverkäufe zur Generierung von Liquidität hindeuten, wie dies in den vergangen drei Monaten schon öfters bei Phasen von Risikoaversion der Fall war. Dies dürfte abermals über den Terminmarkt erfolgt sein. Im Vergleich zu vorherigen Episoden fällt der Preisrückgang bislang aber moderat aus. Zudem lässt sich beobachten, dass Preisrückgänge bei Gold von den Anlegern nach wie vor als Kaufgelegenheit erachtet werden. So verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs gestern Zuflüsse von 13,5 Tonnen, wovon gut die Hälfte auf den SPDR Gold Trust entfielen. Wir erachten die jüngste Preisschwäche bei Gold daher als vorübergehend und rechnen schon in Kürze mit neuen Hochs. Deutlich stärker als Gold gerieten gestern die anderen Edelmetalle unter Druck. Silber und Palladium fielen um 2,5%, Platin um 3%. Das Gold/Silber-Verhältnis notiert daraufhin wieder bei 100. Platin rutschte auf 800 USD je Feinunze, Palladium unter 1.900 USD je Feinunze. Der Preisrückgang erfolgte kurz nach Bekanntgabe der pessimistischen IWF-Konjunkturprognosen, was mit der großen Bedeutung der industriellen Nachfrage bei Silber, Platin und Palladium erklärt werden kann. Dass Bloomberg einen erneut massiven Zufluss von 145 Tonnen in die Silber-ETFs vermeldete, half dabei wenig.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
CU0E6QLongPalladium FutureFaktor: 3
CU3TG7ShortPalladium FutureFaktor: -3
CJ7RMELongPlatinum FutureFaktor: 3
CJ7RL9ShortPlatinum FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Corona beeinträchtigt weiter stark die Stahlproduktion

Daten des Weltstahlverbands zufolge wurden im Mai weltweit 148,8 Mio. Tonnen Stahl produziert, 8,7% weniger als vor einem Jahr. Dies ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Wie schon im April musste laut Verbandsangaben auch diesmal die Produktion für viele Länder geschätzt werden, das heißt, sie ist mit großer Unsicherheit verbunden und könnte später revidiert werden. In vielen Ländern und Regionen ist die Stahlproduktion dramatisch eingebrochen – der Weltstahlverband berichtet von Rückgängen von bis zu 70%. Für Indien und Japan, hinter China der zweit- und drittgrößte Stahlproduzent weltweit, werden Rückgänge um fast 40% bzw. über 30% gemeldet. Einziger „Lichtblick“ unter den großen stahlproduzierenden Nationen ist China, wo im Mai gut 4% mehr Stahl als vor einem Jahr hergestellt wurde. Der Weltstahlverband verlässt sich hierbei auf die Daten des Nationalen Statistikbüros in China, die vorab bekannt waren (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 15. Juni). In China wird nicht nur wegen einer zuletzt wieder anziehenden Stahlnachfrage mehr Stahl produziert. Das Land ist vielen anderen Ländern auch weit voraus und hat sich bereits weitgehend aus der Corona-Krise herausgekämpft, in der viele andere Länder noch tief drin stecken. In der EU ist die Stahlproduktion gemäß Daten des Weltstahlverbands im Mai gegenüber Vorjahr um fast 27% gesunken. Hier deutet sich jetzt aber auch Licht am Ende des Tunnels an. Das Stahlanalysehaus MEPS spricht von vorsichtigem Optimismus und sieht im Juni eine mäßige Erholung der Nachfrage, nachdem die Coronavirus-Restriktionen gelockert wurden. Anstatt einer sprunghaften Erholung geht MEPS in den nächsten Monaten aber eher von einem schrittweisen Anstieg der Nachfrage und damit der Absätze der Stahlproduzenten aus.